Spekulationen und Klima setzen Gewürzmarkt unter Druck

Mag. Kotanyi, Obmann des österreichischen Gewürzverbandes, erwartet Engpässe auf den volatilen Märkten

Wien (Culinarius/OTS) – Die Lage auf den internationalen Märkten ist bei einigen Gewürzen wiederum angespannt: Besonders bei Knoblauch, Vanille und Kümmel erwartet der neue Obmann des Verbandes der Gewürzindustrie, Mag. Erwin Kotanyi, Engpässe. „Wir befinden uns auf einer Achterbahnfahrt auf den Gewürzmärkten und diese wird durch klimatische Einflüsse und Spekulationen angeheizt.“

Knoblauch

Obwohl die Anbaufläche von Knoblauch im Vergleich zum Vorjahr um ein Zehntel erhöht wurde, fielen die Erträge aufgrund des harten Winters geringer aus (- 20 % bis 40 % je nach Region). Strengere Umweltauflagen führten zu Schließungen von Trocknungsbetrieben in China. Daraus resultierte eine Verknappung der Kapazität. Freie Mengen von getrocknetem Knoblauch werden in kürzester Zeit von Spekulanten aufgekauft. Das hat u.a zur Folge, dass in der Vergangenheit die Preise um das Dreifache innerhalb von fünf Monaten angezogen haben. Das setzt der Branche zu. Doch nicht nur in China ist Knoblauch knapp, auch für die USA wird eine geringere Ernte um bis zu 30 % befürchtet.

Vanille

Die Statistik zeigt: In den letzten zwei Jahren betrugen die Preissteigerungen bei Vanille aktuell bis zu 500 %, und es ist kaum Ware am Markt zu bekommen. Auslöser waren zwei Fehlernten in Folge, die zu einer massiven Unterdeckung des Weltbedarfs führten.

Andere Wirtschaftszweige beziehen ebenfalls große Mengen Vanilleschoten, etwa für die Herstellung von Essenzen oder Aromen. Da diese Unternehmen erstmalig unfermentierte Schoten aufgrund von Fehlmengen des vergangenen Jahres zu Höchstpreisen aufgekauft haben, wird im nächsten Jahr ein massiver Mangel entstehen.

Kümmel

Aufgrund des schlechten Wetters konnten beim Kümmel nur 10 % der geplanten Mengen heuer in Österreich geerntet werden. Auch in Tschechien zeichnet sich eine schlechte Ernte ab. In Litauen und Finnland wird eine durchschnittliche Ernte erwartet.

„Qualität, Sicherheit und Genuss haben oberste Priorität bei Österreichs Gewürzherstellern“, unterstreicht Kotanyi. Jedoch führen strengste Vorgaben in der EU und die hohen Ansprüche der österreichischen Gewürzindustrie in Bezug auf Qualität zu einer Reduzierung der Angebotssituation und haben daher ebenfalls Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte.

„Die österreichischen Hersteller von Gewürzen, Gewürzmischungen und Würzzubereitungen kämpfen bereits seit Jahren mit diesen außergewöhnlichen globalen Entwicklungen auf den angespannten Rohstoffmärkten. Die steigende Nachfrage in vielen Anbauländern, die äußerst kritische Versorgungssituation sowie die oben angeführten Qualitätsvorgaben führen zu teils akuten Beschaffungsengpässen“, so Kotanyi abschließend.

Verband der Gewürzindustrie

Der Verband der Gewürzindustrie repräsentiert die namhaften heimischen Gewürzhersteller. Die Unternehmen importieren weltweit Rohgewürze und Kräuter und produzieren Gewürzmischungen und –zubereitungen sowie zahlreiche innovative Produkte zur Geschmackgebung für Endverbraucher und die Hersteller von Lebensmitteln.

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