Sporturlaub im Kaiserwinkl – Rafting auf der Ache

Die Region um den Walchsee eignet sich in vielerlei Hinsicht für einen Sporturlaub im Kaiserwinkl. Land- und Wasserratten kommen ebenso wie Flugliebhaber auf ihre Kosten. Von Gleitschirmfliegen über Rad-, Wasser und Wintersport bis hin zu ruhigen Wandertouren und Schluchtentrekking kann man sich dort vielfältig austoben. Auf einem wilden Fluss für einen Nachmittag auf Abenteuerreise zu gehen, war ein interessantes Erlebnis, zu dem ich dich mit diesem Beitrag mitnehmen möchte. Mache dich bereit für etwas Paddelspaß in unglaublich klarer Luft abseits von Städten und Dörfer inmitten friedlicher Natur, die wunderbar duftet und in warmen Sommerfarben strahlt.

Das perfekte Sommerwetter, das ich während einiger Tage Sporturlaub im Kaiserwinkl erlebt habe, musste ich natürlich für Radtouren nutzen. Der grünlich schimmernde, klare Walchsee, der die idyllische Landschaft mit ihren Hügeln besonders schön in den verschlafenen Morgenstunden und der ruhigen Abenddämmerung widerspiegelt, kann Zentrum vieler Ausflüge sein.

SPORTURLAUB IM KAISERWINKL AUF LAND & ZU WASSER

Zum Laufen und Wandern ist der See ebenso ein wunderbarer Ausgangspunkt wie für Mountainbike-Touren. Im Winter zieht es zahlreiche Triathleten zum Langlauf in diese Region, die mit ihrer eigens angeschafften Schneemaschine frühzeitig im Winter passende Loipen präparieren kann. Sporturlaub im Kaiserwinkl wird hier gelebt. Ich konnte mich nirgends hinbewegen, ohne auf Sportler und Wanderer zu treffen.

Entfernt man sich etwas vom Walchsee Richtung Kössen, trifft man schnell auf die Tiroler Ache. Ein oftmals ganz ruhiges Flussbett mit niedrigem Wasserstand, das hier und da kleine Stromschnellen bietet und ein ideales Gewässer für Raftingtouren für Einsteiger in diesen Wassersport ist. Zusammen mit dem Sport und Natur Team hatten wir aber wirklich Glück. Dank der starken und anhaltenden Regenfälle an dem Wochenende der Challenge Kaiserwinkl Walchsee hatte die Ache einen höheren Wasserstand und somit etwas mehr Schwung. Nun bin ich zwar absoluter Einsteiger, wenn es um Rafting geht, auch wenn ich doch schon das ein oder andere Paddel in der Hand hatte - von diversen Booten und natürlich meinem SUP. Aber mit den erfahrenen Raftguides des Sport und Natur Teams machte ich mir keine Sorgen, zumal wir auch für eine Notwasserung und spontanen Schwimmeinlagen bestens gewappnet waren.

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Als ich mittags etwas zu früh an der Rafting Basis ankam herrschte absolute Stille. Das Team war komplett ausgeflogen und noch nicht zurück von ihren morgendlichen Touren. Für mich war genügend Zeit, mich etwas umzuschauen. Auf den weit entfernten Gipfeln des Zahmen und Wilden Kaiser lag der erste Schnee. In der Ferne konnte ich die Bergbahn Hochkössen sehen. Von oben starteten bereits den gesamten Tag Gleitschirmflieger, die den Himmel mit unzähligen bunten Punkten schmückten. Bei meinem nächsten Besuch von Walchsee werde ich auch jedem Fall bei guten Flugbedingungen einen Tandemsprung wagen. Ich möchte unbedingt mal so durch die Lüfte schweben, wie ich auf der Ache teilweise sanft dahinglitt.

RAFTING AUF DER ACHE

Ich beschloss erst einmal den Fluss unter die Lupe zu nehmen. Es passierten einige Kanuten und ich bekam richtig Lust, dass es endlich losgeht. Der Weg zum Wasser hinab war nicht gerade steil doch reichlich schmal für ein Boot für acht Personen oder mehr und mit einigen Stolpersteinen versetzt. Die Familie schrie mir direkt hinter her:

DIN! Hopse nicht so. Pass auf!

Meine Müdigkeit der Challenge Kaiserwinkl Walchsee vom Vortag zum Trotz sprühte ich vor Freude, endlich wieder einmal aufs Wasser zu dürfen. Dieses Mal zwar wieder mit einem Paddel in der Hand aber nicht mit einem SUP oder wie neulich mit meinen Großeltern im Kanu, sondern mit einem Schlauchboot. Ich fragte mich kurz, wie wir unser Boot dort hinabbringen sollten.

Das Wasser war recht klar. Das Flussufer war von einer Frische umgeben, die von der sehr kalten Ache kam. Ich war reichlich froh, dass ich mich nicht für Canyoning entschieden hatte. Denn das bietet das Team neben Rafting mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Klettern im Hochseilgarten, Bogenschießen, Radtouren und diversen Wintersportarten wie wandern mit Schneeschuhen an. Wie ich später erfahre, ist ihnen besonders wichtig, die Gegebenheiten der Natur anzunehmen und diese zu schützen. Mit ihren naturnahen und nachhaltigen Touren möchten sie keinen Einfluss nehmen.

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Es lag wie nach einem Triathlon Training ein wilder Geruch von nassem Neopren in der Luft. Mich grauste es schon ein wenig, in die kalten Anzüge und Booties zu steigen. Nach der Challenge war mir irgendwie immer unterschwellig kalt, obwohl ich in meinen Sachen in der Mittagssonne ins schwitzen kam.

RAFTING TROCKENÜBUNGEN

Als das Team von den letzten Touren zurückkam, ging es recht flott. Erst bekamen wir eine kleine Einführung von unserem Raftguide Kyra darüber, wer das Sport und Natur Team ist; was wir alles vorhaben; wie lange es in etwa dauern wird und was wir benötigen. Dann gab es schon die entsprechende Ausstattung. Einen ärmellosen Neoprenanzug, ein passendes Neo-Jäckchen, Booties, natürlich Helm, falls man kopfüber notwassert und selbstverständlich eine Schwimmweste.

Unser kleines Rafting Team mit sechs Paddlern, Guide Kyra und Fotograf Olli war irgendwann endlich in die Puschen gekommen. Anschließend bekamen wir eine kleine Schulung. Trockenübungen. So wie ich es eigentlich von jedem Wassersport her kenne. Die grundlegenden Regeln, Anweisungen und Pflichten jedes Teilnehmers wurden spielerisch von Kyra vermittelt. Zwischendrin war mir dann doch so heiß, dass ich gern in die Ache gehopst wäre. Bis dahin sollte es aber noch ein Weilchen dauern. Wir ruderten mit unseren Paddeln auf der Stelle quer durch die Luft. Taten so, als wäre ein Mann über Bord gegangen. Kyra ist nicht kleinlich, zeigt uns, wie wir in Not beherzt zugreifen. Sollten alle Rettungsversuche scheitern, so hatte sie noch ein Seil. Zur Not müssten wir ein Stück schwimmen. Im eisigen Wasser wie sich später herausstellte. Das einem ganz schön den Atem rauben kann! Ich spreche da aus Erfahrung.

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Nach etwa einer halben Stunde waren vermutlich alle Eventualitäten durchgesprochen. Ich wurde noch kurz zum Zeugwart ernannt. Alle Wertsachen und das große und kleine Kamera Equipment, wurden wasserdicht verpackt. Mit einem Karabiner wurden zwei kleine Tonnen direkt am Boot festgemacht. Mit ordentlich Mädels-Power und der Hilfe der Herren wuchteten wir das Boot direkt den Abhang von der Testwiese zur Ache hinab. Das Boot war überraschend fest aufgepumpt und es war recht einfach im Wasser hineinzukrabbeln. Die Füße konnten wir in Schlaufen im Bootinnern einhaken. Der Sitz auf der Kante war so angenehm und fühlte sich auch im bewegten Wasser sicher an.

Nun sollten wir lospaddeln. Mit lauten, klaren Kommandos navigierte uns Kyra durch den Fluss.

Binnen weniger Minuten ließen wir Kössen hinter uns und tauchten ein in pure Natur.

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Fernab von Straßen und anderen Menschen passierten wir Waldstücke und kreuzten Nebenarme der Ache. Wir ließen uns treiben, während Kyra davon schwärmte, wie sie am Vortag durch wildere Gewässer eine Tour genoss, bei der sie immer wieder ins Wasser fiel. Hin und wieder spritzte auch bei uns das Wasser über den Bootsrand, wenn es ordentlich vorwärts und flussabwärts ging. Die Ache ist sonst deutlich ruhiger. Wir waren nicht sehr schnell unterwegs, aber so blieb neben dem Paddelspaß noch ausreichend Zeit, um die Natur zu genießen.

VON HERBSTLICHT & SCHLUCHTEN

Es wirkte ein wenig so, als wollten uns die Tiroler Wälder im wärmenden Sommersonnenlicht schon zeigen wollen, dass der Herbst naht. Ganz subtil färbten sich einige Blätter bereits um. Sie ließen erahnen, wie wunderbar das Blattwerk nicht nur im frischen, satten Grün sondern auch in warmen Farben des Spätsommers aussehen mag. Etwas Trübsal machte sich bei mir breit. Sollte es das mit diesem Sommer etwa schon gewesen sein? Kalte Wasserspritzer vertrieben die Gedanken, während ich mit meinem Paddel immer wieder tief in die Ache eintauchte und mit meinem gesamten Körper das Wasser am Boot vorbei zog.

Nachdem wir den Deich von Kössen hinter uns gelassen hatten, wurde der Wald dichter und die Bäume streckten sich auf den angrenzenden steilen Berghängen himmelwärts. Die Ache trieb uns langsam vor sich her. Hin und wieder forderte uns Kyra auf, in die kleinen Stromschnellen hineinzupaddeln. Damit bekamen wir etwas mehr Schwung, um auch irgendwann die heiß ersehnten Schluchten zu erreichen.

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Felsen, die sich langsam aus der Ache emporhoben, ließen zwischendurch immer mal wieder das Kaisergebirge erahnen. Mitten in der Schlucht tauchte plötzlich eine Seilhängebrücke auf, die Wanderern den Weg zur Wallfahrtskirche Maria Klobenstein gewährt. Dort kann man mit etwas Glück auch den ein oder anderen Biber beim Werkeln zuschauen. Wenige Paddelschläge später ließen wir Klobenstein hinter uns und passieren die Landesgrenze von Österreich nach Deutschland.

Inmitten dieser Chiemgauer Alpen befindet sich das Entenlochklamm. Alles erinnert mich gleichermaßen an das Elbsandsteingebirge und an Herr der Ringe. In dem Moment, als wir die Felsen passieren bin ich froh, dass die Ache doch sanft zu uns ist und uns mit ihr dahinfließen lässt. Von Notwassern keine Spur. Stattdessen genießen wir alle den sagenhaften Blick auf die Felsen.

Irgendwann wird die Ache noch einmal richtig breit. Weil so für uns ganz unbemerkt ein Bergpanorama preisgegeben wird, gibt Kyra plötzlich das Kommando:

Links vorwärts! Rechts rückwärts!

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Wir drehen. Der Gegenwind wird zum Rückenwind und da ist es. Das Grün der Bäume über dem sich das Bergmassiv ausdehnt und ins Blau des Spätsommerhimmels übergeht.

VON WASSERFÄLLEN & QUELLEN

Wenig später steuern wir etwas nach links und drehen das Boot erneut. Als wäre Rafting unser langjähriges Hobby. Kyra bringt uns ans Land und wir stehen vor einem Kälte versprühenden Wasserfall. Wild romantisch senkt sich dort die Sonne langsam tiefer und taucht den Wald in ein herbstliches Orange. Nach einigen Fotos wollte ich zum Wasserfall gehen. Die Betonung liegt auf GEHEN! Das Ende vom Lied! Kurzer Ganzkörper-Schockfrost.

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Stattdessen war ich bis zum Kinn im eisigen Wasser versunken, das von oben herunterschoss. Das Seil am Wasserfall schien viel zu weit entfernt. Mein bis zu den Ohren vor Schreck der Kälte schlagendes Herz steht kein Sinn nach Schwimmen. Also flüchtete ich geradewegs zurück dorthin, wo ich richtig festen Boden unter den Füßen habe und das kalte Wasser wieder aus meinem Neo laufen kann. Also sich niemand weiter dazu hinreißen kann, bittet Kyra wieder an Bord.

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Die Schlucht verengt sich erneut. Wir treiben dahin und fahren eine Frischwasserquelle an. Die Felsen sind sauber gewaschen. Das glasklare Wasser, das hinunter lief und in die durch aufgewirbelten Sand gräulich schimmernde Ache überging, ist tatsächlich zum Trinken geeignet. Wir nehmen alle einen großen Schluck. Es ist herrlich. Das ist Natur. Als Stadtmensch fasst nicht zu glauben.

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Hier und da schnupperte es nach Nadelgehölzen und kurze Zeit später lag eine Schwere von Moos und feuchter Erde in der Luft. Dann war eine Frische zu spüren, wie sie klares, plätscherndes Wasser versprüht. Ich hätte den gesamten Tag auf der Ache verbringen können. Vielleicht ist so eine Flusswanderung in einem Kanu doch etwas für mich oder eventuell lieber Canyoning. So einen Sprung von einer Klippe stelle ich mir auch genauso spannend vor, wie das Abseilen von noch höheren Schluchten. In jedem Fall trafen wir viel zu schnell am Bootsausstieg in Bayern ein. Dort musste ich direkt meine Booties vom Wasser befreien, das seit dem Wasserfall Intermezzo darin hin und her schwappte. Als alles einigermaßen trocken gelegt war, ging es überwältigt von der Natur über die Berge wieder zurück nach Österreich...

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