Über Sinn und Unsinn Content bezogener Werbung in Schwedenforen

Wohl jeder Schwedenfreund war schon mal in diesem oder jenen Schwedenforum unterwegs. Versprechen doch sehr oft die Forenbetreiber, dass man dort alles wichtige über Schweden findet. Dahin gestellt ob dem wirklich so ist oder ob nicht immer wieder die ewig gleichen User die ewig gleichen Fragen wie die nach einer Personennummer diskutieren, wollen natürlich viele Forenbetreiber mit dem Betrieb ihres Forums Geld verdienen. Bis hierher ist dies auch vollkommen normal! Kein Mensch arbeitet gern ohne Bezahlung.
Lustig wird es dann nur, wenn so manch Betreiber eines Schwedenforums mit seiner Kreativität bezüglich des Geld verdienens über das Ziel hinaus schießt. So stiessen wir gestern auf eine lesenswerte Anzeige zu einem Ferienhaus in Schweden. Dummerweise kann man jetzt nur sagen, hat unwisssenderweise der den Beitrag einstellende Forist das Wort Schuppen im Text verwendet. Per se nichts verwerfliches. Wie in Deutschland auch haben viele Häuser in Schweden auch direkt daneben einen Schuppen.
Die Software des Forenbetreibers war nun so programmiert, dass sie auf bestimmte Schlüsselworte ungefragt Werbung einblendete. Solange sie hier vielleicht noch Werbung für Schuppen, Gartengeräte, Baumärkte etc. eingeblendet hätte, wäre ja die Welt noch in Ordnung.
Besagte automatisierte Content bezogene Werbesoftware blendete aber Werbung für ein Haarwasser gegen Schuppen ein und dies derart massiv, dass die Absprungrate wahrscheinlich recht hoch sein dürfte. Wir jedenfalls klickten gleich weg um dann diesen Post zu schreiben.
Drum merke: Content bezogene Werbung will auch gekonnt sein. Content bezogene Werbung hat es etwas mit Semantik und Taxonomie zu tun. Semantik beschreibt den inhaltsbezogenen Teil beliebiger Publikationen, so auch Werbung im Web. Eine gut gemachte Taxonomie gibt dieser auch die richtige Ordnung. Wissen, was schon vor über 15 Jahren in der Szene bekannt war.
Schon zur Jahrtausendwende diskutierten die Freaks Fragen wie man bspw. das Schlüsselwort Golf derart platziert, dass je nach Bedarf Content über den Golfsport oder eine bekannte Automarke eingeblendet wird. In Bezug auf Schweden ist dies besonders wichtig. Golv mit V am Ende ist im Schwedischen kein Schreibfehler sondern der Fußboden. Wer nämlich einen Golv och Kakelspezialisten bestellt, der braucht sich in Schweden nicht zu wundern, wenn dann der Fliesenleger und nicht der Automechaniker klingelt.
So ist und bleibt es eben auch ein Unterschied, ob man im Schuppen ein Werkzeug holen möchte oder etwas gegen ggf. auf dem Kopf vorhandene Schuppen tun möchte. Nicht jeder Vogel der Federn hat, kann nämlich auch fliegen.