Untat | Rezension

UntatDas Buch Untat von Guido von Guido Rohm habe ich von Blogg dein Buch erhalten.

Die Beschreibung war ein bisschen “diffus”, so wusste ich nicht so recht was mich erwartet. Aber es schien mir auf jeden Fall spannend zu sein, also habe ich mich beworben.

Ob ich denn nun bekommen habe, was ich mir dachte?

Untat

von Guido Rohm

Zwei Journalisten planen den ganz großen Coup. Sie wollen live bei einem Verbrechen dabei sein und sozusagen aus erster Hand berichten. Sie werden sich recht schnell mit Oscar, dem Verbrecher einig – denken sie zumindest. Es beginnt alles recht harmlos und scheint gut geplant.

Aber es entwickelt sich immer mehr zu einem Albtraum aus dem es kein Entrinnen mehr gibt.

Mein Eindruck:

Es ist gar nicht so einfach, meinen Eindruck zum Buch zu beschreiben. Vielleicht fange ich erst einmal mit den eher technischen Details an :-)

Kurze Kapitel

Das Buch ist in relativ kurze Kapitel unterteilt, von denen jedes einen Tag in diesem Entführungsszeantio beschreibt. Die Sätze sind kurz und eher prägnant, das gibt dem ganzen natürlich ein gewisses Tempo, lässt mich aber öfters auch ein bisschen ratlos zurück.

Perspektive

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Form bzw. in diesem Buch in der Wir-Form. Ich mag diese Perspektive nicht besonders und in diesem Buch hat sie mich zunehmend verwirrt. Allgemein wirft Untat bei mir mehr Fragen auf, als das es Anworten bietet.

Multiple Persönlichkeit?

Wieso denken, reden, handeln, träumen und fühlen zwei Menschen vollkommen identisch? Selbst übergeben klappt offenbar hier im Einklang. Ich habe für mich entschieden, dass es sich hier wohl um nur eine Person handelt, die vermutlich an einer Persönlichkeitsstörung leidet.

Anpassungsfähig

Während dieser sechs Tage ernähren sie sich ausschließlich von Bier und Chips um sich an Oscar anzupassen. Aus demselben Grund sehen sie sich haufenweise Pornos oder Horrorfilme an. Ich seh das Ganze eher als Kritik an der Gesellschaft, die sich genüßlich von der Couch aus jedes Elend dieser Welt ansieht um es dann möglichst schnell wieder zu vergessen.

Selbstbetrug

Auch als die Entführung akut wird, trauen die Beiden (oder der Eine) sich nicht irgendwas zu unternehmen. Wie bei vorangegangen Ereignissen schauen sie weg, reden sich ein es sei nichts passiert und gehen zur Tagesordnung über. Auch das scheint mir eher Kritik an unserer Gesellschaft und der mangelnden Zivilcourage zu sein.

Zweifel gesät

In Untat wird vieles sehr überzogen geschildert und ich glaube kaum, dass so etwas tatsächlich so passieren könnte. Aber bin ich mir wirklich sicher? Ich muss zugeben, dass das Buch in mir gewisse Zweifel gesät hat. Nicht unbendingt am Berufsstand des Journalismus, aber an dem schon auch. Ich bin davon überzeugt, so mancher Journalist ist zu vielem bereit, für die eine, große Story.

Aber auch über meine eigene Integrität musste ich notgedrungen auch nochmal nachdenken. Schaue ich nicht auch manchmal einfach nur zu, oder schaue ich sogar einfach weg?

Nicht mein Buch

Auch die Frage ob mir das Buch gefallen hat ist schwer zu beantworten. Als Leser wurde ich zum Voyeur degradiert, eine Position, die mir nicht gefällt. Auch der Schreibstil hat mir nicht besonders gut gefallen, passte aber auf jeden Fall zum Inhalt des Buches. Andererseits konnte ich das Buch nicht weglegen, bevor ich das Ende nicht kannte. Spannend war die Geschichte also auf jeden Fall.

Mein Fazit:

Ein Buch, dass einen sehr verwirrt, aber ich glaube das ist beabsichtigt. Ein bisschen zu kurz viellleicht, jedenfalls bei dem Preis, aber durchaus lesenswert. Wer allerdings einen reinen Krimi erwartet dürfte enttäuscht sein.

Meine Bewertung

Sternewww.dyerware.comwww.dyerware.comwww.dyerware.comwww.dyerware.comwww.dyerware.com

Buchinfos
  • Titel: Untat
  • Autor: Guido Rohm
  • Verlag: Conte
  • Genre: Krimi?
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • ISBN: 978-3-941657-78-6
  • Format: Taschenbuch,  140 Seiten
  • Preis: 10,90 €
  • Bestellung: Conte

wallpaper-1019588
Mariazellerland – Erlaufsee | Stehralm | Sebastianikapelle – Fotos
wallpaper-1019588
02.02.2019 – “Fiesta de la Luz” in Palmas Kathedrale
wallpaper-1019588
Bild der Woche: Blumenpracht
wallpaper-1019588
Die berufliche Selbständigkeit – der Sprung in die Freiheit
wallpaper-1019588
Gedankenpost – Ein absolutes Wirr Warr
wallpaper-1019588
Raubtierwasser
wallpaper-1019588
Der erste Satz: Wie du Leser verführst und deine Geschichte beginnst (mit 15 Beispielen für gelungene Satzanfänge)
wallpaper-1019588
Indisches Hähnchen-Curry