Theater, Luces de Bohemia in Madrid

Das Nationale Dramaturgie Zentrum präsentiert im Theater María Guerrero Madrid eine der ehrgeizigsten und behutsamsten Produktionen “Luces de bohemia” von Valle-Inclán. Die Regie übernimmt Lluis Homar, Schauspieler und Direktor, der während seiner Karriere in bedeutsamen Stücken wie “Hamlet”, “Die drei Schwestern” oder “Der Menschenfeind von Molière” mitwirkte.

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Allen, denen der Name nichts sagt, “Luces de bohemia” ist der Titel einer der wichtigsten spanischen Theaterstücke des XX. Jahrhunderts, das aus einem neuen Genre, dem Esperpento, kreiert wurde. Valle-Inclán schuf dieses Genre mit einigen Persönlichkeiten und Szenen, die uns eine andere Form des Lebens wiedergeben und selbst die Figuren deformiert darstellt. Lokale, Tavernen, Bordelle, miserable Häuser oder unsichere Straßen sind einige der typischen Schauplätze des Esperpento und die Schauspieler sind meistens Betrunken, Bettler oder gescheiterte Künstler, wie es im “Luces de Bohemia” der Fall ist. Es stellt das Leben des Alejandro Sawa dar. Sawa hinterließ ein unveröffentlichtes Buch mit Gedichten, als er als Blinder stirbt. Diese Geschichte eines tragischen Lebens nutzt Valle-Inclán, um der Geschichte von Max Estrella Leben zu geben.

Nur durch die Grausamkeit und Verbitterung des Esperpento können wir wunderschöne Szenen der Zärtlichkeit und Nacktheit der Persönlichkeiten, die jede Hoffnung verloren haben und deswegen ihre innere Unschuld zeigen, ausmachen.

In “Luces de bohemia” sehen wir, wie uns Max Estrella die ganze Ungerechtigkeit und Bedrückung, die über ein Land kommen kann, darstellt. Verstärkt durch das Ambiente als Teil der Verantwortung, wenn Persönlichkeiten des Esperpento geschaffen werden.

In der XII. Szene finden wir ein paar Schlüsselsätze des Werkes, wie “Die klassischen Helden reflektiert in den konkaven Spiegeln erzeugen Esperpento” oder “Die schönsten Bilder in einem konkaven Spiegel sind absurd”.

Die Persönlichkeiten, die unter anderem von Enric Benavent, Gonzalo de Castro, Gonzalo Cunill o Miguel Rellán dargestellt werden, sprechen wie die realen Personen, beleidigen, sind stürmisch und schreien. Der Zuschauer erfährt eine Geschichte, die vom eigenen Realismus erzählt wird. Verpass eine der interessantesten Aufführungen dieser Zeit nicht.

Das Nationale Dramaturgie Zentrum, das durch das Nationale Szenische und Musikalische Kunstinstitut 1978 geschaffen wurde, möchte eine Verbreitung des zeitgenössischen spanischen Theaters erreichen.

Wir können “Luces de bohemia” im Theater María Guerrero de Madrid im Monat Februar bis zum 25. März genießen. Jeden Dienstag und Samstag um 20 Uhr und an Sonntagen eine Stunde früher. Die Preise liegen zwischen 13 und 18 Euro je nach Sitzplatz.

Web des Theaterstücks: http://cdn.mcu.es/index.php/es/Temporada_actual/Maria_Guerrero/16/