Hallöchen Freunde,
um Schriften in ihren Anwendungen gut aussehen zu lassen, reicht es nicht nur schöne Schriftarten zu verwenden und sie in die gewünschte Form zu skalieren. Was ein Schriftbild braucht ist Rhythmik! Um das zu erlangen gibt es verschiedene Faktoren, die behandelt werden müssen. Ganz klassisch natürlich die Zurichtung und Kerning. Aber auch der Randausgleich kann eine wichtige Rolle spielen…
Die Faktoren wären nämlich Zurichtung, Kerning und natürlich die Laufweite. Ein Randausgleich ist in Fließtexten nicht zwingend nötig, außer aber es treffen verschieden große Schriftgrößen aufeinander.
Letztens haben wir bereits einen kleinen Einblick zu den ersten zwei Punkten Zurichtung und Kerning bekommen; heute bleiben wir noch allgemein und schauen uns die Grundprinzipien der einzelnen Bereiche genauer an. Daher fangen wir als erste direkt mit der Zurichtung an, was stets als erstes geregelt werden sollte.
Mit diesem »Tool« richtet ihr die Breiten der einzelnen Buchstaben aus um Löcher zwischen den Zeichen und Buchstaben zu vermeiden. Diese Positionierung wird praktisch als »zurichten« bezeichnet, was der Bedeutung sehr nahe kommt. Ob eine Schrift zugerichtet wurde, könnt ihr am schnellsten durch das Ausschalten des Kernings sehen. Sehr ihr größere Lücken bzw. Löcher zwischen Buchstabenpaare oder Zeichen, müsstet ihr sie neu ausrichten. Das kann jedoch eine Menge Arbeit bedeuten, je nach dem wie lang euer zu gestaltender Text ist. Hier rät jeder: Finger weg von der Schrift! Es ist nicht unsere Aufgabe die Peinlichkeiten aus der Welt zu räumen und eine »fremde« Schrift auszugleichen. Bedient euch daher lieber einer anderen…
Wenn wir von Kerning sprechen, reden wir von Unterschneiden, was unnötige Weißräume zwischen Buchstabenpaare verringert. Leider kommt es mehr als oft vor, dass Schriften nicht gut genug gekernt sind und wir sie mühselig ausbessern müssen. Beispiele für gequetschte oder weitläufige Paare wären die Buchstabenkombinationen »Te«, »Wo«, »fi« (wobei hier Ligaturen ins Spiel kommen), »gj« und viele weitere. Ihr habt es bereits auch im letzten Artikel gesehen, wie ein schlechtes Beispiel aussehen kann, wenn auch etwas übertrieben (der erste Link in diesem Artikel führt euch zum Beispiel).
Die Laufweite regelt die einzelnen Buchstabenabstände zueinander pro Zeile. Die meisten kennen es aus Layout-Programmen wie InDesign, wo ihr mittels positiven und negativen Werten die Laufweite verändern könnt. Hier gibt es keine genaue Regel, da es ganz allein von eurer Schriftart und der Größe abhängt. Wenn wir schon bei Größe sind: Generell kann man sagen, dass kleine Schriftgrößen eine größere Laufweite und größere (beispielsweise Headlines) eher kleiner und enger gehalten sind.
Von diesem Phänomen sprechen wir, wenn es um längere Copytexte geht. Beispiele hierfür wäre der Flattersatz, egal ob links- oder rechtsbündig, sowie der Blocksatz. Eventuell ist es euch mal aufgefallen, dass der Zeilenanfang oder das Zeilenende nicht direkt an der gleichen Kante anfangen, da Buchstaben und Zeichen wie »T« oder »–« dafür sorgen, dass ein kleiner aber dennoch auffallender Weißraum den Rand unterbricht. Umgehen kann man das, wenn man den »nervigen« Buchstaben Werte zuweist, mit dem sie direkt an der Kante anfangen, sofern sie am Zeilenanfang oder Ende stehen. Jedoch muss hier auch gesagt sein: Wenn ihr das machen möchtet, dann bitte sauber. Lieber kein Randausgleich als ein schlechter, der sofort ins Auge sticht.
Demnächst geht es dann intensiver in die Kerning-Geschichte rein. Mal schauen welche Stolperfallen uns dort erwarten…?!