SIETAR Regionalgruppe München


Konfliktmanagement im interkulturellen Training Die Notwendigkeit und die Grenzen des
"Herausholens aus der Komfortzone"

Workshop am 10. Februar 2011 in München
Ein interaktiver Abend wurde von Thu Phong Vuong und Andreas Hauser moderiert, bei dem SIETAR-Mitglieder und Interessierte Übungen vorstellten, Erfahrungen austauschen konnten und angeregt über Methoden im interkulturellen Training diskutierten. Konfrontationsmethoden Wie erreicht man in interkulturellen Trainings die Teilnehmer? Wie erzielt man einen nachhaltigen Lernerfolg? Wie stark darf und soll man die Teilnehmer konfrontieren, ihre Erwartungen aushebeln und sie aus ihrer Komfortzone herausholen – und was darf nicht passieren?Einstiegsübungn   Thu Phong begann den Abend mit einer Übung: Ohne sich vorzustellen – sitzend und über Unterlagen gebeugt – befahl er den Teilnehmer aufzustehen, sich wieder hinzusetzen, wieder aufzustehen, wieder hinzusetzen... n   Danach sprang er auf, lachte in die Runde und bedankte sich ganz herzlich – um dann gleich in das Debriefing zu gehen:
n   Einige TN waren den Anweisungen nicht gefolgt: ¡   kein Blickkontakt¡   barscher Ton¡   Lautstärke¡   kein Sinn
SIETAR Regionalgruppe MünchenThu Phong Vuong beim Debriefing seiner Übung
n   Es gibt keine universellen Gründe oder Werte, die ein Mitmachen oder ein Verweigern bei einer Übung begründen – alles basiert auf der Wertung der Wahrnehmung durch die Teilnehmer selbst
(Beispiel: beim Militär wären die o.g. Anmerkungen kein Grund, den Anweisungen nicht Folge zu leisten)
n   Wichtig bei jeder Art von Konfrontationsmethodik:¡   die Übung muss sehr gut vorbereitet sein¡   der Trainer muss authentisch wirken¡   die Rolle der Konfrontation muss offensichtlich wieder aufgelöst werden (Gestik, Mimik, Ton).
Was bedeutet Konfrontation im IK Training?n   Was bedeutet eigentlich der Begriff „Konfrontationsmethoden“, was soll er bewirken bzw. auslösen? n   Klarer wird das Konzept, wenn man „Herausholen aus der Komfortzone“ der TN spricht. Andere Begrifflichkeiten wurden genannt: „induzierter Kulturschock“, „positive Verstörung“, „Spiel mit Unsicherheiten“.n   Ziel dabei ist es, einen nachhaltigen Aha-Effekt bei den TN auszulösen, indem man sie in eine unangenehme Situation befördert, um Emotionen hervorzuholen und auf dieser Ebene mit ihnen zu arbeiten.n   Die Wertvorstellungen der TN werden dadurch sichtbar gemacht => Selbstreflektion aufgrund des aufgezeigten eigenen Verhaltens soll erreicht werden.n   Eine Gefahr besteht darin, TN vor den Kopf zu stoßen, zu weit zu gehen und sie dadurch zu verlieren, weil sie das Vertrauen zum Trainer verlieren oder sich nicht mehr wohl fühlen, sich zu öffnen und aktiv am Training teilzunehmen.
SIETAR Regionalgruppe MünchenBlick in die aufmerksame Teilnehmerrunde
Wie können Konfrontationsmethoden im IK Training angewendet werden?n   Unterschiedliche Menschen empfinden verschiedene Verhaltensweisen als Konfrontation: einige sperren sich gegen die Autorität, andere wollen sich einfach nicht aus der Reserve locken lassen, wieder andere möchten nicht vor Publikum stehen – oder sie sind einfach zu empfindsam, um mit direkten Trainingsmethoden umzugehen.n   Dasselbe trifft auch auf Trainer zu: während manche mit spielerischer Leichtigkeit konfrontieren und die Auseinandersetzung in unangenehmen Situation suchen, sind andere eher auf sanfte Methoden und eine gute Stimmung innerhalb der Trainingsgruppe aus.n   Die Art der Trainingsmethoden sollte nach einhelliger Meinung der Authentizität der/des Trainerin/s folgen und Rücksicht auf die Belange der Teilnehmer nehmen.n   Nationalkulturen können, müssen aber nicht einen Einfluss auf die Verträglichkeit von Konfrontationsmethoden ausüben => unterschiedliche Reaktionen sind wohl eher auf die Persönlichkeit zurückzuführen.n   ! Allerdings: Thu Phong hat seine Einstiegsübung noch nie in China angewendet, weil er die Reaktion noch nicht einschätzen kann.n   Eine weitere Idee ist, nicht mit Schwächen zu konfrontieren sondern ein verändertes Verhalten positiv zu verstärken.

Möglichkeiten zum Einsatz und Übungsbeispielen   Ein besonders guter, aber auch heikler Moment für die Methode ist der Beginn des Trainings: TN und Trainer kennen sich noch nicht, das Treffen bringt unterschwellige Erwartungen mit sich, die dadurch bewusst enttäuscht werden können.n   Weitere Übungsbeispiele: ¡   Teilnehmer raten Besonderheiten und Vorlieben des Trainers¡   Japaner beginnt ein Training in sehr schlechtem und holprigem Englisch¡   Trainer spielt unerkannt eine andere Rolle (Putzfrau, Elektriker)SIETAR Regionalgruppe München
n   Sehr wichtig ist das ordentliche Debriefing sowie das direkte Aufzeigen eines Lerneffektes für die TN – sonst gleitet die Eröffnung ins Unprofessionelle ab und die Glaubwürdigkeit in die Fähigkeiten des Trainers ist beeinträchtigt.n   Wenn die TN einen Aha-Effekt von der Einstiegsübung mitnehmen, dann ist das Vertrauen in den Trainer von Anfang sehr stark !
Grenzen der Methodikn   Nach Ansicht der Trainer gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden sollten: ¡   Nicht in die Panikzone bringen¡   Kein Gesichtsverlust¡   Hierarchien sind zu achten¡   bei offenem Protest sofort abbrechen¡   ein Nicht-Wollen muss akzeptiert werden
ZusammenfassungZusammengefasst lässt sich festhalten, dass der Einsatz von Konfrontationsmethoden im interkulturellen Training eine gute Möglichkeit sein kann, einen nachhaltigen Effekt und einen anhaltenden Trainingserfolg bei den TN zu erzielen. Allerdings sollte der/die Trainer/in sich sehr genau bewusst sein, wo die Gefahren des „Herausholens aus der Komfortzone“ liegen und wo die Grenzen zu ziehen sind.
Für weiteren Austausch und Kontakt stehen die beiden Moderatoren
gerne bereit!
Thu Phong Vuong
Telefon:  +49 (0)40 88143240
[email protected]
www.chinaverstehen.de
  
Andreas Hauser 
Telefon:  +49 (0)8143 999480
[email protected]
www.developingculture.com
www.sieter-deutschland.de

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