Tipptopp Theatertipps – September 2015

Tipptopp Theatertipps – September 2015

Hallo, Grüß Gott und Grüezi zur Spielzeit 2015/16! Ich habe den Sand aus meinen Latschen geschüttelt und bin wieder bereit für hochpolierte Lackschuhe. Wenn es dazu noch spannendes Theater zu erleben gibt - umso besser! Wo die Wahrscheinlichkeit dafür am höchsten ist, erfahrt ihr ab sofort unter der Kategorie Tipptopp Theatertipps, wo ich jeden Monat die sechs interessantesten neuen Musiktheater-Produktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehle. Die Auswahl ist höchst subjektiv (ist klar) und darf jederzeit korrigiert, kritisiert und konterkariert werden.

Also, rein in den September!

RAGTIME von TERRENCE MCNALLY, STEPHEN FLAHERTY und LYNN AHRENS am Staatstheater Braunschweig (Premiere am 18. September 2015)

Der Broadway ist leider weit weit weg... Braunschweig hingegen quasi um die Ecke! Und demnächst sozusagen the next best thing, denn mit dem Musical Ragtime bringt Operndirektor Philipp Kochheim (schon wieder) eine deutsche Erstaufführung auf die Bühne. Aber nein, wir beschweren uns kein bisschen, sondern freuen uns tierisch über ein New York der 20er Jahre, viel Tanz, viel Flair und bittersüße Geschichten über die Suche nach einer besseren Zukunft. Wem es jetzt nicht schon in den Siebenmeilen(tanz)stiefeln juckt, ist selber schuld.

Die Premiere von Ragtime von Terrence McNally (Buch), Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Gesangstexte) findet am 18. September 2015 um 19:30 am Staatstheater Braunschweig statt. Weitere Vorstellungen sind am 26. September, 4., 17., 31. Oktober, 25., 27. November, 20., 29. Dezember und 24. Januar.
http://staatstheater-braunschweig.de/musiktheater/produktion/details/ragtimedas-musical/

Musikalische Leitung: Georg Menskes
Regie: Philipp Kochheim
Choreographie: Kati Farkas
Bühne: Thomas Gruber
Kostüme: Mathilde Grebot
Dramaturgie: Christian Steinbock

DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN von HELMUT LACHENMANN an der Oper Frankfurt (Premiere am 18. September 2015)

Wer kennt es nicht, das anrührende Märchen von dem kleinen Mädchen, das mitten im Winter barfuß durch die Straßen einer Stadt irrt und erfolglos versucht Streichhölzer zu verkaufen. Der Komponist Helmut Lachenmann hat sich lange mit diesem Stoff beschäftigt und ihn in seinem Werk mit dem Untertitel Musik mit Bildern mit Texten von Leonardo da Vinci und Gudrun Ensslin, eine der führenden Mitglieder der Rote Armee Fraktion, verquickt. Die Uraufführung dieser Kombination fand 1997 in der Hamburgischen Staatsoper statt. Musikalisch ist dieses Stück hochgradig komplex und gleichzeitig sinnlich direkt. Die Bandbreite reicht vom buchstäblich raumgreifenden Orchestergetöse bis zum bloßen Reiben von Styropor. Bleibt nur noch zu erwähnen, wer inszeniert: Benedikt von Peter, der bekannt ist für seine polarisierenden Regiearbeiten.

Die Premiere von Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann findet am 18. September 2015 an der Oper Frankfurt statt. Wegen dem logistischen Aufwand der Produktion wird es en bloc gespielt und zwar am 20., 21., 23., 24., 26., 27. September.
http://www.oper-frankfurt.de/de/page1019.cfm?stueck=708

Musikalische Leitung: Erik Nielsen / Matthias Hermann
Einstudierung ChorWerk Ruhr: Michael Alber
Regie: Benedikt von Peter
Bühne: Natascha von Steiger
Kostüme: Cinzia Fossati, Natascha von Steiger
Licht: Joachim Klein
Video: Bert Zander
Dramaturgie: Sylvia Roth, Mareike Wink

DIE NASE von DIMITRI SCHOSTAKOWITSCH an der Neuen Oper Wien (Premiere am 22. September 2015)

Manche Leute wachen auf und sind plötzlich ein ungeheures Ungeziefer. Andere wachen auf und haben plötzlich keine Nase mehr. Und als wäre das nicht schon schlimm genug (was sollen nur die Nachbarn von einem denken!) rennt die eigene Nase auch noch durch die Gegend und will unabhängig sein. Eine eigene Persönlichkeit haben. Das ist doch Blödsinn! Völlig grotesk! Herrlich! Schostakowitsch hat zu diesem Stoff, der auf der gleichnamigen Novelle von Nikolai Gogol beruht, die passende Musik geschrieben, die verstört und begeistert. Ein geniales und zu selten gespieltes Stück - weswegen sich der Weg nach Wien gleich doppelt und dreifach lohnt!

Die Oper Die Nase von Dimitri Schostakowitsch hat am 22. September 2015 Premiere in der Kammeroper in Wien. Weitere Vorstellungen sind am 26., 28., 30. September und 1. Oktober 2015.
http://neueoperwien.at/node/112/programm/theaterzettel/deutsch

Musikalische Leitung: Walter Kobéra
Regie: Matthias Oldag
Ausstattung: Frank Fellmann
Lichtdesign: Norbert Chmel

GREEK von MARK-ANTHONY TURNAGE am Konzerttheater Bern (Premiere am 13. September 2015)

Wer sich immer schon gefragt hat, wie wohl der Mythos von Ödipus im London des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts aussehen würde, sollte sich im September auf den Weg in die schöne Schweiz machen. Dort erzählt der Komponist Mark-Anthony Turnage die Geschichte von Eddy, dessen Eltern auf einem Jahrmarkt die verhängnisvolle Prophezeiung erhalten. Eddy flieht, erschägt den Besitzer eines Cafés und nimmt dessen Platz im Leben der Witwe ein. Klingt einigermaßen bekannt, oder? 1988 wurde dieses Werk, die erste Oper von Mark-Anthony Turnage, bei der Münchner Biennale uraufgeführt. Es hat dort und in folgenden Inszenierungen weltweit durch seine einzigartige Mischung von Jazz und klassischen Stilen begeistert. Wie das wohl klingen mag?

Die Premiere von Greek von Mark-Anthony Turnage findet am 13. September um 18:00 im Theater National Bern statt. Weitere Vorstellungen sind am 15., 23., 27. September 2015.
http://www.konzerttheaterbern.ch/musiktheater/uebersicht/?month=201509&date=1442095200

Musikalische Leitung: Hans Christoph Bünger
Regie: Teresa Rotemberg
Bühne und Kostüme: Nic Tillein
Dramaturgie: Pavel B. Jiracek

HANS HEILING von HEINRICH MARSCHNER am Theater Regensburg (Premiere am 19. September 2015)

Hans Heiling, ein Geist, verliebt sich in Anna, einen Menschen. Und er würde für diese begehrenswerte Frau aus Fleisch und Blut sogar all seine Zauberkraft aufgeben, die man als Geist so hat. Anna findet Hans aber trotz all seiner Bemühungen ziemlich spooky und will nicht zur Völkerverständigung zwischen den beiden Sphären beitragen. Viel netter findet sie den Konrad. Den kennt sie schon lange und der ist zufälligerweise auch ein Mensch. Das passt! Aber Hans ist nicht der Typ, der eine Zurückweisung einfach so wegsteckt...
Die Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner, die 1833 in Berlin uraufgeführt wurde, bewegt sich musikalisch zwischen Carl Maria von Weber und Richard Wagner - ist somit auch geeignet für die weniger experimentierfreudigen Opernentdecker. Außerdem betont das Theater Regensburg das Konzept des Regisseurs Florian Lutz, der Hans Heiling als interaktives Theatererlebnis inszenieren wird. Das klingt ziemlich merkwürdig... und macht ziemlich neugierig!

Die Premiere der Oper Hans Heiling von Heinrich Marschner findet am 19. September 2015 im Theater am Bismarckplatz statt. Weitere Vorstellungen sind am 23., 25., 30. September, 3., 9., 12., 18., 28. Oktober, 1., 8. November und 7., 29. Dezember 2015.
http://www.theater-regensburg.de/spielplan/details/hans-heiling.html

Musikalische Leitung: Tom Woods
Regie: Florian Lutz
Bühne und Kostüme: Sebastian Hannak
Licht: Wanja Ostrower
Dramaturgie: Christina Schmidt

THE GREEK PASSION von BOHUSLAV MARTINU am Aalto Musiktheater Essen (Premiere am 26. September 2015)

Bohuslav Martinů. Wer noch nie etwas von ihm gesehen oder gehört hat, sollte das bitte zeitnah nachholen. Sofort. Der tschechische Komponist hatte nicht nur eine Vorliebe für absurde Stoffe, sondern war auch ein Sturkopf, dem diese banale Tonalität nicht auszutreiben war. Zum Glück! Seine letzte Oper The Greek Passion hat außerdem einen unheimlichen Bezug zu aktuellen Ereignissen. In einem griechischen Dorf soll ein Passionsspiel gegeben werden. Die Mitspieler unter den Dorfbewohnern beginnen während der Proben sich mehr und mehr mit den dargestellten Charakteren zu identifizieren. Als unerwartet eine Gruppe von Flüchtlingen in diesem Dorf Zuflucht sucht, werden die bisher nur spielerisch dargestellten christlichen Werte auf den Prüfstand der Realität gestellt. Wie werden die Dorfbewohner mit den fremden schutzbedürftigen Menschen umgehen? Und wird Regisseur Jirí Herman Bezug herstellen zu den Ungeheuerlichkeiten, mit denen derzeit Flüchtlingen in Deutschland begegnet wird?

Die Premiere von The Greek Passion von Bohuslav Martinů findet am 26. September um 19:00 im Aalto-Musiktheater Essen statt. Weitere Vorstellungen sind am 1., 4., 10., 25., 28. Oktober, 12., 14. November 2015, 27. März, 6. April und 27. Mai 2016.
http://aalto-musiktheater.de/vorschau/premieren/the-greek-passion.htm

Musikalische Leitung: Tomáš Netopil
Regie: Jirí Herman
Bühne: Jirí Herman, Dragan Stojcevski
Kostüme: Alexandra Grusková
Dramaturgie: Christian Schröder


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