Schluss mit dem Schubladendenken

Wahrscheinlich haben einige den momentanen Streit in den Sozialen Netzwerken mitbekommen. Eine völlig unnötige Diskussion über die Art wie der andere seinen Blog führt. Ich möchte hier gar nicht weiter auf das Thema eingehen, denn ich bin ehrlich gesagt genervt von solchen Diskussionen.

Denn nicht nur in diesem Thema gibt es diese Kategorisierung. Hobbyblogger oder Profiblogger, Workingmom oder “Hausfrau”, Fremdbetreuung oder nicht, Vegetarier oder Fleisch, impfen oder nicht, rosa oder blau, Familienbett oder nicht, stillen oder Flasche….
Jede Meinung wird in eine Schublade gepackt und dann wird von der anderen Schublade aus gemeckert. Es scheint nur schwarz und weiß zu geben, die eigene Meinung (die richtige und andere Meinungen (die falschen).

Ist es denn wirklich so schwer anderer Menschen Meinung zu akzeptieren? Sind manche nicht in der Lage über den eigenen Tellerrand drüber weg zu schauen? Kann eine sogenannte Working Mom die andere Herangehensweise loben und umgekehrt. Müssen Argumente fließen wie: “Das ist aber nicht gut fürs Kind, da fehlt jegliche Bindung zwischen Mutter und Kind.” Oder: “Du bis ja nur zu faul arbeiten zu gehen.”

Wenn eine Verwandte von der Wirkung der Homöopathie überzeugt ist und ihr Kind damit behandelt, dann werde ich ihr das nicht ausreden. Ich glaube nicht an die Wirkung kleiner Zuckerkügelchen, aber wenn sie es tut, reicht das doch. Genauso erwarte ich von ihr, dass sie mir die Homöopathie aufdrängt. Ich möchte dazu nicht beraten werden und ich möchte nicht verurteilt werden, wenn ich meinen Kindern lieber Fiebersaft gebe statt Globuli.

Ebenso möchte ich nicht wie ein kleines Kind belehrt werden, wenn ich erzähle, dass meine Tochter oftmals im Elternbett schläft. Ich handle nach meinem Bauchgefühl und halte es für richtig, dass sie bei uns schläft, wenn sie uns braucht. Genauso respektiere ich, wenn andere das Elternbett wirklich nur als Elternbett wollen. Jeder wie er es für richtig hält.

Ich hasse diese Lästereien, wenn zwei Mamas über die Erziehungsmethode einer weiteren Mama diskutieren. Dem Kind geht es gut, die Mama ist glücklich und für sie ist das so in Ordnung. Dann hat man nicht zu urteilen, viel angebrachter wäre ein Lob.

Man muss doch wohl niemanden verurteilen nur weil dieser anderer Meinung ist, oder? Was bringt es mir, wenn ich jemanden schlecht mache? Und vor allem: Was bringe ich meinem Kind damit bei. Kinder lernen durch Vorleben, dass sollte man stets bedenken.

Und wenn jemand mit der Meinung eines anderen gar nicht klar kommt, dann ist das sein Problem. Niemand sollte sich ändern nur weil andere das wollen.

Ich bitte um mehr Toleranz, mehr Freude am Glück des anderen und weniger Vorurteile.

Macht euch doch das Leben nicht schwerer als es so schon oft ist.

Heike