schweres Erdbeben in Christchurch

Seit meiner Rueckkehr nach Milford heute Mittag verfolge ich geschockt und in Trauer die Berichterstattung aus Christchurch, welches heute Mittag um 12.51 von einem 6.3 Erdbeben heimgesucht und in Teilen fast vollstaendig zestoert wurde. Was mir momentan durch den Kopf geht, kann ich gar nicht in Worte fassen, schon gar nicht, weil ich Freunde in Christchurch habe, von denen ich momentan nicht weiss, wie es ihnen und ihren Familien geht.
Obwohl dieses Erdbeben schwaecher war als das letzte Grosse im September 2010 (7.1), richtete es doch viel mehr Schaden und Zerstoerung an und hat die Christchurcher Einwohner tief in ihrer Moral getroffen. Das Erdbeben war nicht so tief war das letzte (diesmal nur 5km, damals 33km) und das ist der Hauptgrund fuer dessen Zerstoerungskraft. Ausserdem passierte es im letzten Jahr in der Nacht, wodurch nicht sehr viele Leute auf den Strassen unterwegs waren, diesmal aber zur Mittagszeit, zu der nicht nur zahlreiche Werktaetige, sondern auch viele Touristen in der Stadt unterwegs waren. Ausserdem haben beim letzten Erdbeben viele Gebaeude Schaeden davongetragen, die ihnen diesmal zum Verhaengnis geworden sind und so sind viele Gebaeude einfach wie Kartenhaeuser zusammengestuerzt und haben Menschen unter ihrem Geroell begraben. Diesmal gibt es auf alle Faelle Tote, aber keiner kann und moechte diese zu diesem Zeitpunkt beziffern. Im Fernsehen laufen seit Stunden uneditierte Livebilder aus der Stadt mit Rettungsaktionen in allen Teilen der Stadt. Am schlimmsten betroffen ist der Stadtkern sowie die Vororte Brighton und Lyttelton, die als 'unlivable' bezeichnet wurden, was soviel heisst wie komplett zerstoert.
Nach dem letzten Erdbeben waren die Einwohner Christchurchs stolz und erleichtert darueber, dass eines ihrer Wahrzeichen, die Christchurch Kathedrale, ohne Schaeden mit einem Schrecken davon gekommen war und das gab vielen den benoetigten Aufwind und die Kraft, zum Weitermachen. Diesmal sieht das leider anders aus. Die Kathedrale hat einen ihrer Aussichtsturme verloren und es ist gut moeglich, dass sich Touristen zum Zeitpunkt des Bebens auf dem Turm befunden haben und nun unter dem Geroell verschuettet sind.
Auch die Nachbeben haben es in sich und belaufen sich noch immer im Bereich von 3-6 auf der Richterskala, was Rettungsaktionen extrem gefaehrlich macht, da Haeuser sowieso schon einsturzgefaehrdet sind und bei weiteren Beben nachgeben koennten.
Die Infrarstruktur Christchurchs und des Umlandes ist komplett ausgeschoepft; es stehen keine Ambulanzfahrzeuge mehr zur Verfuegung und Polizei- sowie Privatfahrzeuge transportieren die Verletzten zu den Krankenhaeusern und medizinischen Versorgungszentren. Das Telefonnetz ist ueberlastet und man bittet darum, keine unnoetigen Anrufe zu taetigen und nur Textnachrichten zu senden. Christchurch Mitte ist abgesperrt und Leute wurden aufgefordert, diesen Stadtteil zu verlassen, um Platz fuer die Rettungskraefte zu machen. Das Notrufsystem 111 ist im kompletten Southland ausgefallen (alles suedlich von Christchurch, das betrifft auch Te Anau), weil die Kapazitaeten nicht ausreichen und man muss bei Notfaellen die oertlichen Polizeidienststellen anrufen. Alle Krankenhaeuser im Land und vorallem auf der Suedinsel schaffen Platz fuer die vielen Verletzten und senden alle nichtserioesen Faelle nach Hause. Die Gasversorgung der Stadt wurde abgedreht, um das Entstehen von Feuern zu vermeiden; etwas was man beim letzten Erdbeben gelernt hat.
Die meisten von uns sind in der gluecklichen Lage, die Bilder von schweren Erdbeben nur vom Fernsehen zu kennen; man sieht sie, schuettelt mit dem Kopf, empfindet Mitleid mit den Betroffenen und das eigene Leben geht weiter. Fuer mich sieht das gerade anders aus. Es passiert im eigenen Land, man will helfen kann aber nicht, und die Bilder scheinen aus einem Kriegsgebiet zu stammen. Es wird immer wieder erwaehnt, dass mit der Beschaedigung der Kathedrale das Herz Christchurchs zerstoert und herausgerissen wurde und dies wird den Einwohnern der Stadt noch lange zu schaffen machen.
P.S.: Inzwischen wurde bestaetigt, dass 65 Menschen ihr Leben gelassen haben. Leider wird wohl diese Zahl noch im Laufe der Nacht und naechsten Tage auf Grund der vielen Verschuetteten ansteigen.

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