Simparica für Hund?

Simparica für Hunde ist ein Arzneimittel gegen Zecken und Flöhe. Es hilft auch gegen weitere Parasiten. Weil diese Kautabletten für Hunde sehr umstritten sind, schauen wir uns die Fakten hier genauer an.

Zecken, Flöhe und Milben sind nicht nur lästige Zeitgenossen. Sie können auch gefährliche Krankheiten auf Ihren Hund übertragen. Deshalb kommt der Vorbeugung große Bedeutung zu.

Was ist Simparica?

Bei Simparica handelt es sich um spezielle Kautabletten für Hunde. Diese werden meist gerne von den Tieren angenommen. Für die heiklen Exemplare können die Tabletten jedoch auch mit Futter gemischt werden.

Die Kautablette enthält den Wirkstoff Sarolaner. Er zählt zu den Isoxazolinen. Diese Wirkstoffgruppe ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Dabei handelt es sich um systemische Insektizide und Akarizide. Sie wirken gegen Zecken, Milben und Flöhe.

Systemisch bedeutet, dass der Wirkstoff oral verabreicht wird. Danach verteilt er sich im Körper des Hunds. Nehmen die Parasiten die Körperflüssigkeiten des Hundes auf, sterben sie.

Die Wirkstoffgruppe der Isoxazoline erkennen Sie am Namen. Sie enden mit -laner. Dazu zählen Sarolaner, Fluralaner, Afoxolaner und Lotilaner.

Wofür wird Simparica eingesetzt?

Simparica wird zur Behandlung von Zeckenbefall eingesetzt. Dabei hat es eine Wirkung von rund fünf Wochen. Im Vergleich dazu wirkt Bravecto mit dem Wirkstoff Fluralaner rund drei Monate.

Außerdem wird Simparica bei Floh- und Milbenbefall eingesetzt. Auch hier gilt eine Wirkung für mindestens fünf Wochen.

Das Tierarzneimittel wird gegen allergische Flohdermatitis und Ohrmilben empfohlen. Außerdem lassen sich damit die Sarcoptes-Räude sowie Infektion der Haut mit Haarbalgmilben behandeln.

Wie oft muss man Simparica geben?

Je nach Anwendungsfall müssen Sie Ihrem Hund Simparica unterschiedlich oft geben.

  • Flöhe und Zecken: Geben Sie Simparica in monatlichen Abständen während der gesamten Zecken- oder Flohsaison. Nur so kann Simparica optimal wirken.
  • Ohrmilben: In diesem Fall wird eine einmalige Dosis verabreicht. Eine tierärztliche Untersuchung nach etwa 30 Tagen soll den Erfolg der Behandlung sicherstellen. Eventuell wird eine zweite Dosis notwendig.
  • Sarcoptes-Räude: Je eine Einzeldosis wird in zwei aufeinanderfolgenden Monaten verabreicht.
  • Demodikose (Haarbalgmilben): In diesem Fall ist eine Einzeldosis in drei aufeinanderfolgenden Monaten notwendig.

Die Behandlung muss solange fortgesetzt werden, bis zwei Proben negativ ausfallen. Dazu wird an zwei aufeinanderfolgenden Untersuchungstagen ein Hautgeschabsel untersucht. Ideal ist ein Zeitabstand von mindestens vier Wochen. Wichtig ist in diesem Fall die zusätzliche Behandlung der Grunderkrankung.

Die empfohlene Dosierung von Simparica liegt bei einer Wirkstoffmenge von 2 - 4 mg/kg Körpergewicht des Hunds. Dafür gibt es fünf Tablettenstärken für jede Gewichtsklasse von 1,3 kg bis 40 kg.

Nebenwirkungen von Simparica Kautabletten

In den Verkaufsbroschüren zitiert der Hersteller Zoetis eigene klinische Studien. Danach traten bei 1.600 Hunden keine Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Juckreiz, vermehrter Speichelfluss oder Lethargie auf.

Im Beipackzettel von Simparica stehen folgenden Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm Probleme
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Zittern
  • Gleichgewicht- und Bewegungsstörungen
  • Krämpfe

Wobei diese Nebenwirkungen als „sehr selten" eingestuft wurden. Konkret bedeutet dies, dass von 10.000 behandelten Tieren weniger als ein Tier unter Nebenwirkungen litt.

Diese Nebenwirkungen sollten normalerweise ohne Behandlung wieder verschwinden. Tun sie dies nicht, sollten Sie unbedingt Ihre Tierärztin um Rat fragen.

Dazu muss gesagt werden, dass jedes Tierarzneimittel Risiken mit sich bringt. Schwere Nebenwirkungen sind jedoch nicht bekannt.

Welche Hunde sollten nicht mit Simparica behandelt werden?

Simparica ist nicht für Welpen unter einem Alter von acht Wochen geeignet. Außerdem müssen Hunde mindestens ein Körpergewicht von 1,3 Kilogramm auf die Waage bringen.

Bei starkem Parasitenbefall kann Simparica unter tierärztlicher Aufsicht dennoch gegeben werden. Das wird Ihre Tierärztin besser beurteilen können.

Für die Zeit der Trächtigkeit und des Säugens gibt es keine belegten Aussagen. Das bedeutet jetzt allerdings nicht, dass Simparica auch während dieser Zeit gefahrlos gegeben werden kann.

Im Gegenteil, Sie sollten Nutzen und Risiko genau abwägen und mit Ihrer Tierärztin besprechen. Als Zecken-Prophylaxe würde ich meiner schwangeren Hündin Simparica jedenfalls nicht geben.

Erfahrungen: Wie gut ist Simparica für Hunde?

Wie eingangs schon erwähnt genießt Simparica nicht gerade den besten Ruf. Grundsätzlich überwiegen die positiven Erfahrungen und Bewertungen. In der Regel wird das Mittel von den meisten Tieren gut vertragen. Gerade bei einem heftigen Flohbefall soll Simparica hervorragend wirken.

Vermutlich ist die negative Grundstimmung vor allem auf Bravecto zurückzuführen. Diese Tabletten wirken deutlich länger und sind damit auch höher dosiert.

Nachfolgeprodukte wie Simparica sind deutlich niedriger dosiert und wirken entsprechend schonender.

Lassen Sie sich nicht von den angeblichen Warnungen vor Simparica im Internet verrückt machen. Einige Facebook Gruppen sind hier sehr aktiv. Dort ist zu lesen, das Tierarzneimittel würde Epilepsie auslösen oder gar zum Tod führen.

Die Motivation dieser Leute kenne ich nicht. Allerdings kenne ich keine Belege für Todesfälle von Hunden, die auf Simparica zurückgehen.

Fragen Sie am besten in Ihrer Tierarztpraxis nach. Dort erhalten Sie eine fachlich fundierte Auskunft.

Wie schnell wirkt Simparica gegen Zecken?

Hat die Zecke bereits gebissen und Sie geben Simparica erst jetzt, dann wird die Zecke erst innerhalb der nächsten 24 Stunden absterben.

Wenn Sie Ihrem Hund Simparica vorher schon gegeben haben, werden Zecken innerhalb von 12 Stunden nach dem Biss abgetötet. In der Praxis geht das deutlich schneller. Laut Beipackzettel hält die Wirkung einer Tablette für 28 Tage an.

Ist Simparica auch gegen Würmer?

Die normale Simparica Tablette mit dem Wirkstoff Sarolaner wirkt nicht gegen Würmer, sondern nur gegen sogenannte Ekto-Parasiten. Das sind Parasiten die Hunde über die Haut befallen, wie Zecken, Flöhe und Milben.

Allerdings gibt es seit dem Jahr 2019 das Arzneimittel „ Simparica Trio „. Es wirkt gegen Floh- und Zeckenbefall sowie gegen Rundwürmer und Hakenwürmer im Darm. Vorbeugend wirkt Simparica Trio auch gegen Herz- und Lungenwurmerkrankungen.

Für diese umfassende Wirkung enthält Simparica Trio die drei Wirkstoffe Sarolaner, Moxidectin und Pyrantel. Innerhalb der EU wurde das Mittel von der Europäische Arzneimittel-Agentur zugelassen.

Was kostet Simparica beim Tierarzt?

Simparica 40 mg Kautabletten für Hunde sind verpackt zu je drei Stück. Der Preis dafür beträgt rund 40 Euro. Diese Menge reicht für einen Hund von etwa 10 bis 20 Kilogramm für drei Monate.

Im Vergleich dazu kostet das Seresto Halsband ebenso etwa 40 Euro. Dieses hat allerdings eine Wirkungsdauer von rund acht Monaten.

Kann man Simparica in der Apotheke kaufen?

Simparica ist ein verschreibungspflichtiges Medikament das Sie nur in Apotheke kaufen können. Außerdem benötigen Sie von Ihrer Tierärztin ein Rezept für Simparica.

Simparica ohne Rezept kaufen, aus dem Ausland?

Auf keinen Fall würde ich Ihnen raten ein Medikament ohne Rezept im Ausland zu kaufen oder aus dubiosen Quellen im Internet zu bestellen. Aus gutem Grund sind die Kautabletten nur mit einem Rezept erhältlich und verschreibungspflichtig.

Eine Kautablette mag den Eindruck von einem harmlosen Halsbonbon erwecken. Dabei greift der Wirkstoff Sarolaner jedoch ganz massiv in das Nervensystem der Parasiten ein. Und das hat Folgen für die Umweltverträglichkeit.

Denn das Medikament wird in aktiver Form über den Kot ausgeschieden. Damit wirkt Sarolaner auch außerhalb des Hundekörpers auf Umwelt und Tiere wie etwa nützliche Insekten.

Warum sollte eine Anwendung von Simparica gut überdacht werden?

Mittlerweile gibt es viele Präparate auf dem Mark, mit Wirkstoffen für unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten. Bekannt sind Tabletten wie Bravecto und Simparica. Daneben gibt es Spot-Ons wie Frontline oder Advantage.

Die Dritten im Bunde sind Halsbänder. Hier sind die beiden Halsbänder Seresto und Scalibor die führenden Marken. Jedes dieser Mittel hat Vor- und Nachteile.

Der größte Nachteil von Simparica ist definitiv, dass es nicht als Repellent wirkt. Das bedeutet, der Parasit muss erst zubeißen, damit die Kautablette wirken kann und den Parasiten tötet. Dies geschieht in der Regel erst nach etwa drei bis vier Stunden.

Und genau hier liegt das Problem. Eine Übertragung von gefährlichen Krankheiten lässt sich damit kaum vermeiden.

Halsbänder und Spot-Ons sind eben derartige Repellentien. Der Wirkstoff befindet sich nicht im Hund, sondern auf der Körperoberfläche. Dies sorgt dafür, dass die Parasiten absterben, bevor es zum Biss kommt. Damit wird einer Krankheitsübertragung aktiv vorgebeugt.

Deshalb eignet sich Simparica nicht zur Vorbeugung gegen Zecken. Dazu kommt, dass der Wirkstoff der Tabletten während der gesamten Wirkungsdauer im Körper des Hundes erhalten bleibt. Benötigt der Hund eine medikamentöse Therapie oder eine Narkose, könnte es zu Wechselwirkungen kommen.

Was ist für Ihren Hund das richtige Arzneimittel?

Sie sollten gut überlegen, welches Mittel für Ihren Vierbeiner ideal ist. Lassen Sie dabei Überlegungen wie Zeckengebiete oder mögliche Risiken für Milben- und Flohbefall nicht außer Acht. Jedes Tier ist individuell.

Sollte Ihr Hund bereits mit Magen- und Darmproblemen kämpfen, wird Simparica wahrscheinlich nicht so gut vertragen.

Viele Fragen bleiben hier zu beantworten, um das richtige Tierarzneimittel zu finden. Jedes Wohngebiet oder auch Reisegebiet ist individuell. Leben Sie in einem Zeckengebiet? Reisen Sie mit Hund?

Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer von Ihrer Tierärztin beraten. Sie wird gemeinsam mit Ihnen das perfekte Mittel finden, das Ihren Hund optimal vor lästigen Parasiten schützt.

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