Und übrigens: "Die Aubergine"

Helene existierte nicht, denn ihre Beine waren gebrochen. Sie hatte Paul abgeschossen, denn seine Zähne waren hässlich. Er hatte gelacht, wenn er über Poltik sprach, wenn er über seine kleinen Gedanken und Utopien fantasierte, wenn er sich zum Gehen aufrichtete, er sagte „Voll Geil, ey“ und kniff die Augen zusammen und lachte in dieser fiesen Tonart. Wie ein Erdhörnchen, wie ein bekiffter Junge und all das wäre noch zu ertragen, wenn er nicht die Zähne entblößte! Klein und spitz, klein und spitz wie die Brüste der gemeinsamen 13-jährigen Tochter Mirjam. Helene war an die Grenzen des Humanismus gegangen, hatte Erde durch Wasser getauscht, und wo war sie gelandet? Bis in den Rachen des Menschengeschlechts und es war nich der faulige Atem, der sie betäubte, sondern der Anblick ihrer Haifischzähne. Sie hatte sein Geschlecht lieben gelernt, den auberginenförmigen Penis, sie hatte leidenschaftlich mit ihm geschlafen, sie hatte es ertragen, dass er nicht tief in sie kam, sie hatte es ertragen mit der Tiefe seines Geistes und oh, wie hatte sie gegen seine Zähne gestoßen. Paul, Paul, du hast mich nie geschlagen, nie dominiert, immer hast Du gelacht, immer wolltest Du Themen aussparen, nie konntest du Dich an meiner Andersartigkeit erregen. Paul! Ich hab dir einen geblasen, als Du aufgeregt warst, vor deiner Examensprüfung. Ich habe es ertragen, wenn du an meinen Brüsten herumbissest, bis es blutete. Ich habe deinen fehlenden Humor ertragen, und nun wagst du es noch, zu lachen? Helene war mittelgroß, hatte schulterlanges Haar, das sich noch nicht völlig zwischen Blond und Grau entschieden hatte und so vielleicht etwa ockersilber genannt werden konnte und hatte unaltersgemäß die voderen Strähnen längs des Scheitels mit billigen Plastikspangen aus der Stirn geclippt.