So wirken Emulgatoren in der Kosmetik

Fast jeder hat im Zusammenhang von Kosmetikprodukten schon einmal von Emulgatoren gehört. Emulgatoren scheinen allgegenwärtig, ob in der Creme, im Duschgel, in der Sonnenmilch oder im Shampoo: Gerade in Produkten mit einem hohen Wasseranteil tauchen sie oft auf und das unter den verschiedensten Bezeichnungen. Als wohl ältester bekannter Emulgator gilt das Bienenwachs: Die Griechen im antiken Griechenland benutzten bereits die emulgierende Kraft von Bienenwachs für ihre kosmetischen Erzeugnisse.

Emulgatoren als Mischer

Eine der Hauptaufgabe von Emulgatoren es, die wässrigen und öligen Bestandteile eines Produktes miteinander zu verbinden. Dabei setzen Emulgatoren die Oberflächenspannung herab. Ihre Moleküle weisen einen wasserabstoßenden und einen wasseranziehenden Teil auf. Ohne Emulgatoren würden sich einzelne Wirkstoffe eines Kosmetikproduktes, wie Fett und Wasser, nicht miteinander verbinden.

So äußern sich Kritiker

Emulgatoren sind zunehmend in die Kritik geraten. Sie stehen in Verdacht, die Haut durchlässiger für Fremdstoffe zu machen. Außerdem wird oft kritisiert, dass Emulgatoren die Haut austrocknen können. Dies kann durch den „Abwascheffekt“ passieren, wenn der Emulgator auf der Haut weiter emulgiert und hauteigene Fette bindet, die beim nächsten Waschgang mit ausgewaschen werden. Wie stark ein emulgatorangereichertes Produkt die Haut tatsächlich austrocknet, hängt sicherlich auch von anderen Faktoren ab wie Hauttyp, Art des Emulgators, Häufigkeit der Anwendung sowie der Menge im Produkt und die Verbindung mit anderen Substanzen.

PEG-Derivate

In der herkömmlichen Kosmetik kommen sogenannte PEG-Derivate am häufigsten vor, wie zum Beispiel PEG-40 oder PEG 75. PEG-Derivate sind vermehrt in Verruf geraten. Zur Herstellung wird zuweilen das Gas Ethylenoxid eingesetzt, das als potenziell krebserregend eingestuft wird.

Emulgatoren in der Naturkosmetik

In der Naturkosmetik sind PEG- Verbindungen verboten. Naturkosmetikhersteller greifen deshalb oft auf Emulgatoren auf Fettsäurebasis zurück, wie Glyzerine pflanzlichen Ursprungs. Gerne werden auch co-emulgierende Stoffe wie Avocado oder Sesam verwendet, die rückfettend wirken. Einige wasserfreie Produkte wie pflanzliche Hautöle kommen ohne Emulgatoren aus, weil sie kein Wasser enthalten.

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Avocados wirken co-emulgierend und spenden Feuchtigkeit
Mario Heinemann/pixelio.de

 

Im Zusammenhang mit den Emulgatoren sind wir auf eine spannende Frage der Woche gestoßen:

Frage der Woche: Sind Schüttellotionen sinnvoll und solchen mit Emulgatoren vorzuziehen?

Dr. Claudia Schrader, Naturkosmetikexpertin bei Laverana:
„Bei Schüttelemulsionen handelt es sich um Zweiphasenprodukte, Fett- und Wasserphase sind somit nicht in einer homogenen Textur miteinander verbunden. Ganz ohne Hilfsmittel lassen sich auch 2-Phasen-Produkte nicht problemlos mischen, denn Wasser und Fett trennen sich nun mal. Im Markt überwiegen allerdings Einphasen-Produkte. In einigen Produkten, wie zum Beispiel einem 2-Phasen-Gesichtswasser lassen sich die Lipidanteile in der Textur erhöhen. Mischbar wird ein 2-Phasen- Gesichtswasser durch zum Beispiel schwach schäumende Tenside.“

Quelle Zitat Claudia Schrader: beautyppress.de
Foto: Titelbild, Handtuch mit Kosmetikartikeln: Alexandra H /pixelio.de
Avocado: Mario Heinemann/pixelio.de