SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (233): Die Höllenangst vor der Liebe

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (233): Die Höllenangst vor der Liebe

foto: pixabay

Die Maske herrschte, nicht die Wahrheit. Galt das auch in der Therapie? Fanden sich hier die gleichen Mechanismen wir wie im normalen Leben? Was galt es auf diese Weise, mit diesem Aufwand, zu schützen, zu kontrollieren?
Ging es um etwas Tieferes, das Selbst, den Kern der Persönlichkeit, jenen inneren Raum jenseits der Ich-Strukturen? Was aber kennzeichnete das Wesen dieses Selbst? Der »biologische Kern«, von dem Reich sprach, firmierte als eine Art Grundausstattung des Menschen, betrachtet man es als energetisches System. Damit grenzte er sich vom Bauchladen des Freudschen Unbewussten ab, in das alles hinein passte, was nicht dem Bewussten entsprach. Oder präsentierte sich das Selbst als jene unveränderliche, Inkarnationen überdauernde Wesens-Instanz der Persönlichkeit (»Atman«), wie Hindus glauben?
Der Begriff »organismische Wahrheit«, den ich in meinen Veröffentlichungen verwendete, verknüpfte die biologistischen Äußerungen Reichs mit der Instanz des Spirituellen, Physik mit Metaphysik. Gleichzeitig nahm ich ein Unbehagen wahr, denn all diese »Selbst-Konzepte« muteten etwas abstrakt an. Gab es einfachere Antworten?
In allen Systemen, den westlich-psychologischen und den östlich-spirituellen, tauchten zwei Begriffe immer wieder auf: Liebe und Herz.
Zielten all die Bemühungen der narzisstischen Ich- und Weltkonstruktionen darauf, das eigene Herz, die Quelle seiner liebenden Natur zu schützen? Sollte es so einfach sein?
Das narzisstische Gieren nach dem bewundernden Blick der Anderen, repräsentierte dies eine subtile Form des Bedürfnisses nach einem »Sich-Lieben-Lassen«, ohne dabei selbst zu lieben? Steckte hinter dieser Gier nach Anerkennung ein dramatisches Defizit, ein existentieller Hunger und Durst nach Liebe?
Spürte man aufmerksam hinter die Fassade der Worte und Verhaltensweisen, trafen diese Muster auf jeden Menschen mehr oder weniger zu. Menschen sehnen sich nach Liebe. Gleichzeitig verspüren sie eine Höllenangst davor, ihr Herz zu öffnen, bedingungslos und authentisch und aus dem Herzen heraus zu sein, ohne Netz und doppelten Boden Liebe zu leben. Abgesehen von kurzen Phasen des Verliebtseins, das oft regressive und realitätsverleugnende Eigenschaften aufweist. Doch wie hing dies zusammen?
Bezogen auf die psychoanalytische Charakterlehre und Charakteranalyse Reichs skizzierte ich erste Entwürfe, in denen ich den Kern des Charakters nicht mehr allein auf die Prägungen der psychosexuellen Entwicklung zurückführte, sondern auf die Erscheinungsformen dessen, wie ein Kind lernt, seine Liebe zurückzuhalten und zu verformen, sein Herz zu schützen. Der Schizoide flüchtet sich beispielsweise in die Paradiesvorstellungen seines Intellekts, der Anale in Zwangsrituale, der Phalliker in dominante Grandiosität, der Hysteriker in die Flucht vor emotionaler Nähe usw.
Bald betrachtete ich narzisstische Verhaltensmuster als ubiquitäres Phänomen, das in deutlichem Zusammenhang mit den menschlichen Bedürfnissen nach Halt, Bindung und Liebe stand. All das wurde bereits in der frühesten Entwicklung geformt und geprägt.
(Fortsetzung folgt)

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