Rose Hajdu — Bauten von Paul Bonatz

Bauten von Paul Bonatz. Architekturfotografie von Rose HajduPaul Bonatz gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bekannten und einflussreichen Architekten. Ein Großteil seiner Bauten entstand in den Städten und Landschaften im Südwesten Deutschlands. Die Fotografin Rose Hajdu hat zwischen 2009 und 2012 zahlreiche Bonatz-Bauten an Rhein und Neckar dokumentiert, die nun in einer Ausstellung in Göppingen präsentiert werden.

Ausstellungsbeschreibung

Paul Bonatz kam 1877 in Solgne bei Metz (Lothringen) zur Welt. Er zählt heute zu den bedeutenden deutschen Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Paul Bonatz war Schüler und später Nachfolger des Stuttgarter Professors Theodor Fischer und Mitglied der Architektengruppe der „Stuttgarter Schule“. 1908 gründete er gemeinsam mit seinem Studienfreund Friedrich Eugen Scholer (1874–1949) ein Architekturbüro in Stuttgart. Die Bürogemeinschaft bestand bis 1943. Im Herbst dieses Jahres zog Bonatz in die Türkei, wo er zunächst als Berater, dann als Hochschullehrer an der technischen Universität arbeitete. 1954 kehrte Paul Bonatz nach Stuttgart zurück, wo er 1956 verstarb und auf dem Waldfriedhof seine letzte Ruhestätte fand.

Paul Bonatz war kein Anhänger der avantgardistischen Moderne. Seine Bauten orientieren sich an traditionellen Formen. Beim Bauen ging es ihm immer um den harmonischen Bezug zwischen Bauwerk und Landschaft.

Bonatz‘ bekanntestes Bauwerk ist der Stuttgarter Hauptbahnhof. Neben technischen Bauwerken gehören zu seinem vielfältigen Werk Schulen, Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser. Bonatz erbaute z. B. die Universitätsbibliothek in Tübingen, das gerade erweiterte Kunstmuseum in Basel und die Oper in Ankara. In Göppingen wurden nach den Entwürfen des Büros Bonatz und Scholer das heutige Mörike-Gymnasium und eine Villa für den Fabrikanten Bühler erbaut. 1943 war Bonatz für die Stadt Göppingen mit der Planung eines neuen Rathauses mit Aufmarschplatz und weiteren Parteigebäuden befasst.

Rose Hajdu wurde 1956 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung in Werbe- und Architekturfotografie. Von 1978 bis 1981 war sie Amtsfotografin des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg. Seit 1985 arbeitet Rose Hajdu als freie Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie, Denkmalpflege, Archäologie und Kunst.

Im Jahr 2009 dokumentierte Rose Hajdu im Auftrag des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg den Stuttgarter Bahnhof vor dem geplanten Teilabriss. Das Interesse am Werk von Paul Bonatz war geweckt. Das Ergebnis der Fotoserie wurde 2014 in einem Bildband veröffentlicht.

Buch

Paul Bonatz. Bauten an Rhein und Neckar
mit Fotografien von Rose Hajdu
und Texten von Marc Hirschfell und Wolfgang Voigt
Ernst Wasmuth Verlag
gebundene Ausgabe, 24 × 27 cm
ca. 200 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen
1. Auflage Oktober 2014
ISBN 978 3 8030 0754 4

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Ausstellung

Städtisches Museum im Storchen
Wühlestraße 36
73033 Göppingen

14. Juli bis 4. September 2016


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