Schokolade - oder der Irrsinn der Globalisierung

Ganze 5 Tage habe ich gebraucht um die erste Tafel Schokolade aufzuspueren - 5 lange, harte Tage ohne Schokolade - und das in der Hauptstadt des Edelcacao-Exportweltmeisters.
Da stehen sie, die 70 g Tafeln "Arriba nacional"; unauffaellig, verloren, jediglich 4 Sorten, und dass im groessten Supermarkt der Stadt - dem Supermaxi.
Mein Blick wandert das Regal hinunter Kekse, Schokoladenkekse und noch viel mehr Schokoladenkekse - in allen Variationen, Verpackungseinheiten und Groessen. Ich drehe einige Verpackungen um, die Hersteller verwundern mich nicht: Nestle, Kraft und co. - produziert in Europa und den USA aus afrikanischen "Billigkakao".
Gemmessen an der gesamten Kakao-Produktion ist Ecuador ein Zwerg - nein eine Amoebe; beim Edelcacao ein Riese unueberwindberer Groese - ueber 75% des weltweiten Edelcacaos stammen aus diesem winzigen Land. Stolz werben einheimische Hersteller und Reiseveranstalter mit Bio Cacao, Regenwald schonenden Anbau und fair trade Vorzeigeprojekten in Zusammenarbeit mit indigenen Staemmen. Zu kaufen gibt es das ganze hier dann aber nicht, zumindest nicht fuer Einheimsiche, wenn man den Preis von 3-4 Doller pro Tafel bedenkt.
Der Einheimische greift dann - verstaendlicher Weise - eher zum Schokoladenkeks, Schokoladenkuchen, Kaba oder Fruechte in Schokolade ", made in China", oder auf schokoladisch der Elfenbeinkueste. Kinderarbeit, Brandrodung und gnadenlose Ausbeutung bestimmen das Bild des "normalen" Kakaoanbaus im Kongo und der Elfenbeinkueste - den Hauptproduzenten fuer den europaeischen Suessigkeitenwahn - fern ab von Europa aber eben auch von Ecuador und deren eigenen -grossen- Problemen.