Über die Easy Economy, mobile Arbeiter und Freiangestellte (Buchtipp)

Was wäre, wenn Arbeitszeiten flexibel und der Arbeitsort nicht das Büro wäre? Wäre es nicht super, nach Ergebnissen und nicht nach Arbeitszeit bezahlt zu werden? Markus Albers hat sich diese Fragen gestellt und in dem Buch „Morgen komm ich später rein“ zusammengefasst.

Morgen komm ich später rein

Der Untertitel des Buches sagt ganz klar, worum es geht: Mehr Freiheit in der Festanstellung. Es geht um eine neue Wirtschaftsform, die Easy Economy, und um eine Gruppe von flexiblen und mobilen Arbeitern, die sogenannten Freiangestellten.

Antworten auf die Frage, wie auch eine Festanstellung mehr Freiheit bieten kann, hat Albers in einer Reihe von Interviews, Studien und alternativen Arbeitsmodellen gefunden. Am passendsten beschrieben haben das Umdenken wohl Cali Ressler und Jody Thompson von Best Buy:

“Arbeit ist etwas, das man tut, nicht ein Ort, an den man geht.”

In der Regel geht es hier bei Wireless Life eher darum, wie du deinen Job verlassen und etwas selbständiges machen kannst. Nichtsdestotrotz gibt es genügend Menschen, die ihrer Arbeit gerne nachgehen, sich nur etwas mehr Freiheit und Flexibilität wünschen.

Wenn du zu dieser Personengruppe gehörst, dann ist dieses Buch für dich. Auch wenn du dich, wie ich, für Arbeitstrends und mögliche Arbeitsmodelle der Zukunft interessierst, dann wird dich dieses Buch inspirieren.

Status-Quo der traditionellen Büroarbeit

Im Rahmen eines EU-Projekts wurden Arbeitnehmer zum Thema Telearbeit befragt. Bereits 17% der deutschen Angestellten befinden sich derzeit in Telearbeit und weitere zwei Drittel wünschen sich diese Arbeitsform. Diese Zahlen wurden vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Jahr 2006 bestätigt.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Für die meisten Angestellten beginnt der Büroalltag in der Regel um 9 Uhr und endet je nach Ambitionen des Unternehmens und Mitarbeiters zwischen 17 und 20 Uhr. Das ist wichtig, da nach Anwesenheit bezahlt wird und der oder die Vorgesetzte die Angestellten kontrollieren will bzw. muss.

“Wir haben gelernt, dass Fleiß in Stunden gemessen wird, Effizienz in Anwesenheit und Einsatzbereitschaft anhand der Menge von Privatleben, die wir bereit sind, unserem Job zu opfern.”

Routineaufgaben, Fluten von E-Mails und die Gespräche mit Kollegen in der Kaffeeküche kosten wertvolle Zeit. In vielen Büros zählt die Anwesenheit mehr als die Zielerreichung. So sieht es aus in der deutschen Bürolandschaft von schwerfälligen Unternehmen.

Meetings sind oft überflüssig und enden ohne klare Ergebnisse. Zudem sind die An- und Abreisen extrem umweltschädlich. Bis zu 33,5 Millionen Tonnen CO2 könnten jährlich eingespart werden, wenn auf Meetings verzichtet oder zumindest auf Videokonferenzen umgestiegen werden würde.

Dazu kommt noch der tägliche Weg zur Arbeit, der durch Staus, Luftverschmutzung und Zeitverschwendung gekennzeichnet ist. Vom Frust durch überfüllte Bahnen und volle Straßen ganz zu schweigen.

„Der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer braucht 30 Minuten zur Arbeit und legt dabei eine Strecke von 20 Kilometern zurück.“

Jeden Tag eine halbe Stunde bis zur Arbeit, das bedeutet nicht nur täglich eine Stunde wertvolle Lebenszeit, sondern auch 1,7 Tonnen produziertes CO2 pro Jahr pro Pendler. Einer Studie des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung zufolge wird die konsequente Nutzung von neuen Kommunikationstechnologien den Berufsverkehr um 30% reduzieren.

Die Technologien für mobile Büros, Heimarbeit und barrierefreie Online-Kollaboration waren vor 10 Jahren noch nicht ausgereift genug, heute sind sie es allemal. Wer muss denn wirklich noch für 5 Tage die Woche ins Büro fahren, um dort Aufgaben zu erledigen, die an einem beliebigem Ort erledigt werden könnten?

Das Büro aus Auslaufmodell

Freiangestellte tauschen Flexibilität gegen den eigenen Schreibtisch und sparen Unternehmen somit bares Geld für Immobolien und Ausstattung.

Innovative Technologien ermöglichen das Arbeiten mit wem, wo und wann man will. Flexible Arbeitszeiten, stärkere Projektorientierung und mobile Arbeitsweisen sind laut Albers Kennzeichen für das Auslaufmodell Büro.

Anstelle von Zellen- oder typischen Großraumbüros liegen Desksharing und das e-place-Modell im Trend. Dabei hat kein Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz, sondern lediglich ein Set mit mobilem Bürosystem (Telefon und Laptop). Jeden Morgen sucht sich der Mitarbeiter einen Platz, wodurch die Kommunikation zwischen Abteilung gefördert und normalerweise leerstehende Schreibtische eingespart werden.

In einigen Unternehmen wurde die Anwesenheitspflicht bereits abgeschafft und es zählen nur noch Zielvereinbarungen. Wie oft und wie lange der Mitarbeiter dafür ins Büro kommt ist ihm oder ihr zu großen Teilen selbst überlassen. Telearbeit oder die Freianstellung erfolgen dabei auf Basis der Vertrauensarbeitszeit.

“Parkinsonsches Gesetz: Arbeit braucht so viel Zeit, wie für sie vorgesehen wurde”

Ganz nach dem Pareto-Prinzip (80/20-Regel) und dem Parkinsonschen Gesetz vergeuden wir viel Zeit im Büro, die wir deutlich effizienter nutzen könnten. Ob das zu Hause, im Flughafen oder der Finka in Spanien ist, liegt ganz an jedem selbst.

New Work – Flexibler, effizienter und glücklicher

In der Easy Economy, wie die neue Wirtschaftsform durch das Buch hindurch bezeichnet wird, stehen Mobilität und die effiziente Nutzung von Kommunikationstechnologien im Vordergrund. Dafür verspricht die innovative Nutzung neuer Arbeitsmodelle eine Reihe von Vorzügen sowohl für Unternehmen als auch Angestellten.

Die Vorteile sieht Albers vor allem in den Anreizen für das Recruiting von Mitarbeitern, der höheren Produktivität und Zufriedenheit sowie verbesserter Kreativität. Außerdem werden unproduktive Mitarbeiter leichter enttarnt, wenn nach Zielvorgaben gearbeitet wird.

“Denn flexibleres Arbeiten – das uns aus der Ablenkungsmaschine Büro befreit und uns erlaubt, dann zu arbeiten, wenn wir am besten funktionieren – führt automatisch zu einer gesteigerten Produktivität.”

Andere positive Nebeneffekte sind weniger CO2-Emissionen, Staus, Zeitverschwendung und Einsparungen bei Arbeitsplatz, Ausstattung und Energiekosten.

Mehr Freiheit führt zu gesteigerter Kreativität und höher Mitarbeiterzufriedenheit. Um dies zu belegen, benötigt es keine Studien. Zudem führt die geringere Ablenkung zu verbesserter Produktivität und Eigeninitiative von Angestellten. Belegt wird das im Buch durch zahlreiche Verweise auf Studien und Praxisbeispiele in Unternehmen.

Neue Arbeitsmodelle wie ROWE – Results Only Work Environment (Arbeitsumgebung, in der nur Ergebnisse zählen) – oder solche der Deutschen Bank, wo es in machen Abteilungen einen Homeworking Day pro Woche gibt, werden sich wohl in Zukunft durchsetzen. Freiheit statt Kontrolle und Flexibilität statt festen Bürozeiten.

Was bedeutet das Ganze für dich?

In der Zukunft werden mobile und flexible Arbeiter benötigt. Unser Körper wird unser Büro sein. Auch wenn es in Zukunft zwar noch abgetrennte Arbeitsbereiche zu Hause oder im Unternehmen gibt, können wir von überall aus arbeiten.

Klassische Büros werden eher Orte für soziale und kollaborative Interaktionen und sind nicht mehr für die reine Erledigung der Arbeit da.

“Wir werden im Jahr 2020 nicht mehr zur Arbeit gehen. Wir werden unsere Arbeit einfach machen” (Report Future Foundation)

Arbeit, Einkommen und Freizeit sollten im Einklang stehen. Dabei geht es um relatives Einkommen bei dem Zeit als Währung gesehen wird. Statt für mehr Geld länger zu arbeiten, sollte es dein Ziel sein, für das gleiche Geld weniger zu arbeiten.

Das wird durch flexible Arbeitsweisen, weniger vertrödelte Zeiten im Büro und das Einsparen des täglichen Weges zur Arbeit erreicht. Gleiches Gehalt bei weniger Zeitaufwand führt zu einem höheren relativen Einkommen.

Außerdem wird sich das Führen und Arbeiten nach Zielvorgaben immer mehr durchsetzen. Individuelle Verantwortung kommt mit dem Arbeiten auf Entfernung, wodurch sich auch das Verhältnis zwischen Boss und Angestelltem ändern wird/muss.

Dieser Trend ist unaufhaltsam. Früher oder später werden selbst die konservativsten Unternehmen feststellen, dass sie ihre Angestellten nicht mehr an Schreibtische anketten können.

Fordere also dein Recht auf eine flexible und freiere Arbeitsweise schon heute ein, anstatt noch ein weiteres Jahrzehnt zu warten.

Lebe rastlos, zeitlos und grenzenlos


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