"Sagen Sie mir bitte, was ich falsch mache!"

Diesen Satz bekam ich vor kurzem in einer Beratung zu hören.
Meine Klientin wirkte etwas verzweifelt, da es nicht klappte mit der Gewichtsreduktion.
Vor unserem Gespräch hatte ich schon ein Ernährungstagebuch angefordert, damit ich einen kleinen Überblick über Mahlzeitenfrequenz, Vorlieben beim Essen usw. bekommen konnte.
Sie hatte zum Beratungstermin schon alles fertig liegen,wie Laborberichte und: Ganz viel Bücher zum Thema Gewichtsabnahme. Alles aktuelle Literatur, ein klitzekleines Vermögen.
Mir war schon im Ernährungstagebuch ein etwas gewöhnungsbedürftiges Frühstück aufgefallen, was ich nicht so oft antreffe.
Viel Magerquark, Leinsamen, Leinöl.
Das ist jetzt nichts Schlimmes, aber das ist kein Frühstück, was ich bei Menschen finde, die sich noch nie mit dem Thema "Ernährung" auseinandergesetzt haben.
Diese Rezeptur hatte sie einem Ernährungsratgeber von Doc Fleck entnommen.
Ich habe absolut nichts dagegen, wenn Ernährungsmediziner darauf aufmerksam machen, was man durch eine Ernährungsumstellung so alles erreichen kann, aber es sollte nicht ungefiltert angewandt werden.
Ich habe meine Klientin gefragt, ob ihr das Frühstück schmeckt.
Antwort: "Ich würde gerne mal wieder ein Brötchen essen, aber das ist ja nicht gesund."
So funktioniert das leider nicht. Diese Dame war total verkopft, hat alles aufgesogen, was sie finden konnte und suchte trotzdem die Fehler immer noch bei sich. Und der Genuss blieb auf der Strecke!
Eine kleine Sache hatte meine Klientin auch nicht bedacht. Sie ist richtig in Bewegung gekommen.
Das bedeutet, sie hat Muskulatur aufgebaut und die ist schwerer als Fett.
Es sind wirklich nur ein paar Schräubchen, die diese Klientin verdrehen muss. Da es sich um Gewohnheiten handelt, muss Sie  bewusst drauf achten, wie z.B. langsam zu essen und gut zu kauen.
Aber ich bin mir sicher, dass die Klientin das schafft.
 Wenn sie dann noch in der Lage ist sich von Ernährungsempfehlungen zu trennen die nicht zu ihr passen, umso besser.
Mir stellt sich sowieso immer häufiger die Frage: Wer bestimmt eigentlich, was im Bereich Ernährung richtig oder falsch ist?
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