Rock 'n' Roll in der Geriatrie; Warum Wien bald mehr neurochirurgische Gangbetten hat

Rock ’n’ Roll in der Geriatrie; Warum Wien bald mehr neurochirurgische Gangbetten hat

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GTL | 11.7.2014 | Kommentare (0)

 

Rock ’n’ Roll in der Geriatrie; Warum Wien bald mehr neurochirurgische Gangbetten hat

Während vor knapp einem Monat die Urgoßväter des Rock ’n’ Roll, The Rolling Stones, ihre Show im Prater- pardon-Happel-Stadion abzogen, brachten diesen Mittwoch, gleich nebenan in der Krieau, ihre musikalischen Enkel von Metallica die Trommelfelle in Schwingungen. (http://derstandard.at/2000002895724/Metallica-Aktion-Reaktion-Abreaktion)

Während beide Truppen das sprichwörtliche Publikum von 8 - 80 anziehen, kratzen die Stones selbst schon an der oberen Marke, bewegen sich die überlebenden Mitglieder von Metallica im Bereich der 50-Somethings und wähnen sich - zumindest in Interviews - in ihren besten Jahren.

Da kommt ein medizinischer Bericht ((Lancet, 5 July 2014, Vol. 384, pp. 102) aus den USA gerade zur rechten Zeit:
Im Jänner 2013 suchte ein 50-Jähriger die Neurochirurgie der Hannover Medical School auf, da ihn seit 2 Wochen kontinuierlich zunehmende Kopfschmerzen peinigten. Anamnestisch fanden sich keine Auffälligkeiten, außer, dass er vor vier Wochen sich eines Konzerts von Motörhead erfreuen durfte, die den vorgenannten Bands nicht nur im entfesselten Schalldruck mehr als ebenbürdig sind, sondern von deren Publikum obligat verlangt wird, seinen Schädel im Rhythmus der hämmernden Beats auf und ab zu bewegen. Eingeweihte und seit  jetzt auch Neurochirurgen nennen dies Headbanging.

Dr. Ariyan Pirayesh Islamian, der Autor des Artikels windet sich in einem Interview gehörig, um sich "nicht als smart-ass zu outen", um eine generelle medizinische Warnung vor der Headbangerei auszusprechen, versucht aber seinen Fallbericht, immerhin im angesehenen Lancet als Erstbeschreibung einer neuen Risikogruppe zu positionieren:
"Our purpose was not only to entertain the readership with a quite
comical case report on complications of headbanging that confirms the reputation of Motörhead as undoubtedly one of the
hardest rock ’n’ roll bands on earth, but to sensitize the medical world for a certain subgroup of fans that may be endangered
when indulging themselves in excessive headbanging." (Quelle Aunt Minnie)

Die abruppten Beschleunigungs- und Abbremsmanöver können im Körper von - na sagen wir es mal so, nicht mehr ganz taufrischen - Fans zum Zerreisen kleinster Blutgefäße führen, die wiederum eine Sickerblutung zwischen Hirn und knöchernem Schädel bewirken. Wie in diesem Fall muss dieses Blutgerinsel dann in einem neurochirurgischen Eingriff entfernt werden. Man nennt dieses Andenken: Subduralhämatom, dass sich typischerweise so langsam wie bei unserem 50-jägrigen "Motörheadler" entwickelt. 
Das Wiener Gesundheitssystem möge sich also langsam auf einige zusätzliche neurochirurgische Gangbetten einstellen, schließlich plakatieren wir ja an den Stadtgrenzen:
Wien hat 1,7 Millionen Gehirne.

na uns so jung sind die bekanntlich ja nicht mehr ...

Was lernen aber wir daraus? Der Rock ’n’ Roll ist endgültig in der Geriatrie angekommen.

PS: Exzessiver Alkoholkonsum, der ja angeblich auch zu so einem Musikgenuss dazu gehört, verstärkt das Risiko dieser Blutungen!



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