Striptease in Emulsionslift und Kunst

Heute zeige ich eine weitere Weihnachtsfeiertagearbeit. Diesmal Striptease in Emulsionslift und Kunst. Einige Leser werden jetzt sagen „kann man machen …“, ich sage „… ja, das mache ich“. Wenn Euch das Thema nervt, dann solltet Ihr vorsorglich die nächsten Tage bei meinem Blog nicht vorbei schauen. Mich fasziniert das Thema Emulsionslift wieder total. Und mit dem Instant Lab von Impossible bekomme ich jetzt alle digitalisierten Bilder auf Impossible-Film und die dann per Emulsionslift auf Büttenpapier. So soll das!

Striptease als Emulsionslift

striptease_002webBingo. Wer hier glatte Bilder mit viel Fleischbeschau erwartet, wird bitterlich enttäuscht. Reine Dokumentationen einer weiblichen Entblätterung gibt es haufenweise im Web. Also wird hier keine Mangelwirtschaft verwaltet, sondern etwas Besonderes in die Welt der Überflutung gesetzt. Vielleicht sollten wir uns alle einmal überlegen, wie sich eine permanente Reizüberflutung auf uns auswirkt. Das ist nur so ein Gedanke, der mich gerade überkommt.

Die Überschrift „Striptease in Emulsionslift und Kunst“ klingt fast wie eine Position einer Speisekarte. „Rütütü in Weißweinschaum und Ramtamtam“. Dabei spitzt der Ober seine Lippen, wenn er die Bestellung aufnimmt und nickt huldvoll-zustimmend. So muss das sein. So etwas erwartet man in einem Feinschmeckertempel. „Darf ich den Herrschaften noch einen Schlappdiwasch Grand Gru dazu empfehlen?“ Warum gibt es Ähnliches eigentlich nicht auch in der Aktfotografie?

Wenn ich so in meiner kleinen Büchersammlung stöbere, finde ich schnell auch einige Bildbände zur Aktfotografie. Irgendwie haben die guten Bücher dieses Sujets Mitte/Ende der 1990er Jahre quasi aufgehört in den Buchhandel zu kommen. Auch heute noch, wenn ich durch die Stadt streife und dabei meine Lieblingsbuchhandlung aufsuche, gehe ich in die Abteilung mit den Fotobänden. Was ich da zurzeit an Aktfotografie finde, ist entweder platt-pornografisch oder rundheraus schlecht gemacht (Druck und Bilder entsprechen dem untersten Niveau). Wie gerne hätte ich da den Ober des Feinschmeckerlokals, der mich an die Hand nimmt und zu höherem Anspruch führt.

Entspricht mein Striptease in Emulsionslift einem höheren Anspruch?

Gretchenfrage. Entspricht das, was ich da als Emulsionlift verbrochen habe, tatsächlich einem höheren Anspruch? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es anders. Es mag nun etwas abgehoben klingen, aber alles was anders ist, wird zu etwas Besonderem. Und wenn man schon einmal am Besonderen dran ist, wird der Schritt zur Kunst ziemlich kurz. Ok, nicht alles Besondere ist jetzt Kunst und nicht alles wird gleichzeitig einem höheren Anspruch gerecht. [Mann, Mann, Mann, warum eiere ich jetzt an der Schwelle zu Kunstdiskussion so herum?] Machen wir es kurz: Kunst will immer einem höheren Anspruch genügen … ob dieses Ziel erreicht wird, liegt „im Auge des Betrachters“. Neeeee, nicht im Auge des Betrachters, sondern im Gefallen/Nichtgefallen jedes einzelnen Bildbetrachters. Und wir alle sehen mit dem/den Auge/n, verstehen aber mit unserer Hirnleistung. [Wow, wieder so eine abgehoben klingende Aussage.] Aber ich wollte jetzt wirklich nicht abgehoben klingen. Vielmehr ist es eine Würdigung der menschlichen Gedankenleistung und ein Lob auf die verschiedenen Denkweisen von Menschen. Ich bin ja so froh, dass es keine Einheitsdenke gibt. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass Toleranz erforderlich ist. Was der Eine gut findet, sollte ein Andere nicht madig machen.

Meine Intention beim Striptease als Kunst

Mir macht das Erstellen von Emulsionslifts viel Spaß. Aber Spaß alleine ist dabei gar nicht der größte Antriebsfaktor. Mich reizen die Falten und Risse. Ja, mit Falten und Rissen kann ich Emotionen ausdrücken. Es wird sozusagen zur weiteren Dimension des Bildes. Rein oberflächlich betrachtet habe ich ein schönes, sauberes Bild zerstört. Aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass im oberen Bild die Falten ganz anders gesetzt sind, wie im unteren. Oben stehen die Falten für mich für Aufregung, eventuell für Unsicherheit und Erregung. Unten wird das Ganze glatter. Aber nicht alle Falten sind verschwunden … hier gibt es also auch noch eine Spur von Aufregung und Unsicherheit, mit Sicherheit ansteigende Erregung. Und das untere Bild ist ausgefranst, am Rand scheint es sich aufzulösen. Ein Symbol der fließenden Zeit, die Handlung, das Erleben. Es scheint sich etwas zu beschleunigen, unserem Wollen und Sehnen entgegen zu streben. Kommen einem diese Gedanken nicht sehr bekannt vor? Gerade in einer ähnlichen Situation?

An der Stelle muss ich gleich mal auf die Bremse treten. Das Wort Striptease klingt nach einer professionelle Darbietung, im mehr oder weniger öffentlichen Rahmen. Aber ich sehe das nicht so. Striptease gibt es auch im sehr privaten Rahmen. Und da sind uns die Risse und Falten vielleicht gar nicht mehr so unbekannt.

Und was hat das jetzt mit Kunst zu tun? Ich glaube fest daran, dass Kunst Emotionen wecken soll. Dieser Emulsionslift (übrigens habe ich beide Einzelbilder auf ein Blatt Büttenpapier gezogen und sie somit untrennbar miteinander verbunden und deshalb ist es jetzt für mich ein Bild) ist mein Ausdruck von Emotionen, die ich bei einem privaten Striptease erlebe. Und ein Künstler soll sich auch nicht schämen, in seiner Kunst sein eigenes emotionales Empfinden darzustellen. Glatte, abwaschbare Null-Emotionalität gibt es überall. Da halte ich es lieber mit den Falten und Rissen.


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