{Rezension} Zoë Marriott: Frostblüte


{Rezension} Zoë Marriott: Frostblüte
Autor: Zoë MarriottTitel: FrostblüteOriginaltitel: FrostfireSeitenzahl: 464 SeitenVerlag: Carlsen VerlagISBN: 978-3-551-31270-9 Preis: 14,99€ [Taschenbuch]  10,99€ [eBook]Genre: Fantasy, Young Adult, RomanceVeröffentlichung: Oktober 2013Altersempfehlung: ab 14 JahreLeseprobe
Frostblüte (Ruan, #2)

Inhalt:

Frost wandert von einem Dorf zum anderen, verrichten dort kleine Arbeiten und zieht dann immer sofort weiter. Nie bleibt sie lange an einem Ort, denn sie hat Angst, dass ihr Wolfsdämon wieder zum Vorschein kommt und die Menschen um sie herum tötet. Doch eines Tages trifft sie auf Luca, der Anführer der Soldaten, die gegen die Aufständischen kämpfen. Er nimmt sie mit in sein Lager und ermöglicht ihr ein Leben, von dem sie zuvor nicht einmal zu träumen gewagt hatte. Doch je wohler sie sich dort fühlt, desto größer ist ihre Angst vor dem Wolfsdämon, der alles zerstören könnte.

Aufmachung:

Das Cover ist auf den ersten Blick vielleicht etwas irreführend, da man den Wolf und das Mädchengesicht schnell einer Werwolfgeschichte zuordnen würde. Doch dem ist definitiv nicht so. In dem Buch geht es nämlich nicht um Werwölfe, sondern um einen Wolfsdämon, den Frost in sich trägt. Sie verwandelt sich also keinesfalls in einen Wolf. 

Aufbau, Schreibstil und Perspektiven:

Das Buch ist in einen Prolog und 35 Kapitel unterteilt.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen. Er ähnelt sehr dem „klassischen Jugendbuch-Schreibstil“, hebt sich also durch keine weiteren Besonderheiten hervor. 
Negativ aufgefallen ist mir, dass ich in dem Buch – besonders in der Mitte – öfters Grammatik- und Rechtschreibfehler gefunden habe, die doch stellenweise erheblich den Lesefluss stören, weil der Satz plötzlich einen ganz anderen Sinn hat.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Frost in der Ich-Form erzählt. Neben der Haupthandlung gibt es auch immer wieder Ausschnitte aus Frost' Vergangenheit, die einem ihr Schicksal näher erklären und erheblich zum Verständnis der Handlung beitragen. 

Meine Meinung:

Der Prolog ist sofort spannend. Er spielt etwa neun Jahre vor der eigentlichen Handlung und legt gewissermaßen den Grundstein für die ganze Geschichte. 
Danach geht es sofort spannend weiter, auch wenn ich sagen muss, dass mich die Geschichte erst nach etwa 50-60 Seiten soweit hatte, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, denn so lange hat es bei mir gedauert, bis ich die Geschichte richtig verstanden habe. Das mit dem Wolfsdämon war mir zunächst noch etwas unklar.
Denn aufgrund des Covers habe ich zunächst vermutet, dass es um Werwölfe geht, was natürlich nicht stimmt, mich aber jedoch anfangs leicht verwirrt hat. Doch wenn man erst einmal in die Story eingetaucht ist, kann sie einen richtig mitreißen. Natürlich ist sie nicht komplett „neu“, aber die Idee mit dem Wolfsdämon bringt doch nochmal frische Luft in die momentane Fantasy-Welt. Aber auch die Liebesgeschichte ist erfrischend, da es endlich mal keine unbegründete Liebe auf den ersten Blick ist, die man in Jugendbüchern gerne – und viel zu oft - findet. Auch sieht die Protagonistin dann nicht alles rosa-rot und eine richtige Dreiecksgeschichte gibt es schon gar nicht, was wirklich sehr angenehm ist. 
Die Protagonistin Frost ist auch kein unschuldiges und bildschönes Mädchen, sondern hat Ecken und Kanten wie jeder normale Mensch auch und ist durch ihre Vergangenheit stark geprägt. Besonders die Angst vor ihrem Wolfsdämon bestimmt oft ihr Handeln. So hat sie stets Angst, andere zu verletzen, und möchte sich deshalb immer am liebsten irgendwo alleine verkriechen. Doch Frost bleibt nicht statisch, sondern verändert sich im Laufe der Geschichte und entdeckt ganz neue Seiten an sich, was ich einfach wundervoll finde. 
Die Geschichte ist in sich geschlossen und alle Fragen werden am Ende beantwortet. Ob es eine Fortsetzung geben wird, kann ich deshalb nicht sagen – meines Wissen ist auch diesbezüglich nichts bekannt. Mir hat das Buch aber so gut gefallen, dass ich mir eine wünschen würde.  

Mein Fazit:

„Frostblüte“ ist ein Jugendbücher, dass sich durch seine Handlung und durch seine Protagonisten von den anderen momentan bekannten Jugendbüchern positiv abhebt. So kann es mit einer erfrischenden Liebesgeschichte und mit einer eben nicht perfekten Protagonistin punkten. Ich kann jedem Fantasy-Fan dieses Buch nur ans Herzen legen. 
{Rezension} Zoë Marriott: Frostblüte

Mein Bild im Kopf:

Die Blicke folgen ihr durchs ganze Lager. Wir haben Angst vor ihr, wissen nicht, was wir von ihr halten sollen. Die Geschichten über sie sind wirklich furchteinflößend, doch eigentlich sieht sie ganz harmlos aus. Sie kann nicht einmal richtig mit einem Schwert umgehen. Als sie meinen Blick bemerkt und zu mir herüber sieht, starre ich sie unverwandt weiter an. Ich will sehen, wie sie reagiert. Doch anstatt wütend zurück zu starren, scheint sie sich unter meinem Blick zu winden. So als würde sie sich hier genauso fehl am Platze fühlen, wie sie auch ist. 

Die Autorin:

{Rezension} Zoë Marriott: Frostblüte

(c) Walker Books || Bildquelle: Carlsen


Zoë Marriott lebt im Nordosten von Lincolnshire, zusammen mit ihren zwei Katzen Echo und Hero und ihrem Hund Finn. „Frostblüte“ ist ihre erste Veröffentlichung in deutscher Sprache. [Quelle: Carlsen Verlag]

Dank:

Mein herzlichster Dank gilt Blogg dein Buch und dem Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
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