Sinnliche Gewissheit

Eine Auseinandersetzung mit Fragen. Entscheidungen. Gedanken. Das Leben spielt so seine Stücke mit uns. Mit jedem von uns. Der Grad der Verrücktheit hängt wohl gering mit dem eigenen Handeln zusammen, oder?

Das Jahr ist noch nicht vorbei, die letzten zwei Monate im Jahr 2010 stehen vor der Tür. Zwei Monate in denen auch noch einiges passieren kann, oder gar soll. Wie oft schiebt man Entscheidungen hinaus? Wie lange lügt man sich in die eigenen Taschen? Wie unzufrieden, wie unglücklich muss man sein, um zu erkennen? Was benötigt es, um Tatsachen als Tatsachen zu sehen? Gewissheit? Wie lange lebt man in diesem verschwommenen Zustand von Lethargie? Zu lange. Definitv. Ob das jetzt gut oder schlecht, das kann ich im Nachhinein nicht mehr wirklich beurteilen. Die Zeit der Zerstreuung ist vorbei. Die Zeit des Krampfes ist Vergangenheit.

Sonne. Sonne, am Horizont.

Sehr Zu viele Fragen, die einen quälen, die sich in immer regelmässigeren Abständen aufdrängen. Die einem die Lust am Leben rauben. Angst. Stillstand. Sie paaren sich, die Angst und der Stillstand, die Angst vorm Stillstand. Erkenntnis? Was will man von seinem Leben? Ist man zufrieden? Glück? Sicherheit? Gefangen in einem Käfig, in einem selbstgebauten Käfig.

Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom
anderen zu unterscheiden.

Dieses Zitat ist mir irgendwann vor längerer Zeit schon untergekommen, oft musste ich an diese Zeilen denken. Gott ist in diesem Fall für mich nur ein Platzhalter, also eher als ###WhatYouBelieveIn### zu sehen. Dieser Punkt ist nicht entscheident, die Aussage danach ist es. Sie hat den wahren Wert.

Da man ja selten nie kampflos aufgeben soll, versucht man so einiges, doch irgendwann muss man erkennen, dass sich nicht alle Dinge von einem selbst verändern lassen. Vieles wird von anderen Menschen bestimmt, von Systemen, diesem Staat, der heute Nationalfeiertag feiert, dem Arbeitgeber und/oder dem Vorgesetzten.  Ja, keine große Neuigkeit. Trotzdem eine für meine Überlegungen wichtiger Punkt.

Dann gibt es da noch das verrückte Leben (la vida loca) an sich, dass uns immer wieder zeigt, dass unsere Systeme und unsere Regelwerke nichts beherrschen. Ihre Herrschaft über das Leben wird zerstört. Sie sind eine Nichtigkeit, so klein, dass sie keine Macht besitzen, wenn das Leben in Form der Natur oder des Tods zuschlägt.

Ich denke noch oft an dich, reisender Engel und bin mehr und mehr dankbar, dich gekannt zu haben. Oft geht es so zu schnell. Viel zu schnell. Eigentlich sollte gerade ich mit meiner ‘Geschichte’, meiner ‘Vergangenheit’, diese Tatsache als gegeben hinnehmen. Tja. Die oben erwähnten Systeme und Regelwerke haben einem so schnell wieder in Beschlag, dass manche Dinge scheinbar verdrängt werden. Dann war da der Marsch nach Maria Zell, der so vieles bewirkt hat. Gedanken. Prozesse. Gedankenprozesse. Erkentnis? Nein, Gewissheit.

Eine spezielle Art der Gewissheit hat sich mehr und mehr in mir breit gemacht. Verändere etwas in deinem Leben, in deiner Umgebung, brich aus deinem Käfig aus. Ein Wunsch drängt nach Erfüllung. Ein Schritt zur meiner weitern Selbstverwicklichung. Es ist getan. Unumgänglich. Unumstösslich.

Nun lebe ich seit rund vier Wochen mit dieser getroffenen Entscheidung und mit dieser Gewissheit. Es ist ‘meine’ sinnliche Gewissheit. Ihr Inhalt ist die reine Erkenntnis, dass meine Entscheidung für mich die ‘richtige’ war. Ein unbeschreibliches Gefühl. Sie beschreibt den Zustand, ein Ergebnis, ohne gross nachzudenken. Sie ist unschuldig, nicht von anderen Gedanken beeinflusst. Sie ist ein für mich vollkommenes Gefühl. Ein Gefühl, dass ich in dieser Form schon lange nicht mehr wahrgenommen habe.

Danke. Danke für mein verrücktes Leben.

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