Unterwegs in Boxbrunn

Schon einige Male bin ich durch Boxbrunn gefahren, viel sieht man von diesem Ort bei der Durchfahrt auf der Hochebene nicht, Grund genug, einen Spaziergang zu machen. Erkunden wir Boxbrunn.

Vielleicht fragst Du Dich, Boxbrunn? Wo liegt das denn?

Der kleine Ort Boxbrunn, etwas mehr als 130 Einwohner, liegt auf einer Hochfläche zwischen Michelstadt und Amorbach in ungefähr 490 Meter Höhe.

Zugehörig ist es ein Stadtteil von Amorbach, damit auch ein Teil des Landkreises Miltenberg in Bayern. Es liegt direkt an der Landesgrenze zu Hessen und ist der erste Ort, den man von Michelstadt aus erreicht, der in Bayern liegt.

Wenn Du von Michelstadt in Richtung Amorbach unterwegs bist, dann fährst Du gut zehn Kilometer den Berg hinauf bis Du den Ort erreichst, hinter dem Ort wieder gut zehn Kilometer hinunter bis nach Amorbach.

Ich glaube, es ist nicht übertrieben die Lage als Abseits zu bezeichnen, wenn auch eine viel befahrene Straße entlang führt.

Entstanden ist der Ort durch eine Rodung der ehemaligen Abtei in Amorbach.

Von Amorbach habe ich in meinem Blog bereits berichtet:

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Die älteste Erwähnung von Boxbrunn findet sich in einer Urkunde vom 27. Juli des Jahres 1310 - damals noch „Bockesbrunn" genannt. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der kleine Flecken arg zu leiden, durch die Passstraße zogen hier viele Truppen durch, was den Ort fast aussterben ließ.

Um 1868 wurde die kleine Kirche errichtet, die St. Wendelin Kirche, welche 1911 um einen Chorturm erweitert wurde.

Wer war denn dieser St. Wendelin?

Die Kurzversion? St. Wendelin, den man auch Wendelinus nennt, war ein katholischer Heiliger. Folgt man der Legende, so lebte er im 6. Jahrhundert im Bistum Trier. Nach ihm ist sogar eine Stadt benannt, St. Wendel, wo sich auch sein Grab befindet.

St. Wendel werden vielfältige Wunder zugeschrieben, wenn es Dich interessiert, dann schaust Du hier nach:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wendelin

Leider war die Kirche verschlossen, wie so oft.

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Ein weiteres auffälliges Bauwerk in Boxbrunn ist der Wasserturm.

Dieser wurde aus der Wildwiesenquelle gespeist, der Turm hat eine Höhe von 30 Metern und fasst 60 m³ Wasser. Seit 2009 ist er außer Dienst gestellt und durch eine Druckspeicheranlage ersetzt worden.

Noch immer ist er eine Art Wahrzeichen des kleinen Ortes.

Soweit die örtlichen Gegebenheiten und Hintergründe.

Zurück zum Ort.

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Geprägt ist der Ort von seinen Wiesen und Bauernhöfen. Die Anordnung ist lose und gefällt mir sehr gut. Es entsteht ein Gefühl von Weite im Ort.

Das kleine Pony kam „freudestrahlend" aus der Scheune und rief laut, es freute sich wohl über Gesellschaft.

An einer Wand habe ich viele alte bäuerliche Gerätschaften gesehen, genau mein Fall 😉

Was mir aufgefallen ist, der Ort verfügt noch über zahlreiche Oberleitungen. Die gibt es seit meiner Jugend bei uns nicht mehr. Unterstreicht die scheinbare dörfliche Idylle noch, welche Boxbrunn auf mich ausstrahlt.

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Einen Brunnen gibt es auch, sogar ein Rettungsring ist vorhanden.

Wasser ist hier, so hoch Oben, früher oft eine Mangelware gewesen - gerade in heißen Sommern. Mir fällt auch auf, bei uns werden die Quellen seit meiner Jugend weniger, früher sprudelten auf vielen Waldwegen kleine Quellbäche über den Weg. Heute ist oft davon nichts mehr zu sehen.

Eventuell könnte diese Entwicklung einmal zu einem Problem führen.

Manchmal sagt jemand „Da gibt es doch nichts zu sehen!".

Aber ich bin der Ansicht, es gibt überall etwas zu sehen, man muss nur mit offenen Augen unterwegs sein - viele Kleinigkeiten gibt es zu entdecken.

Es müssen nicht immer große Kulturbauten sein.

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Interessant finde ich, es werden hier Alpaccas gehalten.

Diese Tiere findet man in letzter Zeit immer häufiger in unseren Mittelgebirgen.

Das Alpaka, nicht zu verwechseln mit der Altsilberart, stammt eigentlich aus den Anden. Man nennt es dort auch Pako. Grob gesehen ist es eine domestizierte Kamelart. Mehr als 80% des Weltbestandes an Alpakas lebt übrigens in Peru.

In Deutschland leben nach Schätzungen mittlerweile mehr als 2.000 dieser schönen Tiere, die als äußerst friedlich gelten.

Schön sind sie auch noch und die milden europäischen Winter machen den Tieren nichts aus.

Ist es nicht spannend was sich so alles verändert? In meiner Jugend wäre ich wohl nicht auf einem dörflichen Spaziergang solchen Tieren begegnet.

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So, jetzt nähert sich unser Spaziergang auch schon wieder dem Ende.

Mir hat der kleine Ort gefallen, schön aufgelockert ist die Bebauung - richtig schön ländlich. Sicher

nicht für jede/n das Richtige, aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden.

Ich hoffe, es hat Dir in Boxbrunn gefallen.

Es grüßt Dich

Björn 🙂

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