Väterlicher Wirt

Väterlicher Wirt

Nein, dieser Kopf steht nicht in Chur.
Es ist ein Olmekenkolossalkopf.
(Wikicommons)

Wer mit dem Postauto vom HB Chur zum Beispiel nach Flims fährt oder mit dem Bus nach Rhäzüns, der passiert noch im Stadtkern eine Beiz mit dem sehr kuriosen Namen "Olmisches Kober". Die Assoziationsmaschine in mir begann gleich zu rattern, als ich das Beizenschild sah: Ich dachte an den Olm, eine Lurchart. An die Olmeken, ein entschwundenes Volk in Mexiko. An den Olmo in Bern, einen Kleiderladen. "Kober" wiederum klang nach dem Basketballer Kobe Bryant, nach Schweinekoben, nach der japanischen Stadt Kobe; das Wort erinnerte mich aber auch an die Sprachforscherin Alice Kober, über die ich einmal schrieb, sie ist eine der Mit-Entschlüsslerinnen der Schrift Linear B im vorantiken Griechenland. Die mitfahrende Wanderfreundin K. steuerte dazu bei, dass das Verb "kobern" das Ausschauen einer Prostituierten nach Freiern bezeichnet; hatte ich nicht gewusst. Nun aber zurück zu besagter Beiz: Ihr Name bedeutet übersetzt offenbar so viel wie "väterlicher Wirt", er stammt aus der Sprache der Jenischen.

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