Stille aushalten

Mittlerweile in jedem zweiten Coaching erlebe ich es mehr oder weniger stark ausgeprägt, dass viele Menschen Angst vor der Stille bzw. Ruhe haben. Sie können nicht zur Ruhe kommen aus diffuser Angst und auch wegen der vielen kleinen Antreiber, die sofort als Innere Kritiker zur Stelle sind mit gut gemeinten Ratschlägen wie “Kuck keine Löcher in die Luft” oder so ähnlich. Ich erlebe es dann oft, dass bei diesen Menschen bei einer von außen erzwungenen Ruhe Emotionen wie Traurigkeit hochkommen, sehr diffuse Traurigkeit. Und kein Mensch ist frewillig traurig.

Die Falle schnappt zu!

Ständig aktiv zu sein kann ganz schön stressig sein. Oft einhergehend mit dem Phänomen, dass diese Menschen nur noch zwei Zustände kennen: On und Off. Die Grautöne dazwischen scheinen nicht mehr existent. Und es findet oft eine folgenschwere Vorannahme statt: Wenn schon Ruhe, dann aber richtig und vollständig. So von 200 auf 0 zurückfahren. Und sich dann meistens darüber wundern, dass man fast die nackte Wand hochgeht.

Dabei geht es auch hier darum, in ein vernünftiges Maß reinzukommen und sich langsam anzunähern. Und zwar so, wie es gerade erträglich ist, um dann wieder in seine Betriebsamkeit zu gehen. Und mit jedem Versuch mehr, wird dieses “gerade erträglich” ein Stückchen mehr. So was nennt man dann die Erhöhung der eigenen Verhaltensbandbreite. Klingt langsam und organisch. Ist es auch. Und der einzige Weg aus der Falle heraus…..


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