Tarifabschluss in der Holzindustrie Westfalen-Lippe mit 4%

Im Rahmen einer Schlichtungsverhandlung unter Leitung des Vorsitzenden Richters am Landesarbeitsgericht Chemnitz, Wilhelm-Henrich Vorndamme, einigten sich die Tarifvertragsparteien der Holzindustrie für Westfalen-Lippe am späten Abend des 20. Juni auf einen tragfähigen Tarifabschluss. Das Ergebnis nach 13-stündigen Verhandlungen: Löhne und Gehälter werden ab 1.11.2011 um 4% angehoben. Der prozentualen Steigerung gehen voran zwei Nullmonate gefolgt von vier Einmalzahlungen à 90€.

Der Tarifabschluss hat eine Gesamtlaufzeit von 20 Monaten (bis 31.12.2012). Die Ausbildungsvergütungen werden überdurchschnittlich angehoben. Hierdurch wollen die Tarifvertragsparteien ein Zeichen setzen und Ausbildungsberufe in der Holz - und Möbelindustrie deutlich attraktiver machen.

Dies sind nach Angaben des Hauptgeschäftsführers der Verbände der Holz- und Möbelindustrie in Herford, Dr. Lucas Heumann, die wesentlichen Ergebnisse einer langwierigen Schlichtungsverhandlung am gestrigen Tag. Die Bewertung der Arbeitgeber fällt indes gespalten aus: „Die Zahl von 4% ist eindeutig zu hoch. Denn sie wird der weiterhin angespannten Branchenlage der heimischen Möbelindustrie nicht gerecht“, so Dr. Heumann.

„Wir tragen diese Entscheidung mit, da die Belastung der Unternehmen im laufenden Jahr durch zwei Nullmonate reduziert wird. Zudem ist auch die relativ lange Laufzeit von 20 Monaten, die eine mittelfristige Planungssicherheit bringt, für die Arbeitgeberseite attraktiv“, betont Dr. Heumann weiter. Zu berücksichtigen sei zudem der voran gegangene Abschluss in Hessen, der durch seinen zeitlichen Vorlauf die Verhandlungen eingeengt hatte. Der Arbeitgeberseite sei es zudem gelungen, die Kostenbelastung für westfälisch-lippische Unternehmen unter den Abschluss von Hessen zu drücken.

Die kritische Bewertung der Tabellenerhöhung begründet der Hauptgeschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie mit der unverändert schwierigen Situation der Branche. So sind die Umsätze der heimischen Möbelindustrie im Jahr 2011 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres bisher nur geringfügig gestiegen. Gleichzeitig bewirken massive Kostensteigerungen insbesondere durch die Preisentwicklung auf den Rohstoff- und Materialmärkten für die Unternehmen einen zunehmenden Margendruck. So sind allein die Kosten für den Einkauf von Holzwerkstoffen – dem wichtigsten Vormaterial der Möbelindustrie – im ersten Quartal 2011 um bis zu 15% gestiegen. Zweistellig zugenommen haben auch die Kosten für alle am Erdöl hängenden Produkte wie Lacke oder Klebstoffe sowie die Einkaufspreise für Stahlprodukte z. B. im Beschlagbereich.

„Die Entwicklung der Materialpreise wird durch den Umsatzzuwachs bei weitem nicht ausgeglichen. Kostensenkungsprogramme werden daher unvermeidlich sein. Unternehmen werden diese individuell prüfen und darüber entscheiden müssen“, betont Dr. Heumann. Schon jetzt sei allerdings absehbar, dass innerbetriebliche Rationalisierungsmaßnahmen unvermeidlich sein werden. Auch wird die Industrie Preiserhöhungen prüfen, um den Kostenanstieg durch die Entwicklung der Materialpreise und durch den nunmehr vereinbarten Tarifabschluss auszugleichen.

Ein deutliches Signal in der Außenwirkung wird indes bei der Ausbildungsvergütung für Auszubildende der Branche gesetzt. Diese steigen gestaffelt nach Lehrjahren deutlich über die bereits genannten 4% allgemeiner Lohn- und Gehaltserhöhung. Unter den Tarifvertragsparteien herrscht grundsätzlicher Konsens, dass die Holz- und Möbelindustrie sowohl quantitativ ein hinreichendes Bewerberpotential ansprechen als auch die Besten der Schulabgänger für eine berufliche Perspektive in der Branche begeistern muss.

Die ursprünglich gewerkschaftsseitig geforderten Übernahmegarantien für Absolventen der Berufsausbildung sind im Verhandlungsergebnis vom Tisch. Einerseits verwahrte sich die Arbeitgeberseite gegen diese indirekte Mitbestimmungsforderung in die unternehmerische Personalplanung, andererseits münden bereits heute in der Holz- und Möbelindustrie Westfalen-Lippes nahezu alle erfolgreich beendeten Ausbildungsverträge in ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis. Dieser Trend dürfte sich demografieabhängig in Zukunft eher verstärken denn abschwächen.

( Quelle: vhk-herford.de )


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