Treptower Park in Berlín

Überraschend und überwältigend ist der Treptower Park, im östlichen Randbezirk von Berlin gelegen, er wird keinen Besucher kalt lassen. Zeuge einer schrecklichen, dunklen Zeit der Geschichte Europas, erinnert die Hauptzone dieses Parks an die tausenden gefallenen, sowjetischen Soldaten, die im Kampf gegen das Naziregime ums Leben kamen. Aber bewegen wie uns noch durch weitere Teile des Parks, die sich lohnen. Der Treptower Park ist in seiner Gesamtheit ein Wald auf mehr als 30 Hektar Fläche entlang der Spree. Er war ursprünglich aristokratisches Jagdgebiet und wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese riesige Grünanlage ist wegen des prunkvollen Monuments für die gefallenen sowjetischen Soldaten in der Befreiungsschlacht um Berlin bekannt.

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Dieses Denkmal wurde zwischen 1946-49 errichtet, direkt nach Ende des Krieges. Es ist über geometrischem Grundriss angelegt und mit starken symbolischen Bezügen aufgeladen, wie es damals in der Regierungskunst üblich war. Zudem gibt es auf dem Treptower Park auc einen Friedhof auf dem ungefähr 5000 Soldaten der 80.000 beigesetzt sind, die ihr Leben in Berlin für das Versprechen einer besseren Welt verloren.

Der Park ist wie ein Boulevard mit riesigen Dimensionen und unter freiem Himmel angelegt. Man kann hier unter den Bäumen umherflanieren, der größte Teil ist jedoch Rasen auf dem sich die Skulpturen erheben, die mit sowjetischen Symbolen aufwarten. Der Park öffnet sich mit einem enormen Triumphbogen der eine moderne Ikone ist. Auf jeder Seite gibt es eine Skulptur. Auf der einen ist der kniende Soldat mit Maschinenpistole und Helm in der Hand, die sich durch extremen Pathos auszeichnet. Die Mutter Erde die über ihre verstorbenen Kinder weint, bildet das Pendant auf der anderen Seite.

Der Treptower Park, zugleich Ruhestätte der der sowjetischen Soldaten, wurde mit einer deutlichen propagandistischen Intention für das sozialistische Regime geschaffen.  Daher auch seine überwältigenden Dimensionen, die lineare Struktur, die repräsentativen und stark sentimentalen Figuren, der herausgestellte Opfergestus, der Kampf, die Hingabe, das Ringen um die Freiheit… Dieser Gedenkort im Grünen, der gleichzeitig so monumental daher kommt, sollte von keinem Besucher verpasst werden.

Über einem Erdhügel errichtet und vor einem Minimausoleum, richtet sich die riesige Skulptur eines Bronzesoldaten auf. In einer Hand hält er einen Speer, mit dem er eine Naziflagge auf den Boden drückt (das perfekte Symbol für den Triumpf über das Dritte Reich) und mit der anderen Hand hält er ein kleines Mädchen auf dem Arm, das den Soldaten umarmt. Die Kleine (die zukünftige Frau, die eine neue Rasse gebären wird) ist das zentrale Symbol dieser Figur. Sie ist die Rechtfertigung des Soldaten, das Versprechen für das man das Blut vergießt und in ihr findet sich die Verpflichtung zu einer neuen Ordnung, einer besseren Welt, die in dem sozialistischen Sowjetregime gesehen wird, das dann selbst in eine andere Form der Repression abglitt. Daher ist dieser Park  doppelt sehenswert, er zeigt uns mit jedem Schritt, wie fragil die Eroberung der Freiheit ist.


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