Sexueller Mißbrauch an einem (männlichen) Kind

Auf die erste Version meines „Märchens“ reagierte ein/e Kommentator/in mit dem Fallbeispiel eines 59 Jahre alten Mannes, der ein 11 Jahre altes Mädchen…ich erspare mir die schmutzigen Details  einer SM Beziehung mit Todesfolge, wir haben alle Fantasie genug.

Mich hat die Reaktion dieses Menschen entsetzt.

Kann man das, was zwischen einem gerade 14 Jahre altem Jungen und einem noch 13 Jahre altem Mädchen passiert  mit einem solchen Beispiel kontern? Wer das macht setzt eine männliche Jungfrau gleich mit einem ausgewachsenen, sexuell gereiften und in die Jahre gekommenen Mann. Das paßt ins feministische Bild. Wenige (Männer) machen etwas und alle (Männer und die Jungen gleich mit) werden schuldig gesprochen. Das ist  eine Vorverurteilung eines ganzen Geschlechtes!

Es ist geschmacklos ein extremes Beispiel zu benutzen, um es einem unschuldigen Jungen um die Ohren zu schlagen.  Wie soll dieser sich dagegen wehren? Wie soll er darauf reagieren? Seine aufkeimende Lust und Sexualität wird mit Dreck beworfen, er womöglich für sein weiteres Leben stigmatisiert.

Mit einem solchen Beispiel zu kontern ist auch nicht pädagogisch wertvoll. Wer gute Erziehung praktizieren will, wird seinem Kind nicht vor die Nase halten wie sch….. es ist. Ein solches Beispiel ist degradierend, zerstörerisch macht im schlimmsten Fall eine (männliche) Seele kaputt, auf jeden Fall verunsichert es weckt die Erwartung  bei Jungen und Mädchen dass etwas Schlimmes  mit der männlichen Sexualität verbunden sein muss. Diesem Stigma ist die weibliche Sexualität gerade entronnen, doch nicht, um es nun dem Manne heimzuzahlen, oder?

Soll ich wie diese/r Kommentator/in  auf die Mutter und den Vater des Jungen zugehen? Das ist fachlich völlig daneben. Nach dem Motto, da sehen sie mal welch schlimmes Potential im Phallus ihres männlichen Kindes steckt. Ich wäre weder  Hilfe noch Trost für diese Familie, die voll Schreck zur Kenntnis nehmen muss: Unser (männliches) „Baby“ wird ein Leben lang mit dem Stigma eines „Täters“ zurechtkommen müssen.  Eine Schuld qua Geburt.

Pech gehabt mit den falschen Geschlechtsmerkmalen geboren.

Aber  müßten wir in einem aufgeklärten, demokratischen Land nicht längst fern von solchen mittelalterlichen Vorstellungen sein? Mit Geschlechtergereichtigkeit hat das nichts zu tun und es entspricht auch nicht den Tatsachen unendlich oft gelebter männlicher und weiblicher Sexualität. Was glauben Sie wie viele Männer und Frauen gerade in diesem Moment ganz herrliche gemeinsame Stunden miteinander erleben, aus denen sie gesättigt und überaus zufrieden wieder in den Lebensalltag hinein gehen? Das ist die Regel.

Leider hat die Strategie dieses/r Kommentators/in Methode. Eine männliche Ausnahme soll die männliche Regel bestätigen. Das greift hier allerdings wiederum zu kurz. Denn es gibt auch weibliche Ausnahmen und die müssen dann geschlechtergerechterweise auch die Regel bestätigen (dürfen).

Das Märchen „gegendert“:

Ein 13 jähriger Junge entdeckt seine Sexualität.  Halb Kind halb Mann experimentiert das Kind (rechtlich gesehen) mit seinen Reizen. Es probiert verschiedene Frisuren aus, raucht, kleidet sich männlich und spielt „soft erotische“ Spiele  mit Klassenkameradinnen.  Es bindet sich an ein fast 4 Jahre älteres Mädchen, bereits seit vielen Monaten. Prahlt im Klassenraum damit Sex mit ihr gehabt zu haben.

Auf einer Klassenfahrt, fern dieser Freundin, mit der die „Beziehung“ mal gekappt ist und mal steht, poussiert er mit einer nur wenige Monate älteren, aber knapp 14 Jahre alten Klassenkameradin. Macht ihr Hoffnungen und quittiert ihre Berührungen (am rechtlich kindlichen Hinterteil) mit einem ermutigenden Grinsen.

Nach der Klassenfahrt dann eine mehrwöchige Kontaktpause.

Eine für Aussenstehende „harmlose“ Situation bringt die Sache letztlich in eine Schieflage, die man getrost als „pervers“ bezeichnen  kann.

Das Mädchen greift dem Jungen von hinten in die Seiten, als er in einem Gespräch mit einem anderen Mädchen ist. Statt aufzukreischen quittiert er ihr Verhalten dieses Mal mit einem „Laß dass!“ und einem Tritt an ihren Oberschenkel. Uppss, welche Wandlung.

„Neben weiteren zum großen Teil in der Kindheit begründeten Risikofaktoren sexueller Vikimisierung bzw sexuellen Gewalthandelns identifizierten Krahé und Scheinberger Ohlwig die uneindeutige Kommunikation (Autorin: des Jungen/Mannes?) als einen zentralen Faktor, der Ursache sexueller Übergriffe. Hierbei wird zwischen „token resistance“ (nein sagen aber ja meinen) und „compliance“ ( ja sagen aber nein meinen) unterschieden… Das heißt die Frauen, die uneindeutige Kommunikation zeigen, haben ein erhöhtes Risiko, Opfer sexueller Gewalt zu werden“. (Aus: „Gegen Gewalt in Paarbeziehungen“ Handbuch zur Ausstellung, Landeskriminalamt Niedersachsen)

Gezielt  erzählt der Junge seiner Freundin kurz darauf, das Mädchen hätte ihn „angetatscht“, in dem Wissen, diese würde darauf aggressiv reagieren. Die Freundin ist eine einschlägig bekannte Schülerin.

Gleich darauf wird das Mädchen im Klassenraum von der Freundin verprügelt. „Ich fick dein Leben!“ sagt sie, während die Faust bedrohlich über dem Mädchen schwebt, ihr Kopf  mehrfach gegen einen Schrank gedrückt und abschließend noch auf die am Boden liegende Minderjährige eingetreten wird.

Im Hintergrund ruft eine „Schlag zu“. Die Klasse schweigt, man kennt die Freundin und wagt keinen Widerspruch. Lehrer abwesend, Schulsozialarbeiter im Flur, kriegt aber nichts mit. Er hat was mit anderen Jungen zu regeln.

Ein Bericht der Schule, inklusive „angetatscht“, eine Anzeige der Schule und schwupps wendet sich das Blatt.

Das weibliche Opfer einer Körperverletzung wird wegen „sexuellem Mißbrauch eines  Kindes“ angezeigt, (s.o. der Junge ist erst 13 Jahre alt, aber nach eigener Aussage keine Jungfrau mehr und äusserte „sie hat mich angetatscht“.) Der Junge behauptet das sei mehrfach geschehen und er hätte es nicht gewollt, das auch deutlich gesagt (token resistance?) Man bedenke die Freundin ist von der Schule suspendiert. Das ist mit 17 auf der Hauptschule kein schönes Ereignis. Männliches  Helfersyndrom?

Merken Sie wie ungerecht diese ganze Geschichte ist?

 



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