Schon wieder…

Noch einmal so ein Anlass, bei dem ich erkennen musste, dass ich einfach nicht mehr ins Bild passe: Kindergartenbesuch mit dem Prinzchen, die meisten Mütter mit dem ersten Kind, eine oder zwei mit dem Zweiten und ich mit dem Fünften. Wäre ich mit dem dritten Kind hier, würde ich von den anderen Müttern wohl als wandelnder Kindergartenratgeber angesehen, so aber bin ich in den Augen der anderen die abgebrühte Mehrfachmama, die sich nicht mehr richtig um ihren Nachwuchs sorgen mag.

Es ist ja auch wirklich schlimm, was ich da von mir gebe. Die Mamas empören sich über den schlimmen Schulweg, ich teile zwar ihre Meinung, dass es durchaus ein paar gefährliche Stellen gibt, merke dann aber noch an, es sei doch erstaunlich, wie gut die meisten Kinder mit diesen Gefahren umzugehen wüssten und dass ein Kind je nach Entwicklungsstand mehr oder weniger Begleitung benötige. Mit entrüsteten Blicken gibt man mir zu verstehen, dass ich mit meiner Aussage ziemlich daneben liege. Naiv, wie ich bin, schweige ich nicht, sondern merke an, die Strasse, von der die Rede ist, sei schon länger ein Thema, man könne ja vielleicht bei der Gemeinde noch einmal nachhaken, ob inzwischen konkrete Sicherheitsmassnahmen geplant seien. Mist, schon wieder das Falsche gesagt. Nachhaken war nämlich populär, als unsere Ältesten in Prinzchens Alter waren, heute bevorzugt man Hilfe zur Selbsthilfe, was ich übrigens vollkommen okay finde. Als ob ich mich nicht schon genug in die Nesseln gesetzt hätte, bitte ich ein paar Minuten später meine Mitmütter darum, mich nicht weiter nach einem bestimmten Thema zu fragen, weil ich mich dazu momentan nicht äussern möchte.

Innert wenigen Minuten ist es mir gelungen, einen ziemlich schlechten Eindruck zu hinterlassen und das alles nur, weil es mir nach all den Stunden, die ich schon an solchen Anlässen verbracht habe, nicht mehr gelingen will, nett lächelnd allem beizupflichten, was in der Runde gesagt wird.

Und wo ich heute schon dabei war, meinen Ruf zu schädigen, habe ich abends auch noch fröhlich mit Luise, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten und dem Zoowärter im Schwimmbad herumgeblödelt und sie von Kopf bis Fuss nass gespritzt. Ein Blick auf all die trockenen Mamas am Beckenrand überzeugte mich davon, dass eine richtige Mama auch das nicht tut. Solche Dinge überlässt man den Papas…

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