Übersäuerung – macht sauer wirklich lustig

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Jeder Mensch, der schon einmal mit heftigen Symptomen einer Übersäuerung zu kämpfen hatte, wird über diese Redensart sicher nicht einmal schmunzeln können. Leider gibt es hier immer noch heftige Kontroversen zwischen ganzheitlichen und Allgemeinmedizinern. So behauptet die Allgemeinmedizin weiterhin, dass es eine ernährungsbedingte Übersäuerung nicht gibt. Allenfalls durch Organfehlfunktionen kann es kommen.

Der Denkfehler hier könnte sein, dass die Allgemeinmedizin unter Übersäuerung das Krankheitsbild der Azidosen versteht, wohingegen die ganzheitliche Sicht vielmehr ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt, sowie dessen Auswirkungen darunter versteht.

Übersäuerung – Wenn das Wartezimmer zum zweiten Wohnzimmer wird

„Ach Herr Doktor! Schon wenn ich morgens aufstehe, fühle ich mich total ausgepumpt. Ich habe zu nichts Lust und meistens früh schon heftige Kopfschmerzen.“ Anfangs wird man mal ein paar Tage krank geschrieben zum Ausspannen. Dann, nur zwei Wochen später, das Gleiche wieder.  Wieder ein gelber Zettel und ein paar gut gemeinte Ratschläge wie „Schlafen Sie sich mal aus“, oder „gehen Sie an die frische Luft“. Alles gut und schön. Niemand sagt Ihnen, dass Sie vielleicht an Übersäuerung leiden.

Diesmal schaffen Sie es sogar, sich vier Wochen durchzuschleppen, bevor Sie wieder zum Arzt müssen. Die Krankmeldung am Morgen sorgt für noch mehr Flauheit im Magen. Was der Arzt wohl sagen wird, ob er vielleicht so  was wie Drückebergerei oder Ähnliches annehmen wird. Das steigert Ihr Wohlbefinden auch nicht eben.

Beim nächsten Mal lautet der ärztliche Rat vielleicht, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, denn Ihre Beschwerden sind seelischer Natur. Oder er empfiehlt sogenannte Aufbaupräparate. Immer noch kein Wort von Übersäuerung, trotz Blutabnahme. Klar, für den Arzt ist die Idee, dass das chemische Gleichgewicht Ihres Körpers so umfassende Einflüsse auf Ihr Wohlbefinden haben könnte, ja auch Scharlatanerie.

Betroffene haben meist mehrere Möglichkeiten: Entweder beginnen sie eine wahre Odyssee durch die Arzt- und Facharztpraxen in der näheren Umgebung, und lassen sich dabei in mehr oder minder freundlicher Weise immer wieder sagen, dass nichts Krankhaftes feststellbar sei. Oder sie stellen sich selber die richtigen Fragen.

Übersäuerung Symptome – Was sind die Warnzeichen

Wenn Sie mehr als drei der unten genannten Anzeichen an sich feststellen, ist es wahrscheinlich, dass Sie übersäuert sind:

  • häufige Erkältungen
  • Neigung zu Cellulite
  • stumpfes Haar, unreine Haut
  • Schuppen, brüchiges Haar, Haarausfall
  • dauernde Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung
  • unangenehmer Mundgeruch
  • häufiges Sodbrennen und/oder Übelkeit
  • häufige Kopfschmerzen
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken, für die es keine körperliche Ursache gibt
  • Reizbarkeit
  • Verdauungsbeschwerden, für die es keine körperliche Ursache gibt

In der Apotheke gibt es verschiedene Testmethoden, mit denen Sie sich auf Übersäuerung testen können. Streifen, die den pH-Wert, also den Säuregehalt im Urin messen, werden ebenso angeboten wie ein sogenannter Toxikator. Das ist ein Stift, mit dem Sie einen blauen Strich auf die Haut malen. Er wechselt die Farbe langsam nach rosa. Je nachdem wie lange das dauert, könne Sie an einer Skala ablesen, wie es um das chemische Gleichgewicht in Ihrem Körper bestellt ist.

Übersäuerung – schleichend aber lösbar

Das Dumme an der Übersäuerung ist, dass sie zunächst beschwerdefrei stattfindet. Wenn dann Beschwerden auftreten, sind diese meist diffus, das was man gerne mal „Wehwechen“ nennt. Mit der Zeit können die Gewebe im Körper, also Muskeln und Organe, jedoch geschädigt werden.

Was also tun? Ganz wichtig ist, dass Sie sich nichts einreden lassen. Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, hat Ihnen kein Arzt und kein Chef der Welt etwas anderes zu sagen. Natürlich muss man Manches auch einfach einmal aushalten, doch wenn es sich bei Ihren Beschwerden um einen Dauerzustand handelt, sollten Sie etwas Gutes für sich tun.

Es gibt durchaus Ärzte und auch Ernährungsberater, die mit dem Begriff Übersäuerung sehr viel anfangen können. Sie werden Ihnen dann zu einer Ernährungsumstellung, vielleicht sogar zu einer Basenkur raten. Und das können Sie auf jeden Fall für Ihr Wohlbefinden, sozusagen als Sofortmaßnahme und zur Vorbeugung tun:

  • Viel trinken (drei Liter am Tag sollten es sein)
  • Maßhalten mit Kaffee, Schwarztee, Alkohol und Nikotin
  • Fleischarm essen
  • Viel Obst und Gemüse verzehren
  • Auf Eiweißzufuhr achten (Achtung Sportler: Zu viel Eiweiß in der Ernährung führt zu Übersäuerung!)
  • Mehrmals in der Woche mal richtig ins Schwitzen kommen; die Haut kann dann die Nieren beim Ausscheiden von überschüssigen Säuren unterstützen
  • Ein- bis zweimal im Monat einen „Trinktag“ einlegen; an diesem Tag verzichten Sie so weit wie möglich auf feste Nahrung und trinken nur Wasser und Kräutertee; ein oder zwei Obsttage, an denen viel getrunken wird gehen natürlich auch.

Es braucht ein bisschen Umstellung und auch Geduld, bis die Übersäuerung behoben ist und der Körper das innere Gleichgewicht wieder selber im Griff hat. Die schöne Motivation bei einer Entsäuerung ist, dass Sie sich schon bald von Tag zu Tag wohler fühlen werden.

Sie sind noch unsicher, wollen noch mehr wissen? Machen Sie hier den Belastungstest, der Ihnen zeigt, ob bei Ihnen eine Übersäuerung besteht. Oder schreiben Sie mir, gerne auch einen Kommentar mit Ihren Erfahrungen oder Ergänzungen unter dem Artikel.

Bildquelle: © Jorma Bork  / pixelio.de

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