Stuttgart auf Herthas Spuren

Mit einer mageren Ausbeute von drei Punkten aus den ersten sieben Bundesliga-Begegnungen ist der VfB Stuttgart derzeit Tabellenschlusslicht. Trainer Christian Gross stand in der Kritik und ehrlich gesagt ist es wenig verwunderlich, dass er jetzt gefeuert wurde. In der letzten Saison schloss Stuttgart mit dem sechsten Platz ab, im Jahr zuvor gar mit dem dritten. Und diese Saison, auch wenn wir uns noch am Anfang befinden und sich noch einiges ändern kann, sieht es ganz nach einem Abstiegskampf für die Stuttgarter aus.

Wie konnte das passieren?

Betrachten wir einmal den Kader der letzten Saison, und vergleichen ihn mit dem jetzigen. Stuttgart hatte einen Kader voll von Talenten, und eine ausgewogene Mischung aus Erfahrung und Jugend. Lehmann, Träsch, Delpierre, Tasci, Molinaro, Khedira, Kuzmanovic, Hilbert, Hleb, Pogrebnyak, Cacau – dieses Team konnte sich sehen lassen. Auch Khalid Boulahrouz, Martin Lanig, Sebastian Rudy und der mexikanische Abwehrspieler Ricardo Osorio waren mit von der Partie.

Während der Sommer-Transferperiode vor Saisonbeginn verlor der VfB allerdings eine Menge Talente. Jens Lehmann beendete seine Karriere, Sami Khedira wechselte zu Real Madrid, Roberto Hilbert zu Besiktas, Sebastian Rudy zu Hoffenheim, Martin Lanig ging nach Köln, Ricardo Osorio nach Monterrey und Leihgabe Aliaksandr Hleb kehrte zurück nach Barcelona. Das ist eine ganze Menge. Und viele dieser Spieler trugen ganz entscheidend zu Stuttgarts Erfolg in den vergangenen Jahren bei. Mit Lehmann, Khedira, Hilbert und Hleb verloren sie vier Spieler ihrer Startelf in einem einzigen Sommer. Es lag nun also am Stuttgarter Trainerstab, entsprechenden Ersatz zu finden. Mit den Neuzugängen Johan Audel, Christian Gentner und Mauro Camoranesi hat sich der VfB nicht gerade internationale Top-Talente geangelt. Am härtesten hat es das zentrale Mittelfeld getroffen, wo Gentner einen Sami Khedira einfach nicht ersetzen kann.

Aber was will uns das alles sagen?

Es ist zwar noch früh, doch wenn Stuttgart sich nicht bemüht, aus seinem Scherbenhaufen etwas zu machen, dann ist der Abstieg diese Saison vorprogrammiert. Man sehe sich nur Hertha BSC an.

Ein Jahr vor ihrer Abstiegssaison 2009/10 wurden sie Bundesliga-Vierte und kämpften bis zuletzt um den Titel. Ein Jahr später war es für sie vorbei. Ein Blick auf die Transfers: Im Sommer-Transferfenster vor der Saison 2009/10 verlor Hertha eine ganze Reihe seiner besten Spieler. Marko Pantelic, Josip Simunic, Marko Babic und Sofian Chahed verließen den Klub, und er tat sich schwer, für entsprechenden Ersatz zu sorgen. Ende September entließ Hertha Trainer Lucien Favre aufgrund eines katastrophalen Saisonstarts. Sie schlossen schließlich auf dem 18. Platz ab, und stiegen mit 24 Punkten aus 34 Spielen ab. Das entspricht einem Sieg in jedem siebten Spiel. Stuttgart hat zum jetzigen Zeitpunkt eines von sieben gewonnen.

In diesem turbulenten Bundesliga-Auftakt lief es bisher für einige Bundesligisten noch nicht so rund wie gewohnt, und so mancher Trainer versteht die Welt nicht mehr – allen voran der erfolgsverwöhnte Louis van Gaal und der gebeutelte Felix Magath. Doch keiner muss sich in der Bundesliga derzeit mehr Sorgen machen als Stuttgarts derzeitiger Trainer Jens Keller, denn was in Stuttgart gerade schief läuft, wird nicht einfach geradezubiegen sein.

Magdalena Ehnes bloggt zur deutschen Bundesliga und zur Champions League


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