Star Trek Beyond

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Star Trek Beyond

5Sci-Fi

Justin Lins Sequel Star Trek Beyond geht dahin, wo J.J. Abrams Reboot nie war und keiner wirklich hinwollte. Die in den ersten zwei Teilen sorgfältig aufgebaute Bande zwischen den Crewmitgliedern haltet die mittelprächtige Mission notdürftig zusammen. Aber selbst die Sticheleien zwischen Spock und Pille McCoy und viel „Captain! Captain!“ von Chekov machen aus dem zerfahrenen Plot keinen würdigen Nachfolger.

Die Anfangsszenen sind voller Anspielungen auf den spürbaren inszenatorischen Richtungswechsel, der Star Trek Beyond die Dynamik seiner Vorgänger raubt. Für die Protagonisten ist es das dritte Jahr der fünfjährigen Mission der USS Enterprise, für die Zuschauer die dritte Folge der Kinoreihe. Und alle fragen sich, wie es jetzt weitergehen soll? Der einleitende Monolog von Captain James T. Kirk (Chris Pine) klingt schwer nach verfrühter Midlife-Crisis und was immer das vulkanische Pendant dazu ist, Spock (Zachary Quinto) hat es auch erwischt. Ihre temporäre Orientierungslosigkeit reflektiert die Irrwege des unausgereiften Plots.

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Kirk plant den Posten auf der Kommandobrücke abzugeben und sein designierter Nachfolger Spock kontempliert die Kündigung. Die Intentionen der Hauptfiguren ziehen Parallelen zum doppelten Teamwechsel hinter den Kulissen des Franchise. Abrams überließ den Regiestuhl Actionspezialist Lin, der lieber Stereotypen statt Charaktere inszeniert und noch lieber knallige Effekte. Bei seinen vier Fast & Furious-Filmen passte dieser effekthascherische Stil zum Produkt, doch bei Star Trek kamen stets die Figuren vor technischen Spielereien. Nicht mehr.

Ein Hilferuf eines abgestürzten Raumschiffs entpuppt sich als Falle und schon gipfelt der erste Akt in einem spektakulären Showdown, in dem die Enterprise zerstört wird. Das Alte wird symbolisch eingestampft, um Platz für Neues zu schaffen. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass Lin die Karre von J.J. Abrams gegen den Baum fährt, um sie dann mühselig wieder zusammenzuflicken. Beim Absturz wird die Crew in Grüppchen zerstreut und der Handlungsfaden zerfasert in Vignetten, die weder sonderlich berührend noch witzig sind. Verantwortlich dafür ist auch das holprige Drehbuch von Doug Jung und Simon Pegg. Letzter nutzt vor allem die Gelegenheit, seine Rolle des Mechanikers Scotty auszubauen.

Auf dem fremden Planeten hat er einige Geplänkel mit der kämpferischen Jaylah (Sofia Boutella). Die neue Figur ist hauptsächlich ein funktionales Bindeglied zum Schurken Krall (Idris Elba). Sein dämonisches Äußeres macht ihn zu einer Art Höllenvision dessen, was aus Kirk ohne seine Ideale würde. Abgesehen von diesem simplen Heldenkonflikt gibt es kaum Figurenentwicklungen. Sulus Tochter und Lebenspartner werden gezeigt, aber sonst haben er und Uhura (Zoe Saldana) wenig zu tun. Anton Yelchins letzter Auftritt als Chekov verstärkt nur die Nostalgie für den Charme der Vorgängerfilme.

Die markigen Versuche, das Publikum dafür mit Action zu begeistern, gehen nach hinten los. Eine Motorradjagd und der Einsatz eines bekannten Rap-Songs sind peinlich um Coolness bemüht und damit unendliche Weiten weg von Gene Roddenberrys Original. Das liegt am Ende so demoliert da wie die Enterprise. Bleibt nur die Hoffnung auf das, was jüngst ein anderes Sequel verkündete: Der dritte Teil ist immer der schlechteste.

Regie: Justin Lin, Drehbuch: Simon Pegg, Doug Jung, Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, Anton Yelchin, Idris Elba, Filmlänge: 122 Minuten, Kinostart: 21.07.2016, www.startrekmovie.com


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Autor

Lida Bach

 
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