Über die geplante Obsoleszenz der Industrieprodukte

Es wird ja immer wieder darüber berichtet das die Lebenszeit von Produkten durch die Hersteller absichtlich kurz gehalten wird. Stimmt natürlich auch oft. Wobei mir dazu auch sehr viele Gegenbeispiele einfallen. Viele Billig-Kaffeemaschinen halten meiner Erfahrung nach ewig, während mein teures Phillips-Gerät inzwischen zwar noch läuft, die einzelnen Plastikteile aber schon sehr wackelig in der Gegend rumhängen.
Bei Rechnern ist es auch oft so – wenn die ersten paar Jährchen im Dauereinsatz überstanden sind, dann hält er zumeist auch noch lange durch.
Ein Beispiel für schlechte Recherchen bringt hier die “Pforzheimer Zeitung”, weil Anja Reumschüssel (und auch viele andere Journalisten) als Referenz für geplante Obsoleszens eine Kohlefaserlampe in den USA anführt,  die tatsächlich schon über 100 Jahre am Stück brennt. Das liegt jedoch nicht daran, das die Hersteller jede Lampe so machen können. Zum einen ist es Glück: Weil andere identische Lampen schon lange nicht mehr laufen. Die Kohlefaserbirne  läuft mit 4 Watt. Zu damaligen Zeiten war das schon eine Sensation, weil die Leute damals nur Kerzen und Petroleum-Funzeln rumstehen hatten. Heute würde niemand mehr so etwas als Leuchtmittel nutzen, weil es nicht mal dafür ausreicht, ohne Kopfschmerzen ein Buch zu lesen.
Das hätte die zuständige Journalistin natürlich auch selber wissen können, wenn sie mal selber recherchiert hätte – selbst wenn es als Einstieg nur das böse Wikipedia mit den Schlagworten “Phoebuskartell” und “”Centennial Light” gewesen wäre.
Das tat ich übrigens schon 2011 um mich darüber zu informieren, ob man das Centennial Light als Referenz für geplante  Obsoleszenz verwenden kann.

 

Seinerzeit wußte man: “Zugleich ist aber auch zu erwarten, daß die Lebensdauern eine sehr große Streuung um ihren Mittelwert aufweisen werden, da ja die Lebensdauer der einzelnen Lampe durchaus eine Angelegenheit des Zufalls ist.” (je nachdem wie glatt oder rauh der einzelne Glühfaden gelungen ist.) Über eine große Zahl von Glühbirnen kann der Hersteller durchaus eine mittlere Lebensdauer ermitteln – z.B. 1000 Std. Dabei kann aber die einzelne Lampe durchaus nach 600 oder erst 2000 Stunden kaputt gehen. “Nicht jede Lampe wird so alt, manch eine stirbt als Säugling oder in den blühenden Jahren der Iugend; es gibt aber auch Greise, die an die 2000 und 3000 Stunden kommen, ja einige berühmte Methufalems haben 6000 und 8000 erreicht.” Der Verbraucher kann diese mittlere Lebensdauer ohnehin nicht nachprüfen. So gab es Reklametafeln, auf denen die abenteuerlichsten Brennstunden angepriesen wurden.

Poebus war ein Gebietskartell, so das sich die Hersteller gegenseitig nicht in die Quere kamen. Sie hätten aber ein Problem, wenn z.B. italienische Reklametafeln 2500 Brennstunden anpriesen und deutsche Reklametafeln nur 1000 Brennstunden.

http://www.pz-news.de/home/ratgeber/service_artikel,-Begrenzt-die-Industrie-die-Lebensdauer-ihrer-Produkte-absichtlich-_arid,372508.html


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