The Boss Baby

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The Boss Baby

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Was ist das Süßeste auf der ganzen Welt? Maissirup, ja, aber äußerlich? Babys! Das finden Tom McGrath und Michael McCuller, deren Geistes Kind in Sachen optischer Süße gleichauf mit dem Fruktose-Zeug ist.

Auf ideologischer Ebene ist die klebrig-sentimentale Ansammlung von Sabber-, Kotz- und Nackedei-Witzen, deren einziger Gag vom Looney-Tunes-Charakter Baby Herman abgeguckt ist, genauso giftig. Das hier ist Big Business Baby! Da fehlt kein Komma. The Boss Baby ist ein Box-Office-Baby, Merchandising-Baby, Geld-Mach-Baby. Daher wirkt es nicht wie Ironie, sondern eiskalt kalkuliert, dass der heimliche Held der Animationsaction ein Mini-Tycoon (Alec Baldwin) ist. In Marla Frazees gleichnamiger Kinderbuchvorlage war der Titelcharakter noch ein Windel-Tyrann.

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Ein passendes Bild für ein Baby, das von den frischgebackenen Eltern permanenten Einsatz fordert. Zu jeder Tages- und Nachtzeit beruft der Junior-Despot Meetings ein, bis Mama und Papa vorm Burn-out stehen. Dieser Stress, den wohl alle mit kleinen Kindern kennen, verleugnet das 3D-Spektakel. Die Leinwandeltern (Lisa Kudrow und Jimmy Kimmel) sind direkt gruselig, so tadellos verkörpern sie das amerikanische, weiße, christliche Wohlstandsideal. Ihr 7-jähriger Sohn Tim (Miles Christopher Bakshi) genießt die volle Hingabe seiner Eltern, die ihm Beatles-Songs vorsingen, vorlesen und ständig gut drauf sind. Nebenbei machen sie Seite an Seite Karriere in der Hundefabrik von Francis E. Francis (Steve Buscemi), der Qualzüchtungen als Einwegspielzeuge buchstäblich am Fließband produziert.

Sein teuflischer Masterplan ist mit niedlichen Haustieren als Ersatzprodukten für leibliche Kinder die heterosexistische Weltordnung zu kippen. Sie ist das propagierte Ideal, das Tim und sein Bruder mit vereinten Kräften verteidigen müssen. Neben Ideen mangelt es an Charakteren. Sämtliche Figuren, inklusive Tim und sein Babybruder, sind seelen- und lieblos. Visuell, intellektuell und emotional hat der anstrengende Klamauk nichts zu bieten, aber dafür gibt es den Overkill Trump-Ideologie: eine sexfreie Himmelsbabyfabrik, die dort voreingestellten Gender-Normen, latenter Rassismus und die ironiefreie Zelebrierung arroganter Karrieristen und bleierner Hierarchien. Beim aktuellen politischen Klima ist die Beförderung in die Chefetage der Kinocharts garantiert.

Regie: Tom McGrath, Drehbuch: Michael McCullers, basierend auf dem Roman von Marla Frazee, Sprecher (Original): Alec Baldwin, Steve Buscemi, Jimmy Kimmel, Lisa Kudrow, Tobey Maguire, Filmlänge: 97 Minuten, Kinostart: 31.03.2017, www.bossbaby-derfilm.at


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Autor

Lida Bach

 
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