Tabak im Spitzensport weit verbreitet

Tabak im Spitzensport weit verbreitet

Nikotinhaltige Produkte wie Kautabak, Schnupftabak oder “Snus” – Tabak, der in Säckchen verpackt zwischen Zahnfleisch und Oberlippe geklemmt wird – sind bei Spitzensportlern hoch im Kurs. Das zeigt eine Untersuchung des Schweizer Labors für Dopinganalysen.

Vor allem Eishockey, American Football und Ski Alpin betroffen

Die Forscher untersuchten für die Studie 2.185 Urinproben von Schweizer Sportlern oder von Sportlern, die an Wettkämpfen in der Schweiz teilnahmen. Sie verglichen die Werte von Sportarten wie Eishockey, Ski alpin, Biathlon, Bobfahren, Fußball, Basketball, Volleyball, American Football, Ringen und Turnen.

Das Ergebnis: Bei etwa 15% der untersuchten Athleten wurden bestimmte Nikotinabbauprodukte im Urin gemessen, die auf einen aktiven Nikotinkonsum direkt vor und/oder während des Sports hindeuten. Der aktive Nikotinkonsum war aber in gewissen Sportarten (wie American Football, Eishockey und Ski Alpin) alarmierend hoch und reichte dort bis zu etwa 56%.

Gleiches Sucht-Potential wie Zigaretten

Nikotin hat einen stimulierenden Effekt: Es erhöht den Puls und den Blutdruck und steigert den Adrenalinspiegel. So werden die Aufmerksamkeit und die kognitiven Funktionen verbessert. Nikotin mache gleichzeitig hellwach, konzentriert und entspannt, so der Laborleiter Francois Marclay.

Die Praxis gelte in Sportlerkreisen als offenes Geheimnis, sagte Marclay. Gerade bei jungen Sportlern bestehe die Gefahr einer Art Gruppenzwang, wenn etwa in der Umkleidekabine “Snus”-Tabak konsumiert werde. Hier gehe es auch um Gesundheitsprävention: “Snus”-Tabak kann zu Nikotinabhängigkeit führen und das Risiko für Mundhöhlenkrebs erhöhen.

Nikotin bald auf der Doping-Liste?

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat Nikotin derzeit nicht auf die Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Als Folge der Studie wurde es aber in das Überwachungsprogramm 2012 aufgenommen. Diverse Labors analysieren heuer die Proben aus Wettkämpfen aller Sportarten auch auf Nikotin.

“Das ein guter erster Schritt auf dem Weg, dieses Problem ernster zu nehmen”, sagte Marclay. Um im Sport verboten zu werden, muss die WADA für eine Substanz drei Kriterien erfüllt sehen: Sie steigert die Leistung, sie beinhaltet Gesundheitsrisiken und sie widerspricht dem Sportgeist.

Quellen:
NetDoktor (22.02.2012)
Forensic Science International (Kurzbericht der Originalstudie)


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