Spotlight: Die Illusion einer seriösen Literatur

Mit "Spotlight" rücke ich Bücher in den Vordergrund eines größeren Kontexts wie Artikel, Serien, aktuelle Themen, etc.Spotlight: Die Illusion einer seriösen Literatur
Leider, lieber Herr Oliver Jungen, blieb es mir verwehrt Ihren Artikel zur LitBlog Convention zu lesen, da er nicht online auffindbar ist, sondern nur in der gedruckten FAZ. Was heißt es schon heutzutage im Internet zu veröffentlichen? Natürlich will man nicht jeden Menschen damit erreichen. Denn Zeitung lesen, vor allem eine, die sich nicht jeder leisten kann, ist ja heutzutage etwas Elitäres. Nur seriöse Menschen, die seriöse Literatur lesen und seriöse Kritik schreiben - die sollten erreicht werden! 
Dazu gehören natürlich nicht die Literaturblogger. Welche Ahnung haben Sie schon von Literatur? Sie "rutschen nur durch den Bestsellerschlamm", das für Sie keine seriöse Literatur darstellt, und schreiben/sprechen ihre Meinung aus, die für Sie keine seriöse Literaturkritik darstellt. Am schlimmsten ist es ja noch, dass es sich um weibliche Literaturblogger handelt, deren Horizont nur so weit reicht wie der Spanier-Plot. Jugendliteratur hat schließlich keinen Inhalt, sondern beruht nur auf eine Formel, die ständig kopiert wird - die Handlung steht im Vordergrund, weil - oh Schande! - es verboten ist, dass seriöse Literatur auch noch unterhalten kann.
Okay, Sarkasmus beiseite. Tut mir leid, Herr Jungen, aber welches Recht nehmen Sie sich heraus, um so über eine Gemeinschaft zu urteilen, wenn Sie nicht mal eine Ahnung davon haben, wovon Sie reden? 
Das ist natürlich eine schwere Behauptung, aber ich kann nicht verstehen, warum Sie als Journalist sich im Recht fühlen zu entscheiden, wer seriöse Literatur liest und wer seriöse Literaturkritik schreibt. Was überhaupt 'seriös' bedeutet, denn das ist das ist das Wort, das sich in ihrer Meinung zwischen den Zeilen liest. Sie haben eine bestimmte Vorstellung von Literatur, die sich anscheinend für Sie in der LitBlog Convention nicht widergespiegelt hat - und weil andere Menschen eine andere Ansicht haben als Sie, haben sie versucht die Sache sarkastisch darzustellen, und sind dabei kläglich gescheitert.
Seriöse Literatur existiert nicht. Dieser Gedanke von "high culture", von elitärer Literatur hat sich vor 50 Jahren aufgelöst. Vielleicht sagt Ihnen Adorno etwas, der dies ähnlich kritisiert wie Sie. Sie würden sich bestimmt prima mit ihm unterhalten können.Ich weiß nicht, was Sie unter Literatur verstehen. Vielleicht Thomas Mann. Vielleicht Samuel Beckett oder Charles Baudelaire. Fest steht, dass sie diese - Ihre Literatur - für etwas Besseres erachten, genauso wie Ihre Meinung, die mehr Gewicht haben sollte, weil Sie vielleicht einen Abschluss in Germanistik gemacht haben, oder was auch immer. (Pardon, ich habe mir nicht die Mühe gemacht, mehr über Sie herauszufinden.)
Tut mir leid, aber seitdem Bücher zu einem Konsumprodukt geworden sind, die in Massen hergestellt werden, sodass sie jedem auf der Welt zugänglich geworden sind, existieren die elitären Literaturkritiker nicht mehr. Denn jeder, der Zugang zu den Büchern hat, jeder, der heutzutage ein Medium hat - wie Youtube, Facebook, Blogs - ist imstande, Literatur - egal in welcher Erscheinungsform - zu kritisieren. Was schert mich, was Herr so-und-so darüber gesagt hat? Was macht befähigt ihn dazu, dass ich seine Meinung über meine stelle? Richtig, nichts. Niemand kann darüber bestimmen, was ich als seriös erachte, welche Literatur ich lesen möchte und wie ich sie zum Ausdruck bringen möchte. 
Es gibt kein Rezept zu wie man seriöse Literatur schreibt. Nur, weil bestimmte Kreise denken, sie stünden in der besonderen Position zu entscheiden, was "richtige" Literatur ist und was nicht (wie Sie, wie es mir scheint), heißt es nicht, dass Sie im Recht sind. Ich stelle mich auch nicht hin und behaupte, was ich denke wäre für alle wichtig, nur weil ich Literatur studiere. Warum sollten Sie das tun?
Literatur verändert sich. Mir scheint es, dass Sie im Modernismus des 20. Jahrhunderts gefangen sind, denn Sie denken Sie können entscheiden, wie die Welt Literatur zu erachten hat. Wir leben aber im 21. Jahrhundert. Jugendbücher sind nun einmal populär und das nicht ohne Grund. Die jungen Menschen treiben sich auf sozialen Netzwerken herum, womit Sie vielleicht auch anfangen sollten. Denn im Gegensatz zu Ihrer FAZ haben Internet-Kanäle viel mehr Einfluss, als Sie sich vorstellen können. Diese Menschen tun, was Ihnen gefällt. Diese Menschen haben Recht dazu. Sie haben das Recht, darüber zu reden. Und nur weil Sie nicht verstehen, wie eine jüngere Generation als die, zu der Sie angehören, funktioniert, sollten Sie vielleicht - statt mit unreifen Bemerkungen auf Sie loszugehen - versuchen, Sie zu verstehen.
Und bitte, bilden Sie sich. So ein Sexismus den Sie gegen junge Mädchen betreiben macht Sie zu einem Fossil im 21. Jahrhundert.

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