“The Return of the First Avenger” von Anthony & Joe Russo

Chris Evans als Steve Rogers (links) und Scarlett Johansson als Black Widow (rechts) in

Chris Evans als Steve Rogers (links) und Scarlett Johansson als Black Widow (rechts) in “The Return of the First Avenger”

Seien wir ehrlich. Serienfans werden im Fernsehen geradezu verwöhnt. Schon lange muss niemand mehr von Woche zu Woche auf die Auflösung einer spannenden Fortsetzungsgeschichte warten. Entweder man greift direkt zur DVD Box, die alle Folgen beinhaltet, oder man schaut Serien wie House of Cards, die am Stück als Streaming-Angebot veröffentlicht werden. Das Schlimmste was dem Seriengucker passieren kann, ist sich noch an die Regeln des Fernsehens zu halten: In den USA heißt das, am Ende einer Season im Mai, warten bis es nach der Sommerpause im September weitergeht. In dieser dreimonatigen Dürrezeit muss man einen meist unerträglichen Cliffhanger am Ende einer Serienstaffel mit sich herum schleppen. Wem drei Monate schon lang erscheinen, wird mit den Marvel Filmen sicherlich keinen Spaß haben, so auch nicht mit dem Captain America Sequel The Return of the First Avenger von den Regisseur-Brüdern Anthony und Joe Russo.

Hier kommt es gleich zu zwei Enden, deren Fortsetzung sofort erwünscht wird. Zum einen das Captain America-Ende als Ausblick auf den bereits bestätigten dritten Teil in 2016 (statt drei Monate also zwei Jahre Wartezeit), zum anderen das obligatorische Marvel-Ende nach dem Abspann als Teaser auf die Großzusammenkunftsfortsetzung The Avengers 2: Age of Ultron, den es immerhin schon im April nächsten Jahres in den deutschen Kinos zu sehen gibt (Wartezeit aber immer noch über ein Jahr). Die Unerträglichkeit resultiert daraus, dass bei Marvel alles perfekt inszeniert ist. Hier gibt es noch keine groß abzuwertenden Aussetzer. Kontinuierlich wird ein Netz von Geschichten und Figuren gestrickt – im Kino, im Fernsehen und Online – das ein einmaliges Gefüge in der Filmwelt darstellt.

Alexander Pierce (Robert Redford, links) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) in den heiligen Hallen von S.H.I.E.L.D.

Alexander Pierce (Robert Redford, links) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) in den heiligen Hallen von S.H.I.E.L.D.

Nun wird mit The Return of the First Avenger ein Spionagethriller in den Reihen von S.H.I.E.L.D. eröffnet, dessen Auswirkungen nicht nur auf das The Avengers Sequel interessant sein wird, sondern vor allem auf das Fernsehprodukt Agents of S.H.I.E.L.D.. Denn Steve Rogers, der Supersoldat Captain America, wird dazu gezwungen sich gegen die Organisation zu stellen, in deren Dienst er das Land vor Unheil bewahren wollte. Zusammen mit Black Widow (Scarlett Johansson) und Falcon (Anthony Mackie) dringt er tief in die oberen Gefüge von S.H.I.E.L.D. ein, wo er sich überraschend einer Bedrohung aus seiner eigenen Vergangenheit stellen muss. Hier verwebt der Film wunderbar das zweite Storykonstrukt dieser Fortsetzung, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinander treffen: Captain America, frisch aus dem Eis aufgetaut, in The Avengers mit einer Alieninvasion abgelenkt, kann sich nun mit der Aufarbeitung von alltäglichen Dingen beschäftigen. Immerhin hat er einige Jahre aufzuholen. In der Jetzt-Zeit kann er nur noch historische Ausstellungstouren besuchen um seine Freunde von einst auf verschlissenen Videomaterial zu sehen. Diesen seelischen Kratzer kann sich Cap aber nicht lange hingeben, denn schon bald taucht der Winter Soldier auf, ein sowjetischer Killer mit Stahlarm, der es im Kräftemessen mit dem Supersoldaten aufnehmen kann.

Immer wieder schafft es Marvel mit unterschiedlichsten Regisseuren verschiedenste Genre zu bedienen und sich doch als Comicverfilmung im ähnlichen Stil treu zu bleiben. Wo Thor – The Dark World als Einstieg in die zweite Phase (oder zweite Staffel) des Marvel Cinematic Universe als Science Fiction Fantasyfilm diente, begründet The Return of the First Avenger nun in bester Manier den Verschwörungsthriller, mitsamt Neuzugang Robert Redford, der in diesem Genre groß geworden ist (Die drei Tage des Condor, Die Unbestechlichen). Überhaupt ist es faszinierend zuzusehen, wie Captain America sein Team um sich schart und gegen gleich drei Gegner antritt, ohne dass der Film jemals überladen wirken würde. Nach dem Abspann tritt dann sogar noch ein weiterer Bösewicht in Erscheinung, der jedoch hier noch keine Rolle spielt, aber immerhin ein heiß erwartetes Zwillingspaar in seinem Kerker gefangen hält.

Der Winter Soldier (Sebastian Stan) beweist sich als ebenbürtiger Gegner für Captain America

Der Winter Soldier (Sebastian Stan) beweist sich als ebenbürtiger Gegner für Captain America

Trotz der Spionage- und Verschwörungsthematik kommt der geneigte Actionfan hier natürlich nicht zu kurz. Mehr denn je wird Cap-Darsteller Chris Evans durch knallharte Faustduelle und noch viel schöner choreografierte Einsätze mit seinem Schild geleitet, während Scarlett Johansson wieder einige hübsche akrobatische Turnübungen vollführen darf, gemeinsam mit Anthony Mackies Falcon aber auch Gebrauch von reichlich Feuerwaffen macht. Dass der erste Blick auf einen Hellicarrier von S.H.I.E.L.D., dieser imposant schwebende Flugzeugträger in The Avengers, hier dann auch noch mit gleich drei Neu-Modellen dieser fliegenden Anlagen übertroffen wird, stellt noch einmal unmissverständlich dar, wie Bombast auch in der eigentlich ruhigsten aller Marvel-Geschichten seinen Platz findet.

Es bleibt dabei. Bei Marvel stimmt einfach alles. Es gibt ausreichend Action um als Blockbuster durchzugehen, aber auch genügend Storyentwicklung um sich vor dem Hirn-Aus Effekt im Kinosessel zu schützen. Hier findet für die einzelnen Figuren sogar gleich so viel Neues statt, dass das ganze Gefüge eine Neuausrichtung erhält. Mutig und funktional zugleich. Mit jedem weiteren Film entwickelt sich auch das Marvel Cinematic Universe. Vielleicht ist dass das Geheimnis des immerwährenden Erfolgs. Die offenen Enden sind derweil positiv unerträglich, ganz nebenbei fällt sogar noch der Name Stephen Strange, der wohl erst in Phase 3 der Marvel-Planungen weiter von Belang sein wird.


Captain America_Plakat”The Return of the First Avenger”

Originaltitel: Captain America – The Winter Soldier
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Produktionsland, Jahr: USA, 2013
Länge: ca. 135 Minuten
Regie: Anthony & Joe Russo
Darsteller: Chris Evans, Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Emily VanCamp, Robert Redford, Frank Grillo, Anthony Mackie, Toby Jones

Kinostart: 27. März 2014
Im Netz: marvel.com/FirstAvenger

Bilder © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH



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