Smart-TV im Öffentlich-Rechtlichen

Smart-TV im Öffentlich-Rechtlichen Jüngst kritisierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei der Eröffnung des Medienforums in Köln, dass Bildung und Kultur bei den Öffentlich-Rechtlichen zu kurz komme, oder aber zumindest auf die Spartensender ausgelagert werde. "Wer auf Qualität setzt, der darf sie nicht verstecken." meinte sie dabei wörtlich. Gleichzeitig verteidigte sie aber merkwürdigerweise den häufig kritisierten neuen Rundfunkbeitrag. "Jetzt sind die öffentlich-rechtlichen Sender gefragt, für dauerhafte Akzeptanz zu sorgen." meinte sie auf die Frage nach dem Warum. Es hätte auch stark verwundert, wenn von Seiten der etablierten Parteien Kritik an der staatlich legitimierten Rundfunkgebührenabzocke geübt worden wäre. Aber darum soll es hier an dieser Stelle nicht gehen.
Die Frage ist vielmehr: Hat Hannelore Kraft mit ihrer Kritik an der Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Recht? Die Repräsentanten von ARD und ZDF wiesen die Vorwürfe umgehend zurück. Man habe keine Nachrichtenformate im Hauptprogramm abgesetzt und außerdem gebe es attraktive Sendeplätze für Dokumentationen. Die Qualität sei hoch und man werde dem Bildungsauftrag gerecht.
Wirklich? Werfen wir doch mal einen Blick auf einen normalen Tag bei ARD und ZDF zu attraktiven
Sendezeiten. Neben Vorabendkrimis und Kochshows tummeln sich hauptsächlich Klatsch- und Tratschformate wie "Brisant", "Leute heute" und "Hallo Deutschland". Dazu noch reichlich Soap-Schrott wie "Verbotene Liebe". Doch halt, was haben wir da? "Wissen vor acht" direkt vor der Tagesschau. Leider geht diese Sendung nur fünf Minuten. Auch zur Primetime sieht es nicht wesentlich besser aus. Zu häufig unerträgliche Showformate mit Florian Silbereisen und seinesgleichen und auch Sendungen mit Bildungsanspruch wie "Hart aber fair" haben im Niveau gefühlt deutlich nachgelassen. Da wird schon mal oberflächlich mit ahnungslosen und peinlichen Gästen darüber diskutiert, ob sich der FC Bayern München den sportlichen Erfolg verdient hat, oder diesen lediglich kauft. Oder man befasst sich mit Produkten von Apple und nennt als wesentlichen Nachteil dieser Geräte, dass das Internet hier "Safari" heißt...
Natürlich gibt es nach wie vor interessante Sendungen im Öffentlich-Rechtlichen, für die es sich tatsächlich lohnt, Gebühren zu zahlen und auch ist man von der Niveaulosigkeit der Privaten noch Lichtjahre entfernt, jedoch hat man das Gefühl, dass diese im Gesamtbild leider zu kurz kommen.
Vielleicht lässt man das Fernsehen auch einfach sein und macht es wie der Hauptprotagonist aus dem Film "Free Rainer - dein Fenseher lügt"