Unausgesprochene Dialoge

Gestern. In einem deutschen Wartezimmer –—> Himmel und Menschen. Dazwischen zwei RussInnen.

Plötzlich quäkt das Handy der einen. Sie hat als Klingelton die Stimme eines Kleinkindes, welches ruft “Mama, die Grütze brennt!” Hierauf der Klassiker: “ICH KANN GERADE NICHT REDEN, es sind zu viele Menschen hier.”

Wenig später tippt die andere – die Nebenmirsitzende – eine Nummer.

“Alo – alo! Privet! Ich sitze gerade in einem Wartezimmer …”

</zorn> Ich sollte die dicke Frau fragen, ob sie an warmen Sommertagen zu den Nudisten gehen würde.

“Nein!”, würde sie sicher antworten und “weil sich das nicht gehört”, würde sie wahrscheinlich ergänzen. Oder “weil es andere stören könnte.”

Jetzt könnte ich nachhalten:

“Da brauche ich Sie wohl auch nicht zu fragen, ob Sie sich nackt in ein Wartezimmer setzen würde?”

Woraufhin sie mich sicherlich empört angucken würde. Schließlich macht man nicht, was andere Leute “stören” könnte!

Womit wäre meine finale Frage eingeleitet wäre:

“So? Und warum telefonieren Sie dann?”

</zorn>

Ich bin für die volle Gleichberechtigung aller Sinne. Offenbar gibt es Menschen, die dem Auge der Anderen weniger zumuten als deren Ohren.


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