Stefan Koppelkamm — Häuser Räume Stimmen

Stefan Koppelkamm, Leipzig, Barfußgässchen/Klostergasse 1990 und 2002Das Museum der bildenden Künste in Leipzig zeigt aktuell (bis 29. Mai) eine Ausstellung mit Fotoarbeiten von Stefan Koppelkamm. In seinen Fotografien beschäftigt er sich auf unterschiedliche Art mit urbanen Räumen. So zeigt das Projekt „Ortszeit“ etwa Häuser, Straßen und Plätze in Ostdeutschland Anfang der 1990er Jahre und die selben räumlichen Situationen zehn Jahre später. 

Ausstellungsbeschreibung

Die Ausstellung mit Arbeiten des Berliner Künstlers Stefan Koppelkamm (*1952 Saarbrücken) entfaltet in drei Werkkomplexen – „Ortszeit“, „Screening“ und „Essen, trinken, reden“ – urbane Räume als Bildakte, die den Menschen zum Handeln, zu einer Stellungnahme auffordern.

Für die zwischen 1990 und 2004 entstandenen Fotografien seines Ortszeit-Projekts reiste Stefan Koppelkamm nach dem Fall der Mauer zwischen 1990 und 1992 durch Ostdeutschland, um einen Zustand fotografisch festzuhalten, von dem er annahm, dass es ihn bald nicht mehr geben würde. Die Häuser, Straßen und Plätze, die er mit einer Großformatkamera fotografierte, sind ein Befund der historischen Bausubstanz zum Ende der DDR. Sie wirken, als wäre die Zeit stehen geblieben. Zehn Jahre später suchte der Fotograf alle Orte noch einmal auf und fotografierte von den exakt gleichen Standpunkten ein zweites Mal. In den Veränderungen des baulichen Zustands und selbst in nebensächlichen Einzelheiten spiegeln sich die dramatischen gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen, die in der Zwischenzeit stattgefunden hatten. Die Diptychen der „Ortszeit“ sind keine bloßen Vorher-Nachher-Bilder, sondern eine Aufforderung, die permanente Wandlung der Städte als aktiv gestalteten Prozess wahrzunehmen.

Stefan Koppelkamms Fotos der „Screening“-Serie zeigen Büro- und Hotelfassaden, hinter denen, jeglicher Intimität beraubt, die Helden eines Theaterstückes auftreten, die, scheinbar vom Fotografen- Regisseur angewiesen, ihre Rollen ausfüllen. Auch die von Koppelkamm fotografierten XXL-Plakate spielen mit Intimität, gaukeln den Betrachtern Vertrautheit mit dem Fotomodell vor und geben Passanten das Gefühl, exklusiv angesprochen zu werden.

In „Essen, trinken, reden“ sind Cafés und Restaurants, jene Symbole für Kommunikationsorte, ihrer ‚Bewohner‘ beraubt. Die verlassenen zeitlosen Bühnenbilder werden per Kopfhörer durch soundscapes der wieder bevölkerten Orte erweitert. Klang und Bild ergänzen sich und stoßen sich ab, stellen dabei die gewohnte Synchronizität von Seh- und Hörsinn sowie die Dominanz des Bildes in Frage.

Das Begleitprogramm umfasst Gespräche mit dem Künstler, Wolfgang Hocquél und Arnold Bartetzky sowie ein Angebot für Kinder.

Das Buch

Der von Hans-Werner Schmidt herausgegebene Katalog erscheint im Hatje Cantz Verlag und enthält Beiträge (dt./engl.) von Arnold Bartetzky, Bernadette Dufrêne, Valentin Groebner, Annett Gröschner, Hans- Werner Schmidt und Ines Weizman. Der von Stefan Koppelkamm gestaltete Band mit ca. 200 Seiten und über 100 Abbildungen ist im Museumsshop Wasmuth und im Buchhandel erhältlich.

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Ausstellung

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

14. Februar bis 29. Mai 2016


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