Kaum ist der Schnee weg, recken sie auch schon ihre Blätter und Blüten aus dem Boden hervor: Giersch, Veilchen, Gänseblümchen, Bärlauch, Brennnessel, Schlüsselblumen & Löwenzahn um nur einige, der bekanntesten Vertreter der "Jungen Wildpflanzen" zu nennen.
Die Kraft der Erneuerung, die nicht nur die Natur jedes Jahr nach ihrem langen Winterschlaf wieder erweckt, spüren auch wir ganz deutlich! Sonne, Licht, Wärme und Leichtigkeit kehren mit dem Frühling auch wieder in unser Leben zurück. Sich der Macht des Frühlings zu entziehen, ist unmöglich, es hieße die Regeln der Evolution außer Kraft zu setzen. Er liegt eben nicht nur in der Luft der Frühling, sondern er findet auch in unserem Körper, unserem Stoffwechsel statt! Und dass spüren wir natürlich auch, denn die Umstellung der Lichtverhältnisse und der Temperaturen verlangt unserem Körper, nach der langen Trägheit des Winters wahre Höchstleistungen ab. Die Energiereserven des Körpers sind bei vielen, durch mangelndes Bewegungsverhalten und energiereiche aber vitalstoffarme Ernährung fast aufgebracht. Hormonhaushalt und Stoffwechsel müssen der neuen Jahreszeit entsprechend angepasst werden und durch das steigen der Temperaturen, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt ab. Die viel zitierte „Frühjahrsmüdigkeit“ mit all ihren unangenehmen Symptomen wie bleierne Müdigkeit, Wetterfühligkeit, Kreislaufproblemen, Gereiztheit und Erschöpfung ist die Folge davon.

Der Frühling
verschafft nicht nur der Natur sondern auch uns Menschen Jahr für Jahr eine
Chance zum Neubeginn. Ein idealer Zeitpunkt also um mit Hilfe der Natur
und ihren reichen Wildpflanzen Schätzen nicht nur der Frühjahrsmüdigkeit entgegenzuwirken
sondern vielleicht ja dadurch auf Dauer zu einem achtsameren, gesünderen und
erfüllenderen Lebensstil zu finden.
Was also liegt näher, als das Angebot von Gänseblümchen, Brennnessel, Löwenzahn & Co. zu nutzen, stehen sie uns doch kostenlos als Geschenk von Mutter Natur zur Verfügung! Alles was wir tun müssen ist uns dieses Geschenks bewusst zu werden und uns diese gesunden aber auch hocharomatischen Naturzutaten zu Nutze machen. Ganz gleich ob als Tee, Heilmittel oder Essenszutat, wer einmal die Kraft der heilsamen, wilden Pflanzen für sich entdeckt, will diese sicher nicht mehr missen!
Als Gesundheitspädagogin und schamanisch Praktizierende ist es mir in meiner Arbeit ein Anliegen, Menschen zu ermutigen und zu stärken. Sie daran zu erinnern, welch große Kraft ihnen innewohnt und sie mit dieser zu verbinden. Das Wissen um das, was dem Menschen gut tut, was ihn in Seele, Geist und Körper stärkt, gehört hier allen voran dazu. Jetzt im Frühling sind die Wildpflanzen besonders zart und randvoll mit wichtigen Inhaltsstoffen. Frisch gegessen oder in schmackhaften Speisen genossen helfen sie uns zu "Entgiften", den Stoffwechsel anzukurbeln, das Immunsystem zu stärken und damit die Frühjahrsmüdigkeit erst überhaupt nicht entstehen zu lassen oder sie loszuwerden.
Essen und Trinken sind elementare Dinge, was liegt also näher, als die Wildpflanzen zur Erhaltung der Gesundheit nicht nur im Frühling sondern regelmäßig, das ganze Jahr über in den Speiseplan einzubauen und zu genießen. Wie von selbst werden sie so, in kleinen Portionen genossen, zur heilsamen Vorsorge "Medizin". Mit meiner WildenWeiberKüche habe ich mich dieser Philosophie seit mehr als 10 Jahren verschrieben. Es liegt mir am Herzen Menschen wieder für die "Wilden Schätze" der Natur und den wertschätzenden Umgang mit ihnen zu sensibilisieren. Die Menschen zum Einsatz von Wildpflanzen und Blüten in der täglichen Küche zu motivieren. Meine "Wilden Küchenexperimente", präsentiert in meinen Kochbüchern, in Kursen und auf sozialen Netzwerken sollen zum Nachmachen motivieren und zugleich Inspirationsquelle für eigene Experimente sein!
Letzte Woche durfte ich "Reginas WildeWeiberKüche" wieder mal im Rahmen eines Beitrages für SERVUS TV präsentieren. So einige Tipps und Rezepte gebe ich da aus meinem "WildenWeiberLeben" zum Besten. Mit dabei auch ein absolutes Lieblingsrezept aus meinem Kochbuch "Wilde Naschereien", der Schlüsselblumenpudding. Das Rezept dafür teile ich gerne vorab schon mit euch! Die Ankündigung zum Beitrag, der im Laufe der nächsten Woche ausgestrahlt wird, findet ihr dann auf meinen sozialen Netzwerk Portalen (Facebook, Instagram).
So das wär's auch schon wieder für heute!
Zutaten
Schlüsselblumen Pudding
- 1 Vanilleschote
- 4 Esslöffel Schlüsselblumen getrocknet (Apotheke)
- 300 ml Milch und 200 ml Schlagobers
- 2 Dotter
- 2 EL Milch
- 35 g Speisestärke
- 1 EL Honig
- 8 Kompottmarillen (oder anderes saisonales Obst nach Wahl, Erdbeeren, Himbeeren, ...)
- 250ml Schlagobers
- 1 EL Rohrohrzucker
- 1 Handvoll Minze Blätter

- Für das Minzobers die Minze Blätter mit dem Rohrohrzucker im Mörser fein vermahlen und mit dem Schlagobers verrühren. Zum Aromatisieren 1 Stunde in den Kühlschrank geben.
- Für das Fruchtmus die Kompottmarillen in ein Gefäß geben und mit dem Pürierstab fein pürieren. Mus auf 4 Dessertgläsern verteilen und kühlen.
- Für den Schlüsselblumen Pudding Milch und Schlagobers mit Schlüsselblumen sanft zum Köcheln bringen, Topf vom Herd nehmen und 30 Minuten ziehen lassen. Blüten abseihen.
- Vanilleschote längs mit einem scharfen Messer halbieren und Mark herauskratzen.
- Schlüsselblumenmilch zusammen mit dem Mark in einem Topf nochmals zum Kochen bringen.
- Dotter mit zwei Esslöffeln Milch und Speisestärke glattrühren, Stärkemischung unterrühren, Schlüsselblumenpudding noch einmal kurz aufkochen lassen.
- Topf vom Herd nehmen, Pudding etwas überkühlen und auf die mit Fruchtmus befüllten Dessertgläser verteilen. Kühl stellen! Damit sich keine Haut bildet, den warmen Pudding mit Frischhaltefolie bedecken.
- Aromatisiertes Schlagobers aufschlagen und mit Honig süßen.
- Pudding aus dem Kühlschrank geben mit Minzobers, kandierten Blüten und Minze Blättchen garniert servieren.
Schlüsselblume Die Schlüsselblume ist allgemein für Ihre schleimlösende Wirkung bei Husten bekannt darüber hinaus wird ihr aber auch eine beruhigende, schlaffördernde, herzstärkende und stimmungsaufhellende Wirkung zugeschrieben. So sah z.B. Hildegard von Bingen in ihr ein wahres Nerventonikum. Aber auch kulinarisch hat die zarte, sonnige Wildblume so einiges zu bieten. Ihre Blätter verfeinern vom Frühling bis weit in den Sommer Wildkräutersalate oder Eierspeisen. Mit ihren Blüten lassen sich ganz besonders feine Spezialitäten wie z.B. Schlüsselblumen Likör, Sirup, Honig, Eis, Pudding aber auch Essig herstellen.
Zu beachten! Die Schlüsselblume steht in vielen Regionen unter Naturschutz deshalb nur im eigenen Garten anbauen und ernten. Getrocknetes Schlüsselblumenkraut kann man in der Apotheke kaufen.