[Rezension] Zeitsplitter

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‘Zeitsplitter: Die Jägerin’
von Christin Terrill

All Our Yesterdays # 1..

[Rezension] Zeitsplitter


Inhaltsangabe:
Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen.
Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört.
Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich…
(Source: Goodreads.com)

Meine Gedanken zum Buch:
Ich war sehr skeptisch ob mir das Buch gefallen würde, da ich generell meine Probleme mit Zeitreisegeschichten habe, weil sie oft sehr kompliziert sind und vom Autor meist nicht alle Fragen beantwortet werden können, was mich dann oft etwas enttäuscht zurücklässt – und natürlich auch mit einem großen Fragezeichen im Gesicht.
Aber zum Glück war das hier überhaupt nicht der Fall, naja, zumindest fast nicht. Die Handlung und der Verlauf, die Paradoxien aus den Zeitreisen und Veränderungen, wurden logisch und nachvollziehbar erklärt, so, dass es auch Laien verstehen konnten und nicht zu kompliziert wurde. Was zum größten Teil an der tollen Erklärung und Erzählweise von Terrill liegt, die mich mit ihren Schreibstil vollends begeistern konnte. Durchwegs war es sehr angenehm zu lesen, schöne Beschreibungen und Bilder zum besseren Verständnis, ohne das es beim Lesen beschweren würde.

Genauso hat es sich auch mit der Geschichte verhalten. Es war eine traurige, schwere Erzählung, aber trotzdem hat sie es geschafft, mit schwierigen Themen sensibel umzugehen. Die Wandlungen und Entwicklungen der Figuren wurden sehr authentisch, nachvollziehbar und durchdacht präsentiert, so, wie es auch im normalen Leben wäre. Es wird hier gezeigt, dass es kein Schwarz/ Weiß – sondern unzählige verschiedene Grautöne gibt und so hat sie auch die Geschichte angelegt, mit vielen verschiedenen Schichten, dass der Leser selbst nicht mehr sagen kann, wer nur böse, wer nur gut ist. Sie lässt uns teilhaben an einer Freundschaft, die sich wandelt, wie aus Streithennen Freunde werden, oder wie Freunde sich in Feinde verwandeln und das langsam und schleichend, dass man nicht mehr benennen kann, wie oder wann es angefangen hat. Und das ganze spielt sich dazu auch noch zuerst in zwei Zeitlinien ab, die aber später zu einer verschmelzen – das alles zum Teil noch etwas kompliziert, aber dafür umso spannender macht.

Aber nicht nur die Handlung mit dem Kampf darum, die grausame Zukunft zu verändern, sondern auch die Figuren konnten herausstechen und haben sich in meine Erinnerung, wie ihn mein Herz festgefangen. Em war so toll und ich konnte jede Minute mit ihr mit zittern und um sie bangen, genauso wie sie mit Marina mit gezittert hat, und ich am Ende dann auch getan habe, obwohl mir Marina am Anfang so naiv und oberflächlich erschienen ist. Doch genau darauf hat es die Autorin auch abgesehen, um ihre Wandlung noch viel stärker zu betonnen. Und Finn – ach, über Finn muss ich wohl nicht viel sagen. Er ist genau der Typ, den ich gerne mag: mutig, schlau, etwas selbstverliebt aber mit einer sympathischen, witzigen Note.
Und James – was soll ich über James sagen? Auch ich habe in Marinas Zeit ihre Bewunderung nachvollziehen können, obwohl die feinen Risse, die sich immer wieder kurz bei ihm gezeigt haben, auch beängstigend waren. Hier finde ich, hat die Autorin die beste Arbeit geleistet… diese Hin und Her, etwas tun, das vielleicht nicht gut erscheint, aber trotzdem mit den besten Absichten passiert – wie schnell es gehen kann, dass man den Blick auf die Realität/ auf das Wesentliche verliert. Wirklich toll und sie gehört ab sofort zu meinen Vorbildern. Ich bin begeistert, wenn ihr das noch nicht bemerkt habt. ^^

Der einzige kleine Kritikpunkt, den ich anmerken muss und wohl andere nicht stören wird, ist, dass die Romantik doch sehr kurz gekommen ist. Was ich auch verstehe, da hier einfach die Handlung und die Figuren – deren Entwicklung – im Vordergrund steht. Aber ich habe es eben gerne, wenn auf die Liebe nicht zu sehr vergessen wird, bzw. war sie auch hier anwesend, man hat sie immer gespürt, aber ich hätte sie gerne etwas bildlicher dargestellt gehabt bzw. intensiver. Nicht nur die Andeutung eines Kusses, einer gemeinsamen Nacht und dann Szenenwechsel. Aber ja, mit dieser Kritik bin ich wohl wieder alleine.

Das einzige, das mich außerdem irritiert hat, ist, dass ich nicht ganz verstehe, warum es einen zweiten Teil dazu gibt, der mit den gleichen Charakteren zu tun hat. Für mich war das Ende perfekt, so wie es war und damit war die Geschichte für mich abgeschlossen. Sicher, ein paar kleine Erklärungen haben zwar noch gefällt, aber dass man jetzt doch noch ein ganzes Buch schreibt, kam für mich überraschend, als ich das auf Goodreads gesehen habe. Trotzdem werde ich ihn auch noch lesen, so, wie vermutlich jedes weitere Buch dieser Autorin. ;)

Nun ein SPOILER – weil ich das Ende nicht ganz verstanden habe – Hilfe!!

Also, an alle, die das Buch gelesen und das Ende auch verstanden haben:
Warum erwacht Marina nach dem ganzen tragischen Schluss im Bootshaus und plötzlich ist Nate und Finn wieder da? Kann mir das jemand verständlich machen, hänge hier nämlich total in der Luft und verstehe es nicht. :/

German Cover:
Ich finde das englische Cover passt viel besser zum Inhalt der Geschichte und zeigt Cassandra. Keine Ahnung, warum sie beim deutschen Cover schon wieder ein Mädchengesicht verwendet haben. *schade*

All in all:
Eine so fesselnde Geschichte, wie schon lange nicht mehr, die mich vollends begeistern konnte und auch jetzt noch, Wochen nach beenden des Buches, einfach nicht mehr loslässt. Es war ein auf und ab der Gefühle, eine Achterbahn, die man selten erlebt und in die ich gerne wieder einsteigen werde – ich warte auf Teil zwei und erhoffe mir den gleichen interessanten, spannenden Page-Turner. Top Leseempfehlung von mir!

Rating:
4,5 of 5 points – (soo awesome!)

Ouotes: (© Terrill)

Em: Es ist kein Messer dabei, wie immer. Das pampige Essen muss nicht geschnitten werden, und sie fürchten wahrscheinlich, dass ich mit dem stumpfen Plastikgerät einen heroischen Ausbruchsversuch wage und damit auf die Männer mit den Maschinengewehren vor meiner Zelle losgehe.

Finn: “Meinst du, du kannst aufstehen?”
Mein Körper fühlt sich noch immer hohl und schwerelos unter mir an, als hätte ich einen Teil von ihm vier Jahre in der Zukunft zurückgelassen.  “Ich weiß nicht. Kannst du mich auffangen, wenn ich hinfalle?”
“Das bezweifle ich”, sagt er. “Aber du darfst auf mich fallen. Dann landest du wenigstens weich.”
Ich lächle. “Mein Held.”

“Vielen, vielen Dank.” Finn nimmt die Schlüsselkarte entgegen. “Eine gute Nacht noch.”
“Na, das war ja leicht”, flüstere ich, während wir den kleinen Hinweisschildern mit den Pfeilen folgen, die zu Zimmer Nummer 126 führen.
Finn: “Nein, das war sehr gefährlich und gewagt, und nur dank meines extremen Charmes haben wir es geschafft.
Selbst in einem Augenblick wie diesem bringt er mich zum Lächeln. “Natürlich. Wie dumm von mir.”


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