US-Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit deutlich höher als angegeben

Offiziell ist die Zahl der Arbeitslosen in den USA gesunken. Grund dafür ist jedoch nicht eine eventuelle Belebung der Wirtschaft, sondern die zunehmende Entmutigung der Arbeitssuchenden und die demographische Entwicklung.

Damit befindet sich die FED jedoch in einer Zwickmühle. Immerhin hat deren Vorsitzender, Ben Bernanke, die Geldpolitik der US-Notenbank an der Entwicklung der Arbeitslosenquote festgemacht. Und das, obwohl die Geldpolitik selbst kaum direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat.

Das Spiel mit den Zahlen

Wie die nachfolgende Grafik von "Shadowstats" deutlich aufzeigt, sinkt die offizielle Arbeitslosenrate (Official U3) in den USA seit 2009 ständig nach unten. Auch die breitere Arbeitslosenrate (U6) zeigt demnach – auf einem deutlich höheren Niveau – einen Rückgang an. Aber: Wenn man sich die tatsächliche Arbeitslosenrate ansieht, welche sämtliche Unter- und Unbeschäftigten inkludiert, offenbart sich hier ein desaströser Anblick: Lag die tatsächliche Arbeitslosigkeit vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 noch bei rund 13%, so liegt sie inzwischen bei etwa 23%. Ursache für den Rückgang der offiziellen Arbeitslosenquote auf 7,3% im August 2013 ist demnach hauptsächlich die sinkende Erwerbsbeteiligungsquote.

US-Arbeitslosenquote. Grafik: shadowstats.com

Sinkende Beschäftigungsquoten

Stieg die Beschäftigungsquote noch in den 1990er Jahren um rund zwei Prozentpunkte auf den Höchststand von 64,4% im Jahr 2000 an, so sank diese in den folgenden Jahren bis zum Ausbruch der Krise 2007 schon wieder langsam auf 63% ab. Im Jahr 2012 lag sie dann schließlich bei 58,6%. Doch auch für dieses Jahr sieht es nicht wirklich besser aus.

Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft liegt deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Zwar geht die "Babyboomer Generation" inzwischen langsam in Rente, was die Zahl der Menschen im Erwerbsalter auch sinken lässt, doch auch andere Faktoren spielen eine gewichtige Rolle. Denn die Langzeitarbeitslosen, welche kein Arbeitslosengeld mehr erhalten, steigt immer weiter an. Ersichtlich wird dies unter anderem an der Zahl der Bezieher von "Food Stamps": Lag die Zahl der Bezieher dieser Unterstützung im Jahr 2007 noch bei 26,3 Millionen Menschen, so liegt sie aktuell bei knapp 48 Millionen.

US-Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit deutlich höher als angegeben

Die "Stille Reserve" wächst

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Gesamtentwicklung des US-Arbeitsmarktes seit Ausbruch der Krise: So wuchs die arbeitsfähige Bevölkerung von 231,876 (2007) um 4,9% auf 243,284 Millionen Menschen (2012). Die Zahl der Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt stieg im selben Zeitraum von 153,124 um lediglich 1,2% auf 154,975 Millionen Menschen. Doch mit einem Blick auf die "Stille Reserve" der arbeitsfähigen Personen offenbart sich die wahre Tragödie: Lag die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Arbeit zu haben oder in die Arbeitslosenstatistiken zu fallen im Jahr 2007 noch bei 78,743 Millionen Menschen, so betrug die Zahl der Menschen in diesem Bereich um ganze 12,1% auf 88,310 Millionen an. Ein Großteil davon sind Menschen, die auch als "entmutigte Erwerbsfähige" bezeichnet werden.

Seit Oktober 2009, als die offizielle US-Arbeitslosenquote einen neuen Höchststand seit 26 Jahren erreicht hatte, ging die Quote um 2,7 Prozentpunkte zurück. Ganze 1,8 Prozentpunkte davon können jedoch auf die gesunkene Erwerbsbeteiligung zurückgeführt werden. Damit beruht lediglich ein Drittel des Rückgangs auf der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Insgesamt ergibt sich daraus ein düsteres Bild, zumal sich dieser Zustand als ein strukturelles Problem darstellt.


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