Surströmming – die verkannte schwedische Delikatesse

Heute abend ist Surströmmingsfest bei Herrn und Frau Lussekatt und wir erwarten Nachbarn und Freunde zu Besuch.

Es gibt wohl kaum ein schwedisches Gericht, über das so viele Gerüchte und Verleumdungen kursieren: Surströmming ist eine verkannte Delikatesse.

Surströmming (= saurer Hering) ist Ostseehering, der durch Säuerung konserviert wurde. Der Fisch wird gesalzen und in Fässer eingelegt, wo ein Gährungsprozess beginnt. Später wird er zum Verkauf in Konserven umgefüllt, wo er weitergährt – daher sieht man in den Geschäften häufig Dosen, die sich kräftig nach außen wölben.

Surströmming ist eine Spezialität aus Norrland, wo er viel entlang der Höga Kusten produziert wird und schon fast als Nationalgericht gelten kann.

In Schweden fällt der Startschuss zum Surströmmingsverkauf am dritten Donnerstag im August – ein Datum, das bis zum Jahr 1998 gesetzlich festgelegt war. Man wollte so sicherstellen, dass der Surströmming wirklich ausreichend gereift war. Heutzutage übernehmen die Hersteller diese Garantie selbst.

Eigentlich sind aber die Deutschen Schuld, dass der Surströmming erfunden wurde: Gustav Vasa hatte in der Zeit um 1520 hohe Schulden bei der Lübecker Hanse, die als Sanktion ihre Salzlieferungen nach Schweden einstellte. Aufgrund des Salzmangels fiel das übliche Pökeln als Konservierungsmethode aus und man legte den Hering in sehr geringe Salzmengen ein, was zur Gährung führte. Das Gähren als Konservierungsmethode war vermutlich schon seit Jahrhunderten bekannt, aber speziell Hering auf diese Weise haltbar zu machen war eine Neuheit.

Öffnet man eine Surströmmingsdose, wird man von einem Geruch fast erschlagen. Die Lake stinkt nach mehrjährig getragenen Socken gemischt mit Pups, ein Geruch, der sich in Textilien monatelang halten kann. Daher öffnet man die Dosen, die unter starktem Druck stehen,  NIEMALS im Haus, sondern in einem wassergefüllten Eimer am besten im Wald. Die Lake wird an Ort und Stelle entsorgt, die Dosen am besten in eine Plastiktüte luftdicht verpackt und sofort in den Recyclingmüll entsorgt. (Anwesende Hunde bitte anleinen – sie wälzen sich sonst gerne in der stinkenden Brühe und der Geruch ist kaum aus dem Fell herauszuwaschen. Ich weiß, wovon ich rede. Puh.)

Surströmming – die verkannte schwedische Delikatesse

Mmmmh, lecker!

Man kann den Fisch ganz (siehe oben) oder als Filets kaufen. Ich persönlich bevorzuge Filets, da ich keine Lust auf die Fummelei mit den Flossen und Innereien habe – aber einem echten Norrlänning würde das nie auf den Tisch kommen.

Gegessen wird der Surströmming dann, in kleine Stückchen geschnitten, zusammen mit Mandelpotatis (= Mandelkartoffeln), einer Sorte sehr wohlschmeckender, kleiner Kartoffeln, die einen sehr erdigen Geschmack haben.

Surströmming – die verkannte schwedische Delikatesse

Ein Muss zu Surströmming

Surströmming – die verkannte schwedische Delikatesse

Warum die Mandelkartoffel wohl Mandelkartoffel heißt?

Zusammen mit kleinen Stücken Mandelkartoffeln, feingehackten roten Zwiebeln, einem Klacks saurer Sahne und ein paar Raspeln kräftigem Västerbottenkäse wird der Surströmming dann auf weiches Tunnbröd (= Dünnbrot) gelegt und zu einer Rolle geformt. Oder zwischen zwei Scheiben hartes Tunnbröd gelegt und sofort verzehrt.

Surströmming – die verkannte schwedische Delikatesse

Mmmh, mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen

Morgen gibt es Bilder vom Öffnen der Dosen und den Surströmmingswraps.

 



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