Schwierige Fragen – einfache Antworten

Schwierige Fragen – einfache Antworten

Die Fragen, die uns am meisten berühren, sind einfach. Doch die Antworten sind es nicht. Ja, für die meisten dieser Fragen kennen wir die Antworten gar nicht. Zum Beispiel die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.

„Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst“, sagte mir Melvin kürzlich, als wir droben beim Wald auf der Bank sassen und unsere Blicke über das weite Land zwischen Alpen und Jurabogen schweifen liessen.

Als ich ihn etwas konsterniert anblickte, sagte er:

„Man braucht keinen Teilchenbeschleuniger und keine Weltraumsonden, um zu erkennen, dass Leben ein universelles Prinzip ist.“

„Dann glaubst du, dass unsere Erde und unsere Existenz nicht einzigartig und einem einmaligen Zufall zu verdanken sind?“

Melvin lachte. Es klang wie das Kichern eines Zwergs und wollte ganz und gar nicht zu ihm passen.

„Eines Tages wird man entdecken, dass es im Weltall nur so wimmelt von Leben.“

„Wieso sind wir dann anderen Zivilisationen nicht schon längst begegnet? Wieso sind bisher keine Aliens auf der Erde gelandet?“

Er kicherte wieder wie ein verrückter Zwerg.

„Das sind sie doch schon längst. Denkst du wirklich, die Menschheit sei noch nicht entdeckt worden? Wir seien inkognito?“

„Aber dann müssten wir doch Radiosignale von anderen Planeten empfangen können. Doch da draussen ist nichts.“

„Das ist ja das Problem“, entgegnete er, „nur weil wir das elektromagnetische Spektrum in diesem Bereich nutzen, meinen wir, andere müssten das auch. Wir schliessen von uns auf andere. Aber das funktioniert nicht. Es macht uns blind. Wir nehmen so nur wahr, was in unser Schema passt, alles andere können wir nicht sehen.“

Melvin erhob sich und deutete auf den blauen Himmel über uns.

„Da draussen ist Leben. Das ganze Universum lebt. Darum wurde es geboren. Und das Leben entwickelt sich immer weiter zu höheren Ebenen.“

Er bückte sich und nahm einen Stein vom Boden auf.

„Bis alles lebt, bis jeder einzelne Stein zum Leben erweckt wurde.“

„Ist das Gottes Ziel“, fragte ich etwas naiv.

Melvins Kichern ging in ein Wiehern über. Ob er meine Frage so lustig fand?

„Nein, Leben ist ein Prinzip, dem auch die Götter unterworfen sind.“

„Die Götter?“ ich war baff. „Du huldigst dem Polytheismus?“

„Ich huldige nicht, ich beobachte und frage nur. Und dann fallen mir Antworten zu.“

„Eher ein- als zufallen“, murmelte ich.

Doch Melvin beachtete mich nicht. Wie ein Prediger stand er da, hob seine Arme gegen den Himmel und sagte:

„Wie im Kleinen, so auch im Grossen. Du brauchst keine steinalten Bücher zu studieren, um zu erkennen, dass die Götter keinen Deut besser sind als wir. Sie sind bloss mächtiger. Auch dort drüben bekämpfen sich Gut und Böse und es geht dabei allein um Macht – genau wie bei uns.“

Er deutete auf den Hügel gegenüber. Aber vermutlich meinte er eine andere Dimension.

„Dann glaubst du nicht an einen gütigen, allwissenden und liebenden Gott?“

„Ach was“, rief er übers Feld, weiss der Teufel was dort drüben ist.“ Er war jetzt so richtig in Fahrt und seine Stimme überschlug sich fast. „Dort sitzt sicher nicht der Gott der Pfaffen, wenn es überhaupt ein Drüben gibt.“

„Aha, dann glaubst du also nicht….“

„….Nein, ich glaube gar nichts. Schon gar nicht an einen Gott, der unsere Gebete braucht und aufsaugt wie ein Schwamm das Wasser.“

„Vielleicht sind die Aliens unsere Götter?“, lieferte ich weiteren Zündstoff.

„Wie bei Erich von Däniken? Der alte Knacker hat doch einen Sprung in der Platte. Seit Jahrzehnten erzählt er den gleichen Käse. Glaubt doch tatsächlich, die Fremden wären mit Raketen gekommen und hätten Raumanzüge getragen wie bei der NASA.“

„Wieso nicht?“

„Eine fremde Zivilisation, die in der Lage ist, die enormen Abgründe des Raumes zu überwinden, ist uns in der Technologie so weit voraus, dass diese jenseits unseres Vorstellungsvermögens angesiedelt ist.“

„Ob sie auch ihre Götter haben?“

„Da kannst du Gift drauf nehmen.“

 

Das werde ich natürlich nicht tun. Euer Traumperlentaucher

 

Schwierige Fragen – einfache Antworten



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