“Schloss aus Glas” von Jeanette Walls

Schloss aus GlasEs gibt Bücher die würde ich mir allein wegen des Buchtitels nicht kaufen. Kommt dann noch ein kitschiges Cover hinzu hat das Buch kaum eine Chance.

“Schloss aus Glas” war ein Zufallsfund und mir war langweilig. Dem Titel und Cover zum Trotz, las ich hinein.

Ich habe es bis morgens fünf Uhr nicht mehr aus der Hand gelegt.

Eine Frau mittleren Alters, offensichtlich in der guten Gesellschaft zu Hause, beobachtet aus dem Taxifenster eine Obdachlose die im Müll wühlt. Die Obdachlose ist ihre Mutter.

Jeanette  Walls schreibt von einer unangepassten Kindheit. Ihre Elter vagabundieren, stets auf der Flucht vor Gläubigern, mit den Kindern durch Amerika. Zunächst scheint es nur eine unorthodoxe Kindheit zu sein, die trotz Heimatlosigkeit und zeitweisen Hunger  eine schöne Kindheit ist. Die Eltern vermitteln ihren Kindern die Liebe zur Natur, Literatur und Kunst. Sehr früh können alle Kinder lesen.

Der Vater jobbt und wird auf Grund alkohohlbedingter Unzuverlässigkeit immer wieder gekündigt,die Mutter arbeitet nur wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Sie ist Lehrerin, ihre Passion aber ist das Malen und Lesen. Sie empfindet die Kinder oft als Klotz am am Bein, die sie in ihrer künstlerischen Bestimmung behindern.

Irgendwann kippt die Geschichte. was anfangs noch schön und unkonventionell erschien, wird zum Desaster. Das die Kinder es trotzdem schaffen ihren eigenen Weg zu gehen ist vielleicht auch den Idealen der Eltern zu verdanken, die diese früh vermittelten.

Eine Geschichte von Idealen, Suche, Sucht, Getriebensein, Armut und Chaos. Vor allem aber ist diese Geschichte ein Paradebeispiel für Resilienz.

Ein spannendes, facettenreiches , autobiografisches Buch dem man viele Leser wünscht.



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