[Senf] eINK ohne Ende

In den vergangenen Jahren habe ich mein Portfolio an eINK‑Geräten massiv aufgerüstet. Wozu braucht man so viel (wahrscheinlich BRAUCHT man nicht mal die Hälfte) und wie setze ich sie ein? Warum sind sie für mich so praktisch? Ein Bericht.

Kindle Paperwhite

Kommen wir zum OG. Nachdem ich den Markt erst sondiert hatte, bin ich recht schnell beim Kindle Paperwhite gelandet. In der 11. Generation gibt es einen Darkmodus, viele Helligkeitslevel und verschiedene Farbtemperaturen. Dank eINK hält der Akku Monate.

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Das Buchcover kann für den Sperrbildschirm ausgewählt werden und ist so schnell dabei. Die Berechnung der Lesezeit ist bei Amazon herausragend und von Gerät und Buch unterschiedlich. Der Paperwhite ist klein, handlich und somit perfekt für das Bett oder für unterwegs. Wasserdicht (für die Badewanne zum Beispiel) ist er auch noch.

Also ein Top-Produkt, oder? Mein Paperwhite hat mich vor dem Bericht bereits verlassen. Die Lesegeschwindigkeit ist deutlich schlechter als auf dem Scribe (in einem Buch reden wir von 30–50 Minuten Unterschied). Und er ist redundant. Witzig: Für die meisten ist er genau das richtige Gerät.

Kindle Scribe

Das ultimative Leseerlebnis steht beim Scribe nicht im Vordergrund und dennoch glänzt er damit. Nirgends lese ich meine Bücher schneller. Im Querformat, zeigt der Scribe mir zwei Seiten auf einmal an, wie in einem Buch. Der Helligkeitssensor (den mein Paperwhite nicht hatte) passt automatisch die Helligkeit an.

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Dank Stift sind Fachbücher genau auf diesem Gerät zu Hause. Unterstreichen und Gedanken dazuschreiben ist super einfach. Früher habe ich auch Daily Scribbling auf dem Scribe durchgeführt. Den Paper Pro hat er – trotz „geht so“-Schreibfunktionalitäten – in die Tasche gesteckt.

Dennoch ist der Scribe für mich mittlerweile fast nur noch ein Lesegerät für eBooks. Die minimalen Schreibfunktionen – auch wenn man endlich Formen erstellen kann – und der billige Stift – das ist immer schlimmer geworden – haben mich umdenken lassen. Der Bildschirm ist genial. So wie ich verwendet wohl kaum jemand den Scribe.

XTeink X4

Trotz der – im wahrsten Sinne des Wortes – großen Konkurrenz, hat ein ganz Kleiner sehr viel verändert. Social Media ist voll vom XTeink X3/4. Viele lesen mehr und lieber mit dem kleinen Wunder, und das ist bei mir nicht anders. Anders als die Konkurrenz ist weniger mehr.

Weniger Display, kein Touch, keine Hintergrundbeleuchtung und dennoch viel Lesespaß. Einziges Problem sind die eBooks, die ich seit jeher bei Amazon gekauft hatte. Hatte. Dank des XTeink und der kuriosen DRM-Variante bei Amazon (nicht nur ihr eigenes Format, auch kein Hinweis VOR dem Kauf, wie es geschützt ist) kaufe ich nun bei ebook.de.

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CrossPoint oder CrossInk machen den XTeink noch etwas besser und dann kann man mit einer Hand lesen und blättern. Mal ganz spontan, unterwegs oder zu Hause, während das Wasser kocht. Für zwischendurch eine wahre Wucht. Dadurch ist der Paperwhite unter Druck geraten und aus meinem Sortiment geflogen.

Ich lese schneller und – was komisch klingt – ohne Druck. Die Berechnung der Lesezeit setzt mich mehr unter Druck, als mir lieb ist. Natürlich muss ich aber auch sagen, dass nicht jedes Buch gut geeignet ist für das Gerät. Es sollte ein Buch sein, das man auch mal beiseite legen kann und wo man schnell hineinkommt. Dann ist es genial.

reMarkable Paper Pro Move

Aus dem Nichts und nach der bitteren Niederlage des reMarkable Paper Pros, habe ich mir den Move angeschaut und mich gleich „verliebt“. Der Move ist klein – auch wenn er ein dämmliches Seitenverhältnis für Notizen UND den Transport hat. Beim Schreiben ist es aber perfekt.

Eine Hand hält den Move, der andere schreibt. In einem Meeting mitschreiben oder sich irgendwo hinsetzen – ja, sogar im Stehen – ist der Move eine Option. Schnell mal eine To-do-Liste abhaken, einen Gedanken aufschreiben – das sind nur ein paar der Dinge, die mir gefallen.

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Daily Scribbling ist auf dem Move so schnell möglich, dass auch kleine Ideen direkt verarbeitet werden können. Es kann direkt losgehen. Oder auch Sudoku ist auf dem Move so möglich wie nirgends zuvor. Durch die kurzen Phasen hält der Akku passabel und die Farbe ist manchmal ein echter Hingucker.

Ein Problem hatte ich aber: die Größe. Für große Ideen ist er zu klein. Man verkürzt. Und das auch bei Gedanken. Die Folge: Man versucht schnell, den kleinen Bereich zu füllen, und eben nur den. Das sorgte gelegentlich dafür, dass ich doch am Rechner Aufgaben oder Ähnliches aufschrieb oder Ideen sammelte.

reMarkable Paper Pro

Und genau da kam der Paper Pro ins Spiel. Es musste größer sein, und eigentlich ein reMarkable. Der 2 ist zu alt und der Pure gefällt mir gar nicht (sieht billig aus). Aber das Display war so schlecht, oder? Auf Reddit hieß es, dass die Displays seit Dezember 2025 besser wären. Aber dann halt neu und auf der reMarkable-Seite. Sonst: Display-Lotterie.

Nicht selten habe ich den Move angemacht und vom Display geschwärmt. Als der neue Pro kam, konnte ich mein Glück kaum fassen. Wenig gelbstichig, kräftigeres Schwarz und damit bessere Kontraste. Keine Artefakte. Das Display wirkt wie von einem anderen Gerät. Was aber auch zu Kritik führt.

A) Warum schweigt reMarkable über diese Probleme? Warum bietet man diese nicht günstiger als Yellow Pro an? Und B) warum geht man nicht auf meinen Grund ein? Ich habe genau das ins Feedback geschrieben. Support sieht anders aus.

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Und jetzt merke ich: Business läuft auf dem Paper Pro besser. Meine Ziele 2026 habe ich niedergeschrieben, Tagesablauf (Termine und Aufgaben) und Workbooks sind auf einem großen Gerät viel besser. Frisch ist auch die verbesserte Read-later-Funktion. Artikel sehen – auch durch das bessere Display – viel besser aus und man scrollt auf einer unendlichen Seite mit Bildern (in Farbe). Toll!

Der Paper Pro ist da sinnvoll, wo es der Move nicht ist. Der Paper Pro verlässt aber auch nicht den Schreibtisch. Auch für Reviews ist er mir lieber (das habe ich mit dem ersten genossen, beim Move ist es verkürzt). Je nach Persönlichkeit und Tätigkeit reicht einer von beiden, für mich ist das die perfekte Symbiose.

Mein Senf

Vor einem Jahr hätte ich diesen Artikel über den Paperwhite und den Scribe geführt. Wie die Zeit Dinge verändern kann. Das zeigt als Erstes: Man braucht definitiv nicht so viele Geräte, wie ich sie nun habe. Technik interessiert mich und ich habe in meinem Leben gelernt, dass nur weil man zufrieden ist, das nicht heißt, dass es nichts Besseres gibt.

Gerade dass Amazon von den wichtigsten Geräten und der wichtigsten Plattform für eBooks vertrieben wurde, sagt mehr aus als vieles andere. Ich mag meine neue Landschaft und finde solche „One-Purpose“-Devices (ein Gerät für einen Zweck) häufig sehr sinnvoll. Man weiß beim Griff zum Gerät, was man machen möchte, und versumpft nicht in Unsinn.

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In der aktuellen Landschaft finde ich besonders interessant, dass jedes Gerät andere Stärken hat. Nimmt man ein anderes Gerät, ist es nicht ganz so „angenehm“. Beispiel: Read-Later-Artikel oder Sudoku. Beide reMarkable-Geräte können es liefern (sind auch synchronisiert). Aber Artikel lesen ist auf dem Paper Pro besser und Sudoku ist besser auf dem Move (für mich).

Dieser Artikel könnte in einigen Monaten wieder anders aussehen. Da XTeink und der Paper Pro neu in meinem Umfeld sind und wir alle wissen: Mit der Zeit sieht man erst, wie gut und sinnvoll einiges wirklich ist. Dazu kommen Emotionen – wie das plötzlich bessere Display beim Paper Pro.


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