Shao Yinong + Mu Chen: Assembly Halls

Changgang (© Shao Yinong & Mu Chen)Bis 1976 waren die Räume, die den Bildgegenstand der Serie Assembly Halls ausmachen, zentrale Orte der Versammlungen der chinesischen Kulturrevolution. Hier wurden Propagandaveranstaltungen abgehalten und zum Teil willkürlich über das Leben von Menschen entschieden. Öffentliche Demütigungen und Denunziationen gehörten zur Tagesordnung. Die Aufnahmen Fotografien sind ab 1. September im Forum für Fotografie zu sehen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der 21. Internationalen Photoszene Köln 2012.

Ausstellungsbeschreibung

Das bekannteste Projekt des Ehe- und Künstlerpaars Shao Yinong (geboren 1961) und Mu Chen (geboren 1970) ist die Serie Assembly Halls. Die zwischen 2002 und 2006 entstandene serielle Fotoarbeit zeigt ehemalige Versammlungsräume aus der Zeit der Kulturrevolution in ihrem gegenwärtigen Zustand. Die leerstehenden Räume werden durch diese Arbeiten zu Zeitzeugen des rasanten gesellschaftlichen Wandels Chinas.

Bis 1976 waren die Räume, die den Bildgegenstand der Serie Assembly Halls ausmachen, zentrale Orte der Versammlungen der Kulturrevolution. Hier wurden Propagandaveranstaltungen abgehalten und zum Teil willkürlich über das Leben von Menschen entschieden. Öffentliche Demütigungen und Denunziationen gehörten zur Tagesordnung.

Alle Räume wurden streng frontal dokumentiert. In ihrer unsentimentalen Neutralität zeigen die Aufnahmen die jetzt vorgefundene Raumsituation, die teilweise noch vom Vergangenen zeugt. Andere Versammlungssäle sind so radikal neuen Funktionen zugeführt worden oder so stark verfallen, dass nur noch wenige Spuren der hier stattgefundenen Ereignisse sichtbar sind.

Die Serie der Assembly Halls lässt Rückschlüsse auf die radikalen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten 40-50 Jahre in China zu und macht Geschichte als Spur im architektonischen Körper erfahrbar.

Eine zweite Serie des Künstlerpaars zeigt Installationen an Gebäuden, welche ebenfalls eine Bildkultur der Erinnerung visualisiert.
Während der Kulturrevolution wurden die Fenster von unzähligen Gebäuden mit X-förmig angebrachten Klebstreifen armiert um die Menschen vor herumfliegenden Splittern bei den angeblich kurz bevorstehenden kapitalistischen Bombenangriffen zu schützen.

Diese Propagandamaßnahme führte dazu, dass auf den Fenstern das Schriftzeichen X für das Wort „MI“ (auf Deutsch „Reis“) zu lesen war, was ungewollt provokativ den Gedanken an eine politische Demonstration assoziierte.

Quelle: 21. Internationale Photoszene Köln 2012

Wann und wo

Forum für Fotografie
Schönhauser Straße 8
50968 Köln

1. September bis 28. Oktober 2012


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