Simbabwe: einmal nicht aus westlich verklärter Sicht

Das über dem Westen missliebige Länder gerne Gruselmärchen erzählt werden, ist zwar vielen, aber immer noch zu wenig Menschen bewusst.
Und dabei müsste dieser Schwindel eigentlich jedem auffallen. Denn kein Land dieser Erde war oder ist so schlecht, dass es nicht irgend etwas positives zu berichten gäbe. Nur liegt die Betonung auf eigentlich, denn die Gehirnwäsche funktioniert hervorragend. Der Massemensch benötigt seine primitiven Einteilungen in durchweg "Gut" und durchweg "Böse", sonst ist er mit seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit schlichtweg überfordert. Hinzu kommt, dass sich besonders gerne die Verlierer und Minderbemittelten im Westen dadurch zu erhöhen versuchen, in dem sie andere und anderes in ihrer Vorstellung abwerten. Sie sehen den Splitter im Auge des Anderen, aber nicht den Balken vor dem eigenen Kopf (nach Mt.7, 1-5).
Der Mensch ist einfach gestrickt. Am schlimmsten sind diejenigen unter ihnen, die meinen, die Wahrheit zu kennen. Das sind die Gehirngewaschensten und die Größenwahnsinnigen. Diejenigen, die von den Rattenfängern aller Zeiten besonders gut am Nasenring durch die Manege gezogen wurden.
Meister Nietzsche meinte, der Mensch sei ein "sprechender Affe". Ich gehe einen Schritt weiter und meine, der Mensch ist ein dressierter Affe. Und zwar ein sich selbst dressierender Affe, der sich oftmals von nichts weiterem dressieren lässt, als von seinen eigenen Wahnvorstellungen oder "besser" noch von den Wahnvorstellungen, die ihm durch das Ministerium der Wahrheit vermittelt werden.
Ich habe mit vielen alten Menschen gesprochen. Nicht nur mit Deutschen. Was sie als Zeitzeugen über ihre Wahrnehmung vom Dritten Reich zu berichten wussten, unterschied sich von dem, was uns als Nachgeborene in der Schule und von Knopp vermittelt wird. Das Dritte Reich bestand für diese Zeitzeugen nicht zwangsläufig aus Auschwitz. Millionen deutscher Soldaten hätten sich für solche Verbrechen nicht zumeist freiwillig geopfert. Es muss also andere Gründe gegeben haben. Ob sie uns in den Kram passen oder nicht. Völlig egal.
Für mich ist das Empfinden der Alten insoweit nachvollziehbar, weil ich beobachten kann, wie heute über die DDR berichtet wird.
Ich bin in der DDR aufgewachsen und gehöre sogar zu diejenigen, die es fertigbrachten, aus der Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen entlassen zu werden, um sich "bis Null Uhr" ins nichtsozialistische Ausland verflüchtet zu haben.
Ich habe in den 23 Jahren, die ich in der DDR lebte, kein einziges Mal nach Bananen angestanden und dabei auch keine dieser Dinger vermisst. Meine Eltern haben das auch nicht gemacht. Und dennoch gab es auch bei uns ab und zu Bananen. Vertraue ich aber dem Wahrheitsministerium und den Historikern, so soll mir der Eindruck vermittelt werden, dass meine Erinnerung an meine Zeit in der DDR eine einzige Täuschung ist.
Kleine Anekdote am Rande.
Vor wenigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, einen Auszug aus einem Buch zu lesen, das sich ausschliesslich mit der Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR in Erfurt und zwar angeblich wissenschaftlich (!) befasst. Dieses Buch wurde von einer gewissen Heinz und dem thüringischen Ableger der Gauck-Behörde herausgegeben und soll künftigen Historikern als Forschungsgrundlage dienen. Darin heißt es u.a., dass das Essen in der Erfurter Stasi-U-Haft von schlechter Qualität gewesen sein soll.
Wissen sie, liebe Leser, ich will mich damit nicht rühmen, aber es entspricht nun einmal der Wahrheit, dass ich zwischen August und Oktober 1989 ungewünscht Gast in dieser Stasi-Einrichtung war. Zuvor hatte ich, aber nicht in dieser Sache, die Bekanntschaft mit mehreren DDR-Polizei-U-Haftanstalten und Strafvollzugseinrichtungen, als auch - nun in dieser Sache - mit der Stasi-U-Haft in Hohenschönhausen gemacht.
Aus diesem Grund maße ich es mir an, das Knast-System der DDR beurteilen zu können. Wenn nicht zu 100%, dann doch zu 100% besser als jemand, der niemals Gefangener dieses Systems war und seine Brötchen nachweislich damit verdient, BRD konforme Legenden über dieses System zu erfinden.
Wenn es etwas gibt, was an der Stasi-U-Haft in Erfurt lobenswert war, dann kommt man an das Essen nicht vorbei. Das bezieht sich auf die Qualität und Quantität des Essens.
Ich habe in meiner Erfurter Zeit eine Person mitbekommen, die dieses Essen verweigerte. Dies aber nicht, weil es "schlecht" war, sondern aus allgemeinen Protest darüber, weil die betreffende Person inhaftiert wurde. Allen anderen Mithäftlingen ging es bezüglich des Essens genauso wie mir.
Doch zurück zur hiesigen Berichterstattung über missliebige Länder.
Der Betreiber der Netzseite "Einartysken" hat einen Bericht von André Vltchek ins Deutsche übersetzt, der sich mit Simbabwe beschäftigt. Der Westen und seine UNO behaupten u.a. über Simbabwe, dass die Hauptstadt Simbabwes die "schlimmste Stadt der Welt" sei.
André Vltchek klärt uns darüber auf, dass diese chronische Behauptung des Westens über Simbabwe weniger den Tatsachen als viel mehr den politischen Wunschvorstellungen des Westens entspricht.
Für mich ist André Vltchek glaubwürdig. Und die propagandistische Hetze des Westens gegenüber Simbabwe erinnert nicht nur an die Legenden über die DDR, die von den einschlägig bekannten Gehirnwäsche-Institutionen erfunden oder verbreitet werden. Kritik zu üben, ist die eine Sache. Verhetzung zu betreiben, die andere.
Wie gesagt, kein Land ist nur "böse" und kein Land nur "gut".
Und was die achso aufklärerischen und aufgeklärten Medien im Schlaraffenland des Westens betrifft, die ja allein schon gar nicht lügen oder irreführen können, weil sie ja die "Vierte Gewalt" im irdisch-westlichen Paradies darstellen und der unfehlbaren "Pressefreiheit" unterliegen, so möchte ich an die Worte (m)einer Seelenverwandten erinnern:
Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer Tyrannei?
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)
P.S. Marie von Ebner-Eschenbach, gebürtige Gräfin Dubsky, war sechs Jahre alt, als man in Deutschland die letzte Hexe verbrannte. Was für ein Glück! Ich bin mir sicher, dass diese weise Frau sonst vor lauter Nächstliebenden das Schicksal so vieler Querdenkerinnen geteilt hätte. So viele ihrer zeitlosen Aphorismen, die sie uns hinterlassen hat, würden heute nicht unsere Seelen und unseren Verstand liebevoll und zärtlich streicheln. Und uns Mut zusprechen.

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