Schwarzbuch des Supports: Versatel – endlich eine endliche Geschichte

Telekommunikationsunternehmen sind im Allgemeinen ja nicht gerade dafür bekannt, serviceorientiert und die Kundenzufriedenheit anstrebend zu handeln. Nach meinen Erfahrungen mit T-Online, 1&1 und Arcor glaubte ich in Versatel doch endlich einen Provider gefunden zu haben, der Kunden nicht nur mit Kampfpreisen lockt sondern diese hinterher auch betreut. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Versatel scheint im großen Kochtopf dieser Branche in Sachen Service der angetrocknete Boden zu sein.
 

Scheinbar problemlos verlief der Umzug in den Nachbarort im Frühjahr 2010. Die Umstellung wurde von Versatel schnell durchgeführt – ISDN und DSL standen zeitnah wieder zur Verfügung. Doch die dicke Überraschung kam ein dreiviertel Jahr später. Am 27.12.2010 erreichte mich ein Schreiben von Versatel (datiert vom 16.12.2010), dass

gemäß den Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes sowie einer Verfügung der Bundesnetzagentur über die "Struktur und Ausgestaltung des Nummernbereichs für Ortsnetznummern" nur entsprechend den darin festgelegten Vorgaben vergeben werden.

Die TELEFONICA hätte Versatel darüber informiert, dass sie von der Bundesnetzagentur eine Abschaltungsanordnung für falsch vergebene, d.h. entgegen dieser Vorgaben vergebene Rufnummern erhalten hat. Meine bisherige Telefonnummer wird mit Wirkung zum 31.12.2010 abgeschaltet und ich erhalte eine neue Nummer.

Ich legte noch am 27.12.2011 per Einschreiben an den Vorstand von Versatel Widerspruch ein. Wie von einem serviceschwachen Dienstleister zu erwarten war, erhielt ich auf mein an Herrn Alain D. Bandle gerichtetes Schreiben keine Antwort. Zu meiner Frage, weshalb Versatel die Struktur des Nummernbereichs unseres neuen Wohnortes nicht bekannt war/ist, ich deshalb nicht schon beim Umzug eine neue Nummern erhalten habe und wer mir nun aufgrund der „Unkenntnis“ bzw. Versäumnis von Versatel die Kosten für Visitenkarten ersetzt, schwieg Versatel. Kein Vorstand, kein Beschwerdemanagement, kein Kundenbetreuer, keine Putzfrau: Niemand sah sich bei Versatel veranlasst, auf meine Anfrage zu antworten.

Nachdem meine alte Nummer aber auch weiterhin erreichbar war, ignorierte ich die Kommunikationsfaulheit von Versatel – bis vor zwei Wochen. Am 11.03.2011 war die alte Rufnummer nur noch von Mobiltelefonen aus erreichbar. Von Festnetzanschlüssen aus angerufen kam die Nachricht, dass die Nummer nicht vergeben ist. Ab dem 14.03.2011 war sie überhaupt nicht mehr erreichbar. Auf meine Supportaufragen am 12.03.2011, 14.03.2011 und 16.03.2011 erhielt ich nie eine Antwort. Auch ein erneutes Schreiben vom 17.03.2011 an Herrn Alain D. Bandle blieb bis heute unbeantwortet. Da ich im ersten Moment nicht an die Abschaltung dachte (immerhin lag die Ankündigung drei Monate zurück), ging ich von einer Störung aus. Letztendlich war dann doch die alte Nummer abgeschaltet und die im Dezember 2010 angekündigte neue Nummer aktiv. Kam die Abschaltung nun mit dreimonatiger Verspätung oder ohne Ankündigung? Wie auch immer – das Ergebnis ist das gleiche.

Nach diesen persönlichen Erfahrungen kann ich nur vor Versatel warnen. Es gibt keinen Grund ein paar Euro mehr zu zahlen in der Hoffnung, dafür guten Service zu erhalten. Eine solche Ignoranz und Unfähigkeit im Servicebereich habe ich nicht einmal beim rosa Riesen erlebt. Mein Glück ist, dass das Vertragsverhältnis im Herbst endet. Ich gehe nicht davon aus wo anders einen guten Service zu erhalten, aber dafür einen besseren Preis.

 

Chronologie:

16.12.2010: Ankündigung zur Abschaltung der Telefonnummer zum 31.12.2010 (erhalten am 27.12.2010)

27.12.2010: Vorstandsbeschwerde – ohne Antwort

11.03.2011: "stufenweise" Abschaltung der Telefonnummer

12.03.2011: Supportanfrage – ohne Antwort

14.03.2011: endgültige Abschaltung der Telefonnummer

14.03.2011: Supportanfrage – ohne Antwort

16.03.2011: Supportanfrage – ohne Antwort

17.03.2011: Vorstandsbeschwerde – ohne Antwort